Leiter Qualitätsmanagement
Leiter Qualitätsmanagement verantworten das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens, halten Normen wie ISO 9001 oder IATF 16949 ein und führen ein Team aus Qualitätsingenieuren und Prüfern.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Leiter Qualitätsmanagement verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.300 € | 6.200 € | 63.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.500 € | 6.600 € | 8.000 € | 79.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.500 € | 11.000 € | 102.000 € |
Entscheidend sind Betriebsgröße, Branche und Führungsspanne: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie liegt die Vergütung nach IG-Metall-Tarif im oberen Bereich, kleine Zulieferer und Betriebe ohne Tarifbindung zahlen deutlich weniger. Medizintechnik und Pharma liegen meist über dem Durchschnitt, oft ergänzt um variable Zielprämien.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Leiter Qualitätsmanagement?
Ein Leiter Qualitätsmanagement verantwortet, dass Produkte und Prozesse eines Unternehmens die vereinbarten Anforderungen erfüllen - die des Kunden, die der Normen und die der Gesetzgebung. Dazu gehört der Aufbau und die Pflege des Qualitätsmanagementsystems: Prozesse beschreiben, Verfahrens- und Arbeitsanweisungen freigeben, Kennzahlen wie Ausschussquote, Reklamationsrate oder Liefertreue verfolgen und dem Management berichten. Kommt eine Kundenreklamation, koordiniert die Leitung die Ursachenanalyse, prüft die Wirksamkeit der Korrekturmaßnahmen und beantwortet den Kunden - im Automotive-Umfeld meist über einen 8D-Report.
Ein großer Teil der Arbeit ist Auditarbeit. Interne Audits planen und auswerten, Lieferanten vor Ort bewerten, das Unternehmen bei Zertifizierungs- und Kundenaudits vertreten. Dazwischen liegt Führungsarbeit: Ein Team von wenigen bis mehreren Dutzend Mitarbeitenden aus Wareneingangsprüfung, Messraum, Qualitätsvorausplanung und Reklamationsbearbeitung anleiten, Schulungen organisieren, Budget und Prüfmittelbeschaffung verantworten. Wer in einem Betrieb mit Serienfertigung arbeitet, sitzt außerdem regelmäßig in Projektrunden zur Bemusterung neuer Teile.
Wie wird man Leiter Qualitätsmanagement?
Der übliche Weg führt über ein ingenieurwissenschaftliches Studium - Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen - und mehrere Jahre Praxis als Qualitätsingenieur, Prozessingenieur oder in der Fertigungssteuerung. Danach folgt der Schritt in die Leitung, oft im eigenen Unternehmen. Auch der Aufstieg von der Technikerin oder dem Meister ist möglich, wenn Erfahrung und Weiterbildungen stimmen. Verbreitet sind Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Qualität, etwa Qualitätsmanager, Auditor oder Six-Sigma-Ausbildungen. In der Medizintechnik, der Pharmaindustrie und der Lebensmittelbranche sind zusätzlich branchenspezifische Regelwerke Pflichtwissen, von ISO 13485 bis GMP und IFS.
Was der Beruf verlangt
Die Position sitzt zwischen den Interessen. Produktion will liefern, Vertrieb will den Kunden nicht verlieren, Einkauf will den günstigen Lieferanten - und das Qualitätsmanagement muss Nein sagen können, wenn Nachweise fehlen. Das kostet Standfestigkeit und macht nicht überall beliebt. Sperren einer Charge, Rückrufentscheidungen oder ein misslungenes Zertifizierungsaudit sind Situationen mit erheblichem Druck.
Die Arbeitszeiten sind meist regulär, aber vor Audits, bei Serienanläufen und in Eskalationsfällen deutlich länger. Reisen zu Lieferanten und Kundenwerken kommen dazu, in international aufgestellten Unternehmen auch ins Ausland. Ein erheblicher Anteil der Arbeit ist Dokumentation - wer Normtexte, Formblätter und Nachweisführung als reine Bürokratie empfindet, wird in dieser Rolle unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme sind in Industrie, Medizintechnik und Lebensmittelproduktion Voraussetzung für Kundenbeziehungen, entsprechend braucht jeder größere Betrieb diese Funktion. Regulatorischer Zuwachs, etwa durch Lieferkettenpflichten und die europäische Medizinprodukteverordnung, erhöht den Bedarf zusätzlich. Erfahrene Kräfte mit Auditerfahrung und Branchenkenntnis sind schwer zu finden.
Entwicklungswege führen in die Werk- oder Betriebsleitung, in die Konzernfunktion für mehrere Standorte, in das Qualitätsmanagement mit Prokura oder in die selbstständige Beratung und Auditorentätigkeit bei Zertifizierungsgesellschaften. Wer die Automobilindustrie kennt, wechselt vergleichsweise leicht in andere regulierte Branchen.
Aufgaben
- Qualitätsmanagementsystem aufbauen, pflegen und dokumentieren
- interne Audits planen, durchführen und auswerten
- Kunden- und Zertifizierungsaudits begleiten
- Reklamationen bearbeiten und Ursachenanalysen koordinieren
- Qualitätskennzahlen auswerten und an die Geschäftsführung berichten
- Lieferanten bewerten und freigeben
- Team aus Qualitätsingenieuren und Prüfern führen
- Schulungen zu Normen und Prüfverfahren organisieren
Voraussetzungen
- Studium im Ingenieurwesen oder vergleichbare technische Qualifikation
- mehrere Jahre Berufserfahrung im Qualitätsbereich
- Kenntnis der relevanten Normen, etwa ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485
- Erfahrung mit Methoden wie FMEA, 8D, SPC und Six Sigma
- Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick
- Englisch für Audits und Kundenkontakt
- Reisebereitschaft
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit Serienfertigung
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
- Lebensmittelproduktion
- Zertifizierungs- und Beratungsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder im Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Danach folgen meist fünf bis zehn Jahre Praxis als Qualitätsingenieur, ergänzt um Zertifikate wie Qualitätsmanager oder Auditor der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Der Aufstieg aus einer Techniker- oder Meisterlaufbahn ist möglich, dauert aber in der Regel länger.
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