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Technik & Ingenieurwesen

Leitung Qualitätssicherung

Die Leitung Qualitätssicherung verantwortet, dass Produkte und Prozesse in einem Betrieb die festgelegten Anforderungen erfüllen. Sie führt ein Team aus Prüfern und Qualitätsingenieuren, steuert Normen und Audits und entscheidet über Sperrungen und Freigaben.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Leitung Qualitätssicherung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.500 € 10.000 € 90.000 €

Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Zulieferer ohne Tarifbindung, Medizintechnik und Pharma zahlen ebenfalls überdurchschnittlich. Bei Tarifbindung erfolgt die Einstufung meist in den oberen Entgeltgruppen des Tarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie oder des Bundesentgelttarifvertrags Chemie, oft ergänzt um leistungsabhängige Anteile.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Leitung Qualitätssicherung?

Sie ist die Stelle im Betrieb, an der zusammenläuft, ob das Produkt stimmt. Dazu gehört die Prüfplanung für Wareneingang, Fertigung und Endkontrolle, die Auswertung von Prüfdaten und Fehlerstatistiken, die Bearbeitung von Reklamationen und die Entscheidung, ob eine Charge freigegeben, nachgearbeitet oder verschrottet wird. Sie pflegt das Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 und je nach Branche nach IATF 16949, ISO 13485 oder GMP, hält die Dokumentation prüffähig und führt interne Audits durch. Kommen Kunden oder Zertifizierer ins Haus, ist sie Gesprächspartnerin und muss Abweichungen erklären, ohne sie zu beschönigen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Führung und Abstimmung: Prüfpersonal einteilen, Messmittel überwachen, mit Fertigung, Einkauf und Entwicklung über Ursachen streiten. Reklamationen werden mit Methoden wie 8D, Ishikawa oder FMEA aufgearbeitet, Lieferanten werden bewertet und bei Bedarf vor Ort auditiert. Dazu kommen Kennzahlen für die Geschäftsführung: Fehlerkosten, ppm-Werte, Reklamationsquoten.

Wie wird man Leitung Qualitätssicherung?

Der häufigste Weg führt über ein Ingenieurstudium, etwa Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Lebensmitteltechnologie oder Wirtschaftsingenieurwesen, gefolgt von mehreren Jahren im Qualitätswesen oder in der Fertigung. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Facharbeit, dann Techniker oder Meister, dann Qualitätsfachmann, Qualitätsbeauftragter und Auditor über Lehrgänge der DGQ oder vergleichbarer Anbieter. Für eine Leitungsfunktion wird fast immer Erfahrung als Qualitätsingenieur oder Teamleiter erwartet, außerdem Kenntnis der branchenüblichen Normen und Englisch für Kundenaudits und Lieferantenkontakte im Ausland.

Was der Beruf verlangt

Die Position steht strukturell im Konflikt. Die Fertigung will liefern, der Vertrieb hat Termine zugesagt, und die Qualitätssicherung muss unter Umständen sperren. Wer Auseinandersetzungen ausweicht oder Entscheidungen nicht begründen kann, hält das nicht lange durch. Reklamationen und Rückrufe erzeugen Druck mit engen Fristen, oft an Freitagnachmittagen. Kundenaudits und Zertifizierungen bündeln Arbeit in Wochen, in denen Überstunden normal sind.

Dazu kommt die Verantwortung: In regulierten Branchen wie Medizintechnik, Pharma oder Lebensmittel hängen an Freigaben Haftungsfragen, in der Automobilzulieferung hohe Fehlerkosten. Ein erheblicher Anteil der Zeit geht in Dokumentation, was manche als sinnvolle Absicherung und andere als Bürokratie erleben. Die Arbeit findet meist in Tagschicht statt, im Mehrschichtbetrieb kann aber Rufbereitschaft dazukommen. Reisen zu Lieferanten und Kunden sind je nach Betrieb regelmäßig.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Normen und Kundenanforderungen nicht weniger werden und regulierte Branchen wachsen. Besonders gesucht sind Fachkräfte mit Erfahrung in Medizintechnik, Luftfahrt und Pharma sowie mit Kenntnissen in Datenauswertung und Automatisierung der Prüfung. Entwicklungswege führen zur Leitung Qualitätsmanagement für mehrere Standorte, in die Werk- oder Betriebsleitung, in die Beratung oder als Auditor zu einer Zertifizierungsgesellschaft. Wer Statistik, Prüfmittelautomatisierung oder Softwarevalidierung beherrscht, hat auf dem Arbeitsmarkt spürbar mehr Auswahl.

Aufgaben

  • Prüfpläne für Wareneingang, Fertigung und Endprüfung festlegen
  • Freigabe, Nachbearbeitung oder Sperrung von Chargen entscheiden
  • Reklamationen mit 8D-Reports und Ursachenanalysen bearbeiten
  • Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 und Branchennormen pflegen
  • interne Audits durchführen und Kunden- sowie Zertifizierungsaudits begleiten
  • Prüfpersonal führen, einteilen und einarbeiten
  • Messmittelüberwachung und Kalibrierung organisieren
  • Qualitätskennzahlen und Fehlerkosten für die Geschäftsführung auswerten

Voraussetzungen

  • Ingenieurstudium oder Weiterbildung als Techniker, Meister oder Qualitätsfachmann
  • mehrjährige Erfahrung im Qualitätswesen oder in der Produktion
  • Kenntnis der einschlägigen Normen, mindestens ISO 9001, je nach Branche IATF 16949, ISO 13485 oder GMP
  • Sicherheit in Prüf- und Analysemethoden wie FMEA, SPC und Messsystemanalyse
  • Durchsetzungsfähigkeit und die Bereitschaft, unpopuläre Entscheidungen zu begründen
  • Englisch für Audits, Lieferanten und Kundenkontakte
  • Sorgfalt in der Dokumentation und Belastbarkeit unter Zeitdruck

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe des Maschinen- und Fahrzeugbaus
  • Automobilzulieferer
  • Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
  • Lebensmittel- und Chemiebetriebe
  • Elektronikfertigung
  • Prüf- und Zertifizierungsgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in einer Ingenieurdisziplin von drei bis fünf Jahren, anschließend mehrere Jahre als Qualitätsingenieur oder in der Fertigung. Alternativ führt der Weg über eine technische Ausbildung, eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister und Lehrgänge zum Qualitätsbeauftragten und Auditor. Die Leitungsfunktion wird in der Regel nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung übernommen.

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