Kundenbetreuer im Außendienst
Kundenbetreuer im Außendienst besuchen Bestandskunden und Interessenten vor Ort, beraten zu Produkten und Konditionen und schließen Aufträge ab. Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Auto und das Büro des Kunden.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenbetreuer im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.200 € | 3.900 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 4.100 € | 5.200 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.300 € | 7.500 € | 63.600 € |
Das Gehalt besteht meist aus Fixum und variablem Anteil; je nach Branche macht die Provision zwischen zehn und fünfzig Prozent aus, im Direktvertrieb auch mehr. Tarifbindung gibt es im Groß- und Außenhandel sowie in der Metall- und Elektroindustrie, sonst wird frei verhandelt. Ein Firmenwagen ist branchenüblich und in den genannten Beträgen nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenbetreuer im Außendienst?
Kundenbetreuer im Außendienst verantworten ein festes Gebiet oder eine Kundengruppe. Sie fahren zu Handwerksbetrieben, Einzelhändlern, Arztpraxen, Industriekunden oder Privathaushalten, je nach Branche. Vor Ort klären sie den Bedarf, stellen Produkte oder Dienstleistungen vor, rechnen Angebote durch, verhandeln Preise und Lieferkonditionen und nehmen Aufträge auf. Ein großer Teil der Arbeit ist Bestandskundenpflege: Reklamationen aufnehmen, Nachbestellungen anstoßen, über Sortimentsänderungen informieren, Vertragsverlängerungen vorbereiten.
Dazu kommt Schreibtischarbeit, oft abends oder am Wochenende: Besuchsberichte im CRM erfassen, Angebote nachfassen, Termine für die Folgewoche legen, Umsatzzahlen gegen die Zielvorgabe prüfen. Wer Neukunden gewinnen soll, telefoniert außerdem kalt oder arbeitet Leads aus Messen und Onlineanfragen ab. Die Zielerreichung wird meist monatlich oder quartalsweise gemessen und mit dem Vertriebsleiter besprochen.
Wie wird man Kundenbetreuer im Außendienst?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Üblich ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel, danach einige Jahre im Innendienst und dann der Wechsel ins Gebiet. In technischen Branchen kommen viele über eine handwerkliche oder technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung, weil Produktkenntnis dort schwerer wiegt als Vertriebsroutine. Ein betriebswirtschaftliches Studium ist verbreitet, aber keine Bedingung.
Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld realistisch, häufiger als in vielen anderen. Versicherungen, Energieanbieter, Telekommunikation und Direktvertriebe stellen regelmäßig ohne Vorerfahrung ein. Dort ist der Verdienst allerdings oft stark provisionsabhängig, die Fluktuation hoch und der Vertrag manchmal auf Handelsvertreterbasis statt Festanstellung. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch immer Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Viel Fahrzeit. Wer ein Flächengebiet betreut, sitzt regelmäßig drei bis vier Stunden am Tag im Auto, bei großen Gebieten kommen Übernachtungen dazu. Die Arbeitszeit lässt sich schwer begrenzen: Kundentermine liegen zwischen acht und achtzehn Uhr, die Dokumentation danach. Homeoffice heißt hier meist Büro am Küchentisch nach Feierabend.
Der Druck kommt über Zahlen. Umsatzziele, Besuchsfrequenzen, Abschlussquoten sind sichtbar und werden verglichen. Absagen gehören zum Alltag, und wer sie persönlich nimmt, hält den Beruf nicht lange durch. Gleichzeitig braucht es Geduld, weil Entscheidungen bei Geschäftskunden Monate dauern können. Körperlich fordert vor allem das Sitzen, dazu unregelmäßiges Essen und wenig Bewegung. Wer Struktur von außen braucht, tut sich schwer: Die Woche plant man selbst, und niemand kontrolliert am Montagmorgen, ob man losfährt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in technischen Branchen mit erklärungsbedürftigen Produkten hoch, weil dort Beratung vor Ort nicht digital ersetzbar ist. Im standardisierten Geschäft mit einfachen Produkten verlagert sich Vertrieb dagegen zunehmend in Onlinekanäle und in den Innendienst, der per Video berät. Wer sich Produkt- und Branchenwissen aufbaut, wird schwerer ersetzbar als reine Abschlusstalente.
Entwicklungswege führen zum Key-Account-Management mit wenigen großen Kunden, zur Gebiets- oder Regionalleitung mit Personalverantwortung oder ins Produktmanagement. Manche wechseln nach einigen Jahren in den Innendienst zurück, wenn Familie und Fahrzeiten nicht zusammenpassen.
Aufgaben
- Bestands- und Neukunden im zugeteilten Gebiet besuchen
- Bedarf ermitteln und Produkte oder Dienstleistungen vorstellen
- Angebote kalkulieren, Preise und Konditionen verhandeln
- Aufträge aufnehmen und an den Innendienst übergeben
- Reklamationen und Rückfragen der Kunden klären
- Besuchsberichte und Kundendaten im CRM-System pflegen
- Messen, Hausmessen und Kundenveranstaltungen betreuen
- Umsatzzahlen gegen die Zielvorgabe auswerten
Voraussetzungen
- kaufmännische oder technische Ausbildung, in Teilen der Branche auch Quereinstieg möglich
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu langen Fahrzeiten
- Produkt- und Branchenkenntnis, je nach Sortiment auch technisches Verständnis
- selbstständige Wochenplanung ohne enge Vorgaben
- Belastbarkeit gegenüber Umsatzzielen und Absagen
- sichere Ausdrucksweise im Gespräch mit Einkäufern und Entscheidern
- Grundlagen in CRM-Software und Angebotskalkulation
Wo man arbeitet
- Großhandels- und Industrieunternehmen
- Hersteller technischer Produkte und Baustoffe
- Versicherungen und Finanzdienstleister
- Energie- und Telekommunikationsanbieter
- Pharma- und Medizintechnikunternehmen
- Dienstleister im Direktvertrieb
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg führt über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa im Groß- und Außenhandelsmanagement oder als Industriekaufmann, häufig gefolgt von einigen Jahren im Vertriebsinnendienst. Alternativ steigen Menschen mit technischer Ausbildung oder betriebswirtschaftlichem Studium ein. In Branchen wie Versicherung, Energie und Telekommunikation ist der Quereinstieg mit interner Einarbeitung und Produktschulung verbreitet.
Offene Stellen als Kundenbetreuer im Außendienst
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