Was macht eine Küchenhilfe?
Küchenhilfen und Spüler übernehmen die Arbeiten, ohne die eine Küche nach zwei Stunden stillsteht. Sie waschen und schälen Gemüse, portionieren Salate, panieren Schnitzel, füllen Beilagen in Warmhaltebehälter und richten Vorspeisen nach Anweisung der Köche an. Sie nehmen Warenlieferungen an, tragen Kisten ins Lager, kontrollieren Kühlraumtemperaturen und schreiben sie in Listen. An der Spülstelle laufen Teller, Gläser, Bestecke, Bleche und Töpfe durch die Maschine, Großgeschirr wird von Hand vorgereinigt. Nach dem Service werden Herd, Fritteuse, Arbeitsflächen und Böden geputzt, der Müll getrennt und Abfallbehälter geleert.
Die Arbeit folgt dem Rhythmus des Gastbetriebs: vor dem Mittagsservice Vorbereitung, während des Service Zuarbeit und Spülen im Takt, danach Reinigung. In Kantinen und Krankenhausküchen kommen Bandportionierung und das Beladen von Speisewagen hinzu.
Wie wird man Küchenhilfe?
Es gibt keine vorgeschriebene Ausbildung. Betriebe stellen Menschen ohne Berufsabschluss ein und lernen sie in wenigen Tagen an. Erforderlich ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt oder einen Betriebsarzt, dazu Grundkenntnisse in Hygiene nach HACCP, die der Betrieb schult. Deutschkenntnisse auf einfachem Niveau genügen in vielen Küchen, Anweisungen sind kurz und wiederkehrend.
Wer bleiben will, kann sich weiterqualifizieren. Möglich ist eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Küche, früher Beikoch, oder die dreijährige Ausbildung zum Koch. Auch eine Externenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer ist nach mehreren Jahren Praxis möglich. Viele Küchenchefs sind über die Spülküche eingestiegen.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag ist körperlich anstrengend. Acht Stunden Stehen auf Fliesen, Hitze am Herd und Dampf an der Spülmaschine, nasse Hände, Zugluft zwischen Kühlhaus und Küche, Heben von Gemüsekisten und Töpfen. Hautprobleme durch Reinigungsmittel und Rückenbeschwerden sind verbreitet. Schnittwunden und Verbrennungen gehören zum Risiko.
Gearbeitet wird, wenn andere essen: mittags, abends, an Wochenenden und Feiertagen. Geteilte Dienste mit einer langen Pause nachmittags sind in der Restaurantgastronomie üblich, Kantinen und Betriebsküchen bieten dagegen meist feste Frühdienste. Die Bezahlung liegt oft nahe am Mindestlohn, Trinkgeld erreicht die Küche seltener als den Service. Der Ton in Küchen ist knapp, in Stoßzeiten laut. Wer Hektik schlecht verträgt oder auf Pünktlichkeit im Feierabend angewiesen ist, wird damit Mühe haben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Hotels, Restaurants, Kantinen, Kliniken und Pflegeheime finden kaum Personal, viele Betriebe stellen kurzfristig und unbefristet ein. Der Einstieg ist damit einer der leichtesten überhaupt, auch nach längerer Pause oder ohne Zeugnisse.
Aufstieg gibt es, aber er setzt Qualifikation voraus. Mit Erfahrung übernehmen Küchenhilfen die Verantwortung für die Spülküche, das Lager oder die Kaltküche. Ein Abschluss als Fachkraft Küche oder Koch öffnet den Weg zum Posten am Herd und deutlich besserer Bezahlung. Ohne Abschluss bleibt das Einkommen dauerhaft im unteren Bereich, weshalb ein Wechsel in die Systemgastronomie mit Tarifbindung oder in eine tarifgebundene Klinikküche häufig der lohnendere Schritt ist.