Konstruktionsmechaniker / Schlosser im Schweißbau
Konstruktionsmechaniker im Schweißbau fertigen Stahlbaukonstruktionen, Behälter und Maschinenrahmen aus Blechen, Rohren und Profilen. Sie lesen technische Zeichnungen, schneiden und richten Bauteile zu und verbinden sie durch Schweißen zu tragfähigen Konstruktionen.
35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Konstruktionsmechaniker / Schlosser im Schweißbau verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.200 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.200 € | 5.200 € | 50.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Schlossereien. Zulagen für Schicht, Montage und Auslöse können den Verdienst spürbar erhöhen, ebenso Prüfungen für Edelstahl, Aluminium oder Rohrschweißen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Konstruktionsmechaniker im Schweißbau?
Am Anfang steht die Zeichnung. Aus ihr geht hervor, welche Blechstärken, Profile und Rohre verwendet werden, wie die Nähte auszuführen sind und mit welchen Toleranzen gearbeitet wird. Der Konstruktionsmechaniker überträgt diese Angaben auf das Material, reißt an, trennt mit Brennschneidanlage, Plasmaschneider, Säge oder Schere und entgratet die Kanten. Anschließend werden Bleche gekantet, gewalzt oder in der Presse gerichtet.
Der Kern der Arbeit ist das Fügen. Bauteile werden auf Vorrichtungen oder Schweißtischen ausgerichtet, geheftet und dann verschweißt, meist mit MAG, WIG oder Elektrode, im Behälterbau auch mit Unterpulververfahren. Wärmeeinbringung und Reihenfolge der Nähte bestimmen, ob sich das Bauteil verzieht, deshalb wird Verzug einkalkuliert und gegengespannt. Nach dem Schweißen kommt Nacharbeit: Schlacke entfernen, Nähte schleifen, Maße kontrollieren, Sichtprüfung, bei kritischen Konstruktionen Vorbereitung für Ultraschall- oder Röntgenprüfung. Auf Montagebaustellen werden große Konstruktionen erst vor Ort zusammengefügt, gerichtet und verschraubt.
Wie wird man Konstruktionsmechaniker im Schweißbau?
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker mit dem Schwerpunkt Schweißtechnik. Rechtlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe meist mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Die alte Bezeichnung Schlosser wird im Betrieb weiter verwendet, entspricht aber keinem aktuellen Ausbildungsberuf mehr.
Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, vor allem über Schweißlehrgänge an Schweißtechnischen Lehranstalten oder bei Bildungsträgern. Wer eine gültige Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 in den relevanten Verfahren und Positionen hat, findet auch ohne Facharbeiterbrief Arbeit, verdient aber in der Regel weniger und übernimmt weniger anspruchsvolle Aufgaben. Weiterbildungen gibt es zum Schweißfachmann, zum Industriemeister Metall oder zum staatlich geprüften Techniker.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Bauteile sind schwer, Schweißen in Zwangslagen belastet Knie, Schultern und Rücken. Lärm, Rauch, Funken und Hitze gehören dazu, Schutzkleidung, Schweißhelm und Absaugung sind Pflicht und im Sommer unangenehm. Schweißrauch gilt als gesundheitsschädlich, arbeitsmedizinische Vorsorge ist üblich. Ausreichendes Sehvermögen und ruhige Hände sind nötig, ebenso Schwindelfreiheit, wenn auf Gerüsten oder in Höhe montiert wird.
In der Serienfertigung ist Zweischicht- oder Dreischichtbetrieb verbreitet. Betriebe im Stahl- und Anlagenbau schicken Beschäftigte zur Montage, teilweise wochenweise auswärts oder ins Ausland. Termindruck kurz vor Auslieferung führt zu Überstunden. Wer Nähte nicht sauber ausführt, verursacht Nacharbeit oder Ausfälle an tragenden Teilen, entsprechend genau wird geprüft.
Aussichten
Gute Schweißer sind knapp, besonders solche mit gültigen Prüfungen für Rohr, Edelstahl oder Aluminium. Nachfrage kommt aus Stahlbau, Behälter- und Apparatebau, Maschinenbau, Fahrzeug- und Nutzfahrzeugbau, Schiffbau und der Energietechnik. Konjunkturabhängig ist die Branche allerdings, bei schwacher Investitionslage sinken die Auftragsbestände.
Entwicklungswege führen über Prüfaufgaben in der Qualitätssicherung, über Schweißaufsicht, Meister oder Techniker in die Fertigungsplanung. Automatisierung durch Schweißroboter verschiebt Aufgaben in Richtung Programmierung und Einrichten, ersetzt Handschweißen bei Einzelstücken und großen Konstruktionen aber nicht.
Aufgaben
- technische Zeichnungen und Schweißfolgepläne lesen und umsetzen
- Bleche, Rohre und Profile anreißen, brennschneiden und entgraten
- Bauteile kanten, walzen, richten und in Vorrichtungen ausrichten
- Bauteile heften und mit MAG, WIG oder Elektrode verschweißen
- Nähte putzen, schleifen und sichtprüfen
- Maße und Toleranzen mit Messmitteln kontrollieren
- Konstruktionen auf Montagebaustellen zusammenbauen und verschrauben
- Anlagen und Werkzeuge einrichten und instand halten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Konstruktionsmechaniker oder gültige Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606
- räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Zeichnungslesen
- körperliche Belastbarkeit, gute Augen und ruhige Hand
- Sorgfalt, weil fehlerhafte Nähte tragende Teile unbrauchbar machen
- Bereitschaft zu Schichtarbeit und teilweise Montageeinsätzen
- Grundrechnen und Kenntnisse in Werkstoffkunde
- Führerschein bei Montagetätigkeit von Vorteil
Wo man arbeitet
- Stahl- und Metallbaubetriebe
- Behälter- und Apparatebau
- Maschinen- und Anlagenbau
- Fahrzeug- und Nutzfahrzeugbau
- Werften und Schiffbaubetriebe
- Montagebaustellen
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker der Fachrichtung Schweißtechnik dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellen- beziehungsweise Facharbeiterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Während der Ausbildung werden Schweißerprüfungen in mehreren Verfahren und Positionen abgelegt, die regelmäßig verlängert werden müssen. Quereinsteiger qualifizieren sich über mehrmonatige Schweißlehrgänge, etwa an einer Schweißtechnischen Lehranstalt.
Offene Stellen als Konstruktionsmechaniker / Schlosser im Schweißbau
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