Zum Inhalt springen
Technik & Ingenieurwesen

KFZ-Prüfingenieur

Kfz-Prüfingenieure führen Hauptuntersuchungen, Abgasuntersuchungen und Änderungsabnahmen an Fahrzeugen durch und entscheiden, ob ein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen darf. Sie arbeiten für Überwachungsorganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS oder FSP, meist in Werkstätten und Prüfstützpunkten.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als KFZ-Prüfingenieur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.600 € 5.400 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €

Angestellte bei den großen TÜV-Gesellschaften und der DEKRA werden nach Haustarifverträgen bezahlt, die Spanne ist dort eng und meist mit Sonderzahlungen verbunden. Bei GTÜ, KÜS und FSP arbeiten viele Prüfingenieure als selbstständige Partner, deren Einkommen stark von der Zahl der Prüfungen, der Region und der Werkstattanbindung abhängt und deutlich stärker schwankt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Prüfingenieur?

Der größte Teil der Arbeit ist die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO. Dabei wird ein Fahrzeug nach einem festgelegten Katalog geprüft: Bremsverzögerung auf dem Rollenprüfstand, Spiel in Lenkung und Achsgelenken, Zustand von Reifen, Stoßdämpfern, Auspuffanlage und Karosserie, Funktion der Beleuchtung, Rost an tragenden Teilen. Dazu kommt die Abgasuntersuchung mit Auslesen des Fehlerspeichers und Messung am Endrohr. Auf der Bühne wird mit Lampe, Spiegel und Hammer gearbeitet, darunter oft in gebückter Haltung.

Daneben stehen Änderungsabnahmen nach § 19 Abs. 3 StVZO, wenn Kunden Felgen, Fahrwerke, Anhängerkupplungen oder Gasanlagen verbaut haben, sowie Vollgutachten für Einzelfahrzeuge nach § 21, Oldtimerbegutachtungen für das H-Kennzeichen und Schadengutachten oder Gebrauchtwagenbewertungen, je nach Organisation. Jede Untersuchung endet mit einem Prüfbericht, bei Mängeln mit einer nachvollziehbaren Begründung. Die Plakette wird nur bei einem Fahrzeug ohne erhebliche Mängel zugeteilt.

Ein nicht kleiner Teil des Tages besteht aus Gesprächen: Kunden erklären, warum die Plakette nicht kommt, mit Werkstattinhabern Termine abstimmen, Nachprüfungen organisieren. Viele Prüfingenieure fahren eine feste Runde von Vertragswerkstätten ab und prüfen dort an einem halben oder ganzen Tag ein Dutzend Fahrzeuge und mehr.

Wie wird man Kfz-Prüfingenieur?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Ingenieurstudium, in der Regel Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Kraftfahrzeugtechnik oder Elektrotechnik, mindestens als Bachelor. Die Prüfingenieur-Richtlinie verlangt bestimmte Studieninhalte im Bereich Fahrzeugtechnik; fehlen sie, müssen sie nachgeholt werden. Hinzu kommt praktische Erfahrung im Kraftfahrzeugwesen. Die eigentliche Qualifikation vermittelt danach die Überwachungsorganisation selbst: mehrmonatige theoretische Ausbildung, begleitete Prüfungen unter Aufsicht und eine Abschlussprüfung vor einem Prüfungsausschuss. Erst mit der Betrauung durch die Organisation und der Anerkennung durch die Landesbehörde darf selbstständig geprüft werden.

Ein verbreiteter Weg führt über die Kfz-Werkstatt: Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, danach Meister oder Technikerabschluss und ein berufsbegleitendes Studium. Wer aus der Praxis kommt, tut sich mit der Fehlersuche am Fahrzeug leichter als reine Absolventen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Werkstatthallen statt, also bei Zugluft, Lärm, Öl und im Winter in der Kälte. Rücken und Knie werden beansprucht. Der Zeitdruck ist real: Für eine Hauptuntersuchung stehen selten mehr als 30 bis 45 Minuten zur Verfügung, und die Zahl der geprüften Fahrzeuge fließt in vielen Häusern in die Vergütung ein. Gleichzeitig trägt der Prüfingenieur persönliche Verantwortung. Wer eine Plakette an ein verkehrsunsicheres Fahrzeug vergibt, haftet dafür, auch strafrechtlich.

Dazu kommt der Umgang mit Druck von außen. Kunden und Werkstattmeister versuchen mitunter, eine Plakette zu erreichen, die nicht zusteht. Standhaftigkeit gehört zum Handwerkszeug. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Samstagsdienste jedoch üblich, und wer im Außendienst fährt, verbringt Zeit im Auto.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot: Der Fahrzeugbestand wächst, gleichzeitig gehen erfahrene Prüfingenieure in Ruhestand. Wer die Anerkennung hat, findet in der Regel schnell eine Stelle. Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie Assistenzsysteme verändern die Prüfinhalte und verlangen regelmäßige Fortbildung. Entwicklungswege führen zum amtlich anerkannten Sachverständigen mit erweiterten Befugnissen, in die Leitung eines Prüfstützpunkts, in Schadengutachten oder in die Selbstständigkeit als Partner einer Überwachungsorganisation.

Aufgaben

  • Hauptuntersuchungen nach § 29 StVZO an Pkw, Krafträdern und Nutzfahrzeugen durchführen
  • Abgasuntersuchungen und Auslesen der Fahrzeugelektronik
  • Änderungsabnahmen nach § 19 Abs. 3 StVZO bei umgebauten Fahrzeugen
  • Einzelgenehmigungen und Vollgutachten nach § 21 StVZO erstellen
  • Oldtimer für das H-Kennzeichen begutachten
  • Prüfberichte schreiben, Mängel dokumentieren und Plaketten zuteilen
  • Kunden und Werkstattpersonal Mängel und Reparaturbedarf erklären
  • Sicherheitsprüfungen an Nutzfahrzeugen und Anhängern

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Ingenieurstudium in Fahrzeugtechnik, Maschinenbau oder Elektrotechnik mit den geforderten kfz-technischen Studieninhalten
  • Praktische Erfahrung im Kraftfahrzeugwesen, häufig aus Werkstatt oder Entwicklung
  • Erfolgreich absolvierte Prüfingenieur-Ausbildung und Betrauung durch eine anerkannte Überwachungsorganisation
  • Führerschein Klasse B, für Nutzfahrzeugprüfungen zusätzlich CE
  • Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft, Entscheidungen gegen Kundendruck zu vertreten
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit auf der Hebebühne, in der Grube und in kalten Hallen
  • Sorgfalt beim Dokumentieren, da die Prüfberichte rechtlich bindend sind

Wo man arbeitet

  • Prüfstellen und Prüfstützpunkte der Überwachungsorganisationen
  • Kfz-Werkstätten und Autohäuser als Außendienststationen
  • Betriebshöfe von Speditionen und Verkehrsbetrieben
  • Prüfzentren für Nutzfahrzeuge
  • Sachverständigenbüros

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium der Fahrzeugtechnik, des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik mit sechs bis zehn Semestern, ergänzt um Praxiszeit im Kfz-Bereich. Darauf folgt die etwa sechs- bis zwölfmonatige Ausbildung bei einer Überwachungsorganisation mit Theorieblöcken, begleiteten Prüfungen und Abschlussprüfung. Erst die anschließende Betrauung und behördliche Anerkennung berechtigen zur selbstständigen Durchführung von Hauptuntersuchungen.

Offene Stellen als KFZ-Prüfingenieur

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Kfz-Mechatroniker

Kfz-Mechatroniker warten und reparieren Fahrzeuge, suchen Fehler in Mechanik und Elektronik und bauen Zubehör ein. Der Beruf verbindet Schrauben mit Diagnosetechnik am Computer.

Offene Stellen
179
Monatsbrutto
2.300 – 4.800 €

Kfz-Meister

Kfz-Meister leiten die Werkstatt: Sie diagnostizieren schwierige Fehler, prüfen Reparaturen ab, führen das Team und bilden Nachwuchs aus. Der Meisterbrief berechtigt außerdem zur Führung eines eigenen Betriebs.

Offene Stellen
29
Monatsbrutto
3.000 – 6.500 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz