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Handwerk & Produktion

Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas Springer

Kfz-Mechatroniker und Kfz-Monteure im Bereich Fahrzeugglas tauschen Front-, Heck- und Seitenscheiben, reparieren Steinschläge und kalibrieren anschließend die Kamerasysteme der Fahrerassistenz. Als Springer arbeiten sie nicht an einem festen Standort, sondern dort, wo gerade Personal fehlt.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas Springer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.400 € 44.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Region: Betriebe im Kfz-Handwerk zahlen nach den Landestarifverträgen des Kraftfahrzeuggewerbes, große Autoglas-Ketten oft nach eigenen Hausregelungen mit Leistungs- und Umsatzprämien. Für Springer kommen meist Zulagen für Reisebereitschaft, Fahrzeiten sowie Samstags- und Bereitschaftsdienste hinzu, die das reale Monatseinkommen deutlich über das Grundgehalt heben können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker im Fahrzeugglas-Springerdienst?

Der Arbeitstag beginnt mit der Auftragsliste: Steinschlagreparatur an einem Kombi, Frontscheibenwechsel an einem Transporter, eine gesplitterte Seitenscheibe nach einem Einbruch. Bei der Reparatur wird Harz in die Beschädigung eingebracht und mit UV-Licht ausgehärtet. Beim Austausch werden Wischerarme, Verkleidungen, Sensoren und Kameras demontiert, die alte Scheibe mit Schneidwerkzeug oder Draht aus dem Kleberbett gelöst, der Rahmen gereinigt und vorbehandelt, die neue Scheibe eingeklebt und die Aushärtezeit eingehalten. Danach folgt der Teil, der den Beruf in den letzten Jahren verändert hat: Fahrzeuge mit Spurhalteassistent, Notbremsassistent oder Verkehrszeichenerkennung müssen nach dem Scheibenwechsel kalibriert werden, statisch mit Tafeln und Messsystem oder dynamisch auf einer Testfahrt. Dazu kommen Dokumentation, Fotos für die Versicherungsabwicklung, Ersatzteilbestellung und Kundengespräche über Kaskoschäden und Selbstbeteiligung.

Das Besondere an der Springerfunktion: Der Einsatzort wechselt. Wer krankheits-, urlaubs- oder auftragsbedingte Lücken füllt, fährt mal in die Filiale der Nachbarstadt, mal in eine 80 Kilometer entfernte Werkstatt, teils im mobilen Service direkt zum Kunden nach Hause oder in einen Fuhrpark.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker im Fahrzeugglasbereich?

Der klassische Weg ist die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, meist in der Fachrichtung Personenkraftwagentechnik. Viele Autoglas-Betriebe stellen aber auch Bewerber mit anderen technischen Ausbildungen ein oder qualifizieren handwerklich Erfahrene ohne Fachabschluss als Kfz-Monteure. Die eigentliche Verglasungstechnik lernt man ohnehin im Betrieb: interne Schulungen zu Klebesystemen, Herstellerfreigaben und Assistenzsystem-Kalibrierung sind üblich und werden regelmäßig aufgefrischt. Der Führerschein Klasse B ist Voraussetzung, für Servicefahrzeuge mit höherem Gewicht gelegentlich mehr.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Frontscheiben von Transportern sind schwer und sperrig, gearbeitet wird in Zwangshaltungen über dem Motorraum, im Winter in kalten Hallen oder im Freien, wenn der mobile Service unterwegs ist. Kleber und Primer riechen scharf, Schnittverletzungen an Glaskanten gehören zu den Risiken. Sauberkeit entscheidet über die Qualität: eine schlecht vorbereitete Klebefläche führt zu Undichtigkeit, im Extremfall zu einem Sicherheitsproblem, denn die Frontscheibe ist Teil der Karosseriesteifigkeit.

Der Springerdienst bringt zusätzliche Belastung durch Fahrzeiten und wechselnde Teams. Wer jeden Abend zur gleichen Zeit zu Hause sein will, ist damit schlecht bedient. Üblich sind Wochenarbeitszeiten mit Samstagsdiensten im Rotationsprinzip; im Sommer und nach Hagelereignissen steigt das Auftragsvolumen stark, dann fallen Überstunden an. Kundenkontakt ist ständig da, auch mit verärgerten Menschen, deren Auto länger steht als angekündigt.

Aussichten

Fahrzeugglas ist ein stabiles Geschäft: Steinschläge und Scheibenschäden gibt es unabhängig von der Konjunktur, und mit Assistenzsystemen und verklebten Panoramadächern wird die Arbeit technisch anspruchsvoller statt einfacher. Fachkräfte sind in der Branche knapp, Springer besonders, weil die Flexibilität gefordert ist. Entwicklungsmöglichkeiten liegen in der Spezialisierung auf Kalibrierung und Nutzfahrzeugverglasung, in der Rolle als Werkstattleiter oder Filialverantwortlicher, in Technikschulung und Qualitätssicherung. Mit einer Meisterprüfung im Kfz-Handwerk oder einer Weiterbildung zum Kfz-Servicetechniker öffnen sich Wege in Leitung und Kundendienst.

Aufgaben

  • Steinschläge und Risse in Frontscheiben mit Harz reparieren
  • Front-, Heck- und Seitenscheiben aus- und einkleben
  • Verkleidungen, Wischer, Sensoren und Kameras demontieren und montieren
  • Fahrerassistenzsysteme nach dem Scheibenwechsel statisch oder dynamisch kalibrieren
  • Aufträge und Schadenfotos für die Versicherungsabwicklung dokumentieren
  • Kunden zu Reparaturmöglichkeiten, Kaskoschäden und Wartezeiten beraten
  • In wechselnden Filialen oder im mobilen Service Personallücken abdecken
  • Ersatzteile und Verbrauchsmaterial bestellen und Lagerbestand prüfen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder vergleichbare technische Ausbildung, teils Quereinstieg als Monteur möglich
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu täglich wechselnden Einsatzorten
  • Körperliche Belastbarkeit: Heben schwerer Scheiben, Arbeit in Zwangshaltung, Kälte und Nässe
  • Sorgfalt und Verständnis für sicherheitsrelevante Klebeverbindungen
  • Grundkenntnisse in Fahrzeugelektronik und Diagnosetechnik
  • Freundlicher Umgang mit Kunden auch unter Zeitdruck
  • Bereitschaft zu Samstagsdiensten und saisonalen Überstunden

Wo man arbeitet

  • Autoglas-Fachbetriebe und Filialketten
  • Kfz-Werkstätten und Autohäuser mit Verglasungsservice
  • Mobiler Service beim Kunden, in Fuhrparks und Flottenbetrieben
  • Karosserie- und Lackierfachbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit Abschluss vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer. Wer aus einem anderen technischen Beruf kommt, wird häufig als Kfz-Monteur eingestellt und intern zur Verglasungs- und Kalibriertechnik geschult. Herstellerbezogene Schulungen zu Klebesystemen und Assistenzsystemen kommen laufend hinzu.

Offene Stellen als Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas Springer

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