Kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft
Kaufmännische Mitarbeiter in der Energiewirtschaft betreuen Strom- und Gaskunden, rechnen Verbräuche ab und bearbeiten Zählerdaten, Netznutzung und Lieferantenwechsel. Sie arbeiten bei Stadtwerken, Energieversorgern und Netzbetreibern zwischen Kundenservice, Abrechnung und Marktkommunikation.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.500 € | 54.000 € |
Bei kommunalen Stadtwerken und Netzbetreibern richtet sich die Bezahlung meist nach dem Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe (TV-V), teils nach TVöD, mit klaren Entgeltgruppen und Jahressonderzahlung; das liegt oft über dem, was kleinere private Lieferanten und Abrechnungsdienstleister zahlen. Ausschlaggebend sind außerdem die Region und ob die Stelle reine Kundenbetreuung oder anspruchsvollere Aufgaben wie Marktkommunikation und Bilanzierung umfasst.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft?
Der Arbeitstag dreht sich um Verträge, Zählerstände und Zahlen. Kaufmännische Mitarbeiter in der Energiewirtschaft nehmen Kundenanfragen zu Strom-, Gas-, Wärme- oder Wasserlieferungen auf, ändern Tarife, legen Neuverträge an und bearbeiten Kündigungen. Sie prüfen Ablesewerte auf Plausibilität, erstellen Jahresverbrauchsabrechnungen, passen Abschlagszahlungen an und klären Reklamationen, wenn eine Rechnung nicht stimmt. Ein großer Teil der Arbeit ist Marktkommunikation: Lieferantenwechsel, An- und Abmeldungen, Netznutzungsabrechnung und Stammdatenabgleich laufen über standardisierte elektronische Nachrichten zwischen Lieferanten, Netzbetreibern und Messstellenbetreibern. Wenn ein Datensatz abgelehnt wird, muss der Fehler gefunden und der Vorgang neu angestoßen werden.
Dazu kommen Mahnwesen und Forderungsmanagement, Ratenzahlungsvereinbarungen, die Bearbeitung von Förder- und Umlagepositionen, Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen sowie Auswertungen für Vertrieb und Controlling. Gearbeitet wird überwiegend in Abrechnungs- und CRM-Systemen wie SAP IS-U beziehungsweise S/4HANA Utilities, ergänzt um Excel und Ticketsysteme.
Wie wird man kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft?
Der klassische Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung, meist zum Kaufmann für Büromanagement, zum Industriekaufmann oder zur Kauffrau im Dialogmarketing. Es gibt auch die spezialisierte Ausbildung zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann für Energie- und Wasserversorgung, angeboten von Stadtwerken und regionalen Versorgern. Der Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus Banken, Versicherungen, Telekommunikation oder dem Handel kommt und Erfahrung mit Kundenbetreuung und Abrechnung hat, wird häufig eingestellt und im Betrieb angelernt. Die energiewirtschaftlichen Besonderheiten - Marktrollen, Netznutzung, gesetzliche Umlagen - lernt man ohnehin erst im Job und in internen Schulungen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit im Büro oder Homeoffice, geregelt von Montag bis Freitag, oft mit Gleitzeit. Belastend ist weniger die Körperhaltung als der Takt: In der Abrechnungssaison und nach Preisanpassungen stapeln sich Rückfragen, und im Kundenservice folgt ein Anruf auf den nächsten. Preiserhöhungen bringen verärgerte Kunden, Mahnungen und Sperrandrohungen führen zu unangenehmen Gesprächen. Wer schlecht damit umgehen kann, wenn ihm Unmut entgegengebracht wird, für den ihn nicht verantwortlich ist, tut sich schwer.
Gefordert sind Genauigkeit, Ausdauer bei Routinevorgängen und die Bereitschaft, Regeln immer wieder neu zu lernen: Die Branche wird durch Gesetzesänderungen, neue Umlagen, Preisbremsen und Vorgaben der Bundesnetzagentur laufend umgebaut. Vieles ist Massenprozess mit Ausnahmen, und die Ausnahmen kosten die Zeit.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Energieversorger, Stadtwerke, Messstellenbetreiber und branchennahe Dienstleister suchen laufend Personal, weil Smart-Meter-Rollout, Einspeisemanagement und dynamische Tarife neue Prozesse mit hohem Bearbeitungsvolumen erzeugen. Gleichzeitig automatisieren die Unternehmen einfache Massenvorgänge, sodass sich die Arbeit in Richtung Klärfälle, Datenqualität und Prozessbetreuung verschiebt. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Marktkommunikation, Bilanzierung, Energiedatenmanagement oder Forderungsmanagement, über eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Bilanzbuchhalter bis zur Team- oder Gruppenleitung. Wer sich in SAP-Systemen der Versorgungswirtschaft sicher bewegt, ist auch für IT-nahe Rollen und Beratungshäuser interessant.
Aufgaben
- Kundenanfragen zu Strom-, Gas- und Wärmelieferung telefonisch und schriftlich bearbeiten
- Verträge anlegen, Tarife wechseln, Kündigungen und Umzüge abwickeln
- Zählerstände prüfen, Jahresabrechnungen erstellen und Abschläge anpassen
- elektronische Marktnachrichten für Lieferantenwechsel und Netznutzung bearbeiten
- fehlerhafte Datensätze klären und Stammdaten pflegen
- Mahnläufe, Ratenzahlungen und Forderungsmanagement betreuen
- Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen abrechnen
- Auswertungen und Reports für Vertrieb und Controlling erstellen
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
- sicherer Umgang mit Excel, Erfahrung mit SAP IS-U oder ähnlichen Abrechnungssystemen ist ein Vorteil
- Zahlenverständnis und sorgfältige, strukturierte Arbeitsweise
- gutes schriftliches und mündliches Deutsch für Kundenkorrespondenz
- Geduld und Ruhe in Beschwerde- und Mahngesprächen
- Bereitschaft, sich in wechselnde gesetzliche Regelungen einzuarbeiten
Wo man arbeitet
- Stadtwerke und kommunale Versorgungsunternehmen
- überregionale Strom- und Gaslieferanten
- Verteilnetzbetreiber und Messstellenbetreiber
- Shared-Service-Center und Abrechnungsdienstleister der Energiebranche
- Energieberatungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Energie- und Wasserversorgung, zum Industriekaufmann oder zum Kaufmann für Büromanagement, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Alternativ steigen kaufmännisch Ausgebildete aus anderen Branchen als Quereinsteiger ein und werden intern in Abrechnung und Marktkommunikation geschult. Weiterführend sind Fachwirt-Weiterbildungen oder ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Energiewirtschaft möglich.
Offene Stellen als Kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft
In der Suche fortsetzen
Kaufmännischer Mitarbeiter (m/w/d) in der Energiewirtschaft
Kaufmännischer Mitarbeiter in der Energiewirtschaft (m/w/d)
Verwandte Berufe
Industriekaufmann
Industriekaufleute steuern kaufmännische Abläufe in Produktionsbetrieben: Sie beschaffen Material, kalkulieren Preise, betreuen Kunden und buchen Geschäftsvorfälle. Der Beruf ist eine der breitesten kaufmännischen Ausbildungen in der Industrie.
- Offene Stellen
- 37
- Monatsbrutto
- 2.600 – 6.500 €
Sachbearbeiter Abrechnung
Sachbearbeiter in der Abrechnung prüfen Leistungen, Lieferungen oder Arbeitszeiten und erstellen daraus Rechnungen, Gutschriften oder Abrechnungen. Sie klären Abweichungen mit Kunden, Kassen oder internen Abteilungen und arbeiten überwiegend mit ERP- und Abrechnungssoftware.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.800 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...