Was macht ein Java Developer?
Java läuft dort, wo große Datenmengen und viele gleichzeitige Nutzer zusammenkommen: in Kernbanksystemen, Versicherungsanwendungen, Logistikplattformen, Webshops und Behördensoftware. Java Developer bauen die serverseitige Logik dieser Systeme. Sie schreiben Klassen und Services, meist mit Spring Boot, verbinden Anwendungen über REST-Schnittstellen, legen Datenbankzugriffe an und sorgen dafür, dass Transaktionen auch bei Last korrekt durchlaufen.
Ein typischer Tag besteht selten nur aus Programmieren. Es gibt ein kurzes Daily-Meeting im Team, Code Reviews für die Kollegen, Abstimmungen mit Fachabteilungen darüber, was eine Anforderung eigentlich bedeutet, und die Suche nach der Ursache eines Fehlers, der nur in der Produktivumgebung auftritt. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Bestandspflege: Systeme, die seit fünfzehn Jahren laufen, werden erweitert, auf neue Java-Versionen gehoben oder Stück für Stück in kleinere Dienste zerlegt. Wer nur an grüner Wiese interessiert ist, wird in diesem Umfeld selten glücklich.
Wie wird man Java Developer?
Der übliche Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines verwandten Fachs, an Universität, Fachhochschule oder dual. Ebenso anerkannt ist die duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, die drei Jahre dauert und in vielen Unternehmen direkt in eine Entwicklerstelle mündet. Der Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, verlangt aber Nachweise: ein öffentliches Repository mit eigenem Code, abgeschlossene Zertifizierungen oder Projekte aus einem Bootcamp oder einer Umschulung. Entscheidend ist in Bewerbungsgesprächen fast immer die praktische Programmieraufgabe, nicht das Zeugnis.
Neben der Sprache selbst gehören Werkzeuge dazu, die man ohnehin lernen muss: Git, Maven oder Gradle, JUnit, Docker, eine relationale Datenbank und SQL, dazu Kenntnisse in Continuous Integration. Englisch ist Pflicht, weil Dokumentation, Fehlermeldungen und oft auch die Teamsprache englisch sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend und findet fast vollständig am Bildschirm statt. Konzentrationsphasen wechseln mit Unterbrechungen, was viele als anstrengender empfinden als die eigentliche Programmierarbeit. Termindruck entsteht vor Releases, und in Projekten mit Bereitschaftsdienst kann es nachts oder am Wochenende Störungsmeldungen geben. Wer in der Beratung oder bei Dienstleistern arbeitet, reist zu Kunden und wechselt regelmäßig das Projekt und die Umgebung.
Frustrierend ist für manche der Anteil an Altsystemen, unvollständiger Dokumentation und langen Abstimmungswegen, besonders in großen Konzernen und im öffentlichen Sektor. Das Fachgebiet ändert sich zudem laufend; wer sich nicht regelmäßig einarbeitet, verliert nach einigen Jahren den Anschluss. Homeoffice ist in dieser Branche weit verbreitet, oft in hybrider Form.
Aussichten
Die Nachfrage nach Java-Kenntnissen ist stabil, weil enorm viel Bestandssoftware in Java geschrieben ist und über Jahre gepflegt werden muss. Der Einstieg für Berufsanfänger ist allerdings schwieriger geworden; Unternehmen suchen bevorzugt Leute mit einigen Jahren Praxis. Entwicklungswege führen zum Senior Developer mit Spezialisierung auf Architektur, Cloud oder Sicherheit, zum Software-Architekten, zum technischen Teamleiter oder in die Selbstständigkeit als freiberuflicher Entwickler.