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IT & Software

IT-Prozessarchitekt

IT-Prozessarchitekten entwerfen, wie Geschäftsprozesse in IT-Systemen abgebildet werden, und verbinden fachliche Anforderungen mit technischer Umsetzung. Sie modellieren Abläufe, definieren Schnittstellen und begleiten die Einführung neuer Systeme.

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Gehalt

Was man als IT-Prozessarchitekt verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.900 € 5.800 € 58.800 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.300 € 7.500 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 10.000 € 93.600 €

Das Gehalt hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Banken, Versicherungen und Konzerne zahlen deutlich mehr als Mittelstand oder öffentliche Verwaltung, wo der TVöD beziehungsweise TV-L mit Entgeltgruppen 13 bis 15 die Obergrenze setzt. In der Beratung kommen variable Anteile und Reisezulagen hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein IT-Prozessarchitekt?

IT-Prozessarchitekten stehen zwischen Fachabteilung und Entwicklung. Sie nehmen auf, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet - etwa wie eine Bestellung von der Erfassung über die Kreditprüfung bis zur Rechnungsstellung läuft - und übersetzen das in eine Systemlandschaft, die diesen Ablauf trägt. Dazu gehört das Modellieren von Prozessen in BPMN, das Beschreiben von Datenflüssen, das Festlegen von Schnittstellen zwischen ERP, CRM und Fachanwendungen sowie das Bewerten, ob ein Prozess automatisiert, vereinfacht oder ganz gestrichen werden sollte.

Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Gesprächen: Workshops mit Fachbereichen, Abstimmungen mit Entwicklungsteams, Vorstellungsrunden bei Bereichsleitungen. Dazwischen liegt Dokumentationsarbeit - Zielbilder, Architekturentscheidungen, Migrationspläne. In größeren Organisationen kommt Gremienarbeit hinzu: Architekturboards, in denen entschieden wird, ob eine geplante Lösung zur Gesamtarchitektur passt. Wer in Beratungshäusern arbeitet, wechselt regelmäßig das Projekt und damit die Branche.

Wie wird man IT-Prozessarchitekt?

Der Beruf ist keine Ausbildung und kein Einstiegsjob. Üblich ist ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt, dazu mehrere Jahre Praxis als Entwickler, Business Analyst, ERP-Berater oder Projektleiter. Auch Fachinformatiker mit langer Erfahrung und Weiterbildung kommen in die Rolle, ebenso Menschen aus Fachabteilungen, die die Prozesse ihres Bereichs genau kennen und sich technisch weitergebildet haben.

Hilfreich sind Zertifizierungen: TOGAF für Unternehmensarchitektur, BPMN- oder Six-Sigma-Nachweise für Prozessmodellierung, ITIL für Servicethemen, herstellernahe Zertifikate für SAP, Salesforce oder Azure. Entscheidend bleibt aber, ob jemand einen komplizierten Sachverhalt so aufschreiben und erklären kann, dass Fachbereich und Entwicklung dasselbe darunter verstehen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend im Büro oder remote, körperlich unbelastend, dafür mit langen Bildschirmzeiten und vielen Terminen. Belastend ist meist etwas anderes: Prozessarchitekten haben Verantwortung für Entscheidungen, aber selten Weisungsbefugnis. Sie müssen Fachbereiche überzeugen, die an ihren gewachsenen Abläufen hängen, und Widerstand aushalten, wenn eine Umstellung Zuständigkeiten verschiebt. Projekte laufen über Jahre, Ergebnisse sind spät sichtbar, und nicht jedes Zielbild wird umgesetzt.

Vor Releases und Go-lives wird es zeitlich eng, Überstunden sind dann normal. In der Beratung kommt Reisetätigkeit hinzu, teilweise mit mehreren Tagen pro Woche beim Kunden. Wer nur programmieren oder nur konzipieren will, ist hier falsch: Der Beruf lebt von der Mischung, und ein erheblicher Teil ist Kommunikationsarbeit.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil hoch. Fast jedes größere Unternehmen steckt in Systemmodernisierung, Cloud-Migration oder S/4HANA-Umstellungen, und dabei stellt sich immer die Frage, welche Prozesse künftig wie laufen sollen. Erfahrene Leute, die sowohl Fachlichkeit als auch Technik beherrschen, sind knapp.

Entwicklungswege führen in die Enterprise-Architektur, in die Leitung von Programmen und Portfolios, in die IT-Bereichsleitung oder in die selbstständige Beratung. Eine Spezialisierung auf eine Branche - Banken, Versicherungen, Industrie, öffentliche Verwaltung - oder auf eine Plattform erhöht den Marktwert deutlich.

Aufgaben

  • Geschäftsprozesse aufnehmen und in BPMN modellieren
  • Soll-Prozesse und Zielarchitekturen entwerfen
  • Schnittstellen und Datenflüsse zwischen Systemen definieren
  • Workshops mit Fachbereichen moderieren
  • Architekturentscheidungen dokumentieren und in Gremien vertreten
  • Anforderungen für Entwicklungsteams spezifizieren
  • Systemeinführungen und Migrationen fachlich begleiten
  • Automatisierungspotenziale bewerten

Voraussetzungen

  • Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder vergleichbare Qualifikation
  • Mehrere Jahre Praxis in IT-Projekten, Entwicklung oder Fachberatung
  • Kenntnisse in Prozessmodellierung, etwa BPMN, und in Architekturmethoden
  • Verständnis für Datenbanken, Schnittstellen und gängige Unternehmenssoftware
  • Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu präsentieren
  • Durchsetzungsvermögen ohne formale Weisungsbefugnis
  • Englisch für Dokumentation und internationale Projekte

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen größerer Unternehmen
  • IT- und Managementberatungen
  • Software- und Systemhäuser
  • Banken und Versicherungen
  • Behörden und öffentliche IT-Dienstleister
  • Industriekonzerne

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Danach folgen meist drei bis sieben Jahre Praxis als Business Analyst, Entwickler oder Consultant, bevor die Architektenrolle übernommen wird. Ein Quereinstieg über Fachinformatiker-Ausbildung mit Berufserfahrung und Zertifizierungen wie TOGAF oder BPMN ist möglich.

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