Was macht ein IT-Inhouse Consultant?
IT-Inhouse Consultants sind die Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und IT im eigenen Unternehmen. Wenn der Vertrieb ein neues Angebotsformular braucht, die Buchhaltung eine geänderte Rechnungslogik oder die Produktion eine Auswertung über Ausschussquoten, kommt die Anfrage bei ihnen an. Sie sprechen mit den Beteiligten, klären, was tatsächlich gebraucht wird, und übersetzen das in Konfigurationen, Prozessänderungen oder Anforderungen an externe Dienstleister.
Der Alltag besteht zu großen Teilen aus Gesprächen, Dokumentation und Systemarbeit. Typisch ist die Betreuung einer Anwendungslandschaft: SAP, Microsoft Dynamics, Salesforce, ein Warenwirtschafts- oder Personalsystem. Dazu kommt das Anpassen von Berechtigungen, Testen von Updates, Schulen von Anwendern und die Analyse von Störungen, die der First-Level-Support nicht lösen konnte. In Projekten übernehmen Inhouse Consultants die Rolle des internen Auftraggebers gegenüber Beratungshäusern und müssen deren Ergebnisse fachlich bewerten.
Wie wird man IT-Inhouse Consultant?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt. Ebenso verbreitet ist eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder zum Kaufmann für IT-System-Management, gefolgt von Berufsjahren in Support oder Anwendungsbetreuung. Ein nennenswerter Teil der Stellen wird von Quereinsteigern besetzt: Menschen, die aus einer Fachabteilung kommen, dort Key User waren und ihr Prozesswissen in die IT mitbringen. Zertifikate der Hersteller und Kenntnisse in Projektmethoden wie Scrum oder ITIL werden häufig verlangt, sind aber meist im Job erlernbar.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit läuft in der Regel in Gleitzeit, oft mit Homeoffice-Anteil, und ohne Schichtdienst. Belastend sind die Projektphasen: Systemwechsel, Jahresabschlüsse und Releasewechsel erzeugen Termindruck, Wochenendeinsätze bei Migrationen sind nicht ungewöhnlich. Rufbereitschaft kommt vor, wenn kritische Systeme betreut werden.
Schwer fällt vielen der ständige Rollenwechsel zwischen Technik und Verhandlung. Fachabteilungen wünschen sich Lösungen, die im System nicht sinnvoll abbildbar sind; Inhouse Consultants müssen absagen und Alternativen anbieten können, ohne den Kontakt zu verlieren. Wer lieber programmiert und wenig redet, ist hier falsch. Frustrierend ist außerdem, dass gewachsene Systemlandschaften selten sauber sind: Altlasten, undokumentierte Eigenentwicklungen und Zuständigkeitslücken gehören zum Bild. Anders als in der externen Beratung entfällt die Reisetätigkeit, dafür lebt man dauerhaft mit den Folgen eigener Entscheidungen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Systeme eingeführt und brauchen Leute, die sie verstehen und weiterentwickeln; die Umstellung auf SAP S/4HANA und Cloud-Anwendungen bindet auf Jahre Kapazität. Besonders gesucht sind Spezialisierungen in einzelnen Modulen oder Branchenprozessen.
Entwicklungswege führen zur Fachverantwortung für eine Anwendung, in die Projektleitung oder in die Leitung eines IT-Teams. Manche wechseln in die externe Beratung, wo mehr verdient, aber auch mehr gereist wird, andere in Richtung Enterprise Architecture oder Prozessmanagement. Wer sich auf ein einziges veraltetes System festlegt, kann sich langfristig einschränken; regelmäßige Weiterbildung ist Teil des Berufs.