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IT & Software

IT Architect

IT-Architekten entwerfen die technische Struktur von Softwaresystemen und IT-Landschaften: Sie legen fest, welche Komponenten es gibt, wie sie zusammenspielen und welche Technologien eingesetzt werden. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachbereich, Entwicklung und Betrieb.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als IT Architect verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.800 € 5.600 € 6.800 € 67.200 €
Mit Berufserfahrung 6.000 € 7.200 € 8.800 € 86.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.000 € 12.000 € 108.000 €

Entscheidend sind Branche und Standort: Banken, Versicherungen und Softwarekonzerne im Rhein-Main-Gebiet oder in München zahlen deutlich mehr als Mittelstand oder öffentliche Verwaltung. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD Bund/Kommunen (meist Entgeltgruppe 13 bis 15), der am oberen Ende klar unter der Privatwirtschaft liegt; Freiberufler rechnen über Tagessätze ab und liegen bei guter Auslastung darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein IT Architect?

IT-Architekten entscheiden, wie ein System aufgebaut wird. Sie zerlegen Anforderungen in Bausteine, definieren Schnittstellen zwischen Diensten, wählen Datenbanken, Frameworks und Cloud-Plattformen aus und legen fest, wie Daten fließen, wo sie gespeichert werden und wie Systeme im Fehlerfall reagieren. Je nach Zuschnitt der Stelle liegt der Fokus auf einer einzelnen Anwendung (Softwarearchitektur), auf der Verbindung vieler Systeme in einem Unternehmen (Enterprise- oder Integrationsarchitektur) oder auf Infrastruktur und Cloud.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation. Architekten sitzen in Abstimmungen mit Fachabteilungen, um zu verstehen, was tatsächlich gebraucht wird, erklären Entwicklungsteams ihre Entwürfe, verhandeln mit dem Betrieb über Betreibbarkeit und begründen gegenüber der Geschäftsführung, warum eine Lösung Geld kostet. Entscheidungen werden dokumentiert, oft in Form von Architekturdiagrammen und Entscheidungsprotokollen, damit spätere Teams nachvollziehen können, warum etwas so gebaut wurde. Dazu kommen Code-Reviews, Prototypen, Lastabschätzungen sowie Abstimmungen zu Sicherheit, Datenschutz und Lizenzfragen.

Wie wird man IT Architect?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines technischen Fachs und mehrere Jahre praktische Arbeit als Softwareentwicklerin, Systemadministrator oder Beraterin. Architekt ist selten ein Einstiegsberuf: Wer entscheiden soll, wie Systeme gebaut werden, muss selbst gebaut und betrieben haben. Auch der Weg über eine Ausbildung als Fachinformatiker mit anschließender Entwicklungserfahrung ist verbreitet, ebenso der Quereinstieg von Autodidakten mit langer Projekthistorie.

Zertifikate spielen eine Rolle, vor allem in Beratungshäusern: iSAQB Certified Professional for Software Architecture, TOGAF für Enterprise-Architektur sowie Herstellerzertifikate von AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud. Sie ersetzen keine Erfahrung, öffnen aber Türen bei Ausschreibungen und in großen Konzernen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit hohem Anteil an Homeoffice, in der Beratung dagegen oft mit Reisen zum Kunden. Belastend ist weniger die Technik als die Verantwortung ohne direkte Weisungsbefugnis: Architekten müssen Entwürfe durchsetzen, indem sie überzeugen, nicht anordnen. Entscheidungen wirken jahrelang nach, Fehler werden teuer und sind selten schnell zu korrigieren. Dazu kommt der Druck, technisch aktuell zu bleiben, während der Alltag von Meetings gefüllt ist und der eigene Anteil an praktischer Arbeit sinkt. Wer vor allem programmieren möchte, empfindet das oft als Verlust.

Bei Systemausfällen, Migrationen oder Releases fallen Abend- und Wochenendeinsätze an. Rufbereitschaft ist möglich, aber nicht die Regel. Politische Konflikte zwischen Abteilungen landen häufig auf dem Tisch der Architektur.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil hoch, besonders in den Bereichen Cloud-Migration, Datenplattformen, Sicherheit und Modernisierung alter Kernsysteme in Banken, Versicherungen und Industrie. Erfahrene Architekten mit nachweisbaren Projekten finden ohne große Mühe Stellen, während der Einstieg auf Architektenpositionen ohne Vorerfahrung schwer bleibt.

Entwicklungswege führen zum Lead- oder Chefarchitekten mit Verantwortung für die gesamte IT-Landschaft, in die Führung eines Bereichs bis zur CTO-Rolle, in die freiberufliche Beratung mit hohen Tagessätzen oder in eine tiefe technische Spezialisierung, etwa Sicherheit oder verteilte Systeme.

Aufgaben

  • Anforderungen aus Fachbereichen in technische Konzepte übersetzen
  • Systemkomponenten, Schnittstellen und Datenflüsse entwerfen
  • Technologien, Frameworks und Cloud-Dienste auswählen und bewerten
  • Architekturentscheidungen dokumentieren und gegenüber Stakeholdern begründen
  • Entwicklungsteams fachlich beraten und Code-Reviews durchführen
  • Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Skalierbarkeit prüfen
  • Prototypen bauen und Machbarkeit von Lösungen abschätzen
  • Migrationen und Modernisierung bestehender Systeme planen

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik oder vergleichbare Qualifikation, alternativ Ausbildung mit langer Praxis
  • mehrere Jahre Erfahrung in Softwareentwicklung, Systembetrieb oder IT-Beratung
  • fundierte Kenntnisse in verteilten Systemen, Datenbanken und mindestens einer Cloud-Plattform
  • Fähigkeit, technische Sachverhalte für Nichttechniker verständlich darzustellen
  • Durchsetzungsvermögen ohne formale Weisungsbefugnis
  • gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Zertifizierungen wie iSAQB, TOGAF oder Cloud-Zertifikate sind in vielen Stellen erwünscht

Wo man arbeitet

  • IT-Beratungs- und Systemhäuser
  • IT-Abteilungen von Konzernen in Industrie, Handel und Logistik
  • Banken und Versicherungen
  • Softwarehersteller und Produktunternehmen
  • öffentliche Verwaltung und deren IT-Dienstleister
  • freiberufliche Tätigkeit in Projekten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik (drei bis fünf Jahre) und anschließend etwa fünf bis acht Jahre Praxis in Entwicklung oder Betrieb. Die Architektenrolle wird meist intern übernommen, häufig begleitet von einer Zertifizierung wie iSAQB CPSA oder TOGAF. Auch der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mit langer Berufspraxis ist möglich.

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