IT-Application Manager
IT Application Manager betreuen betriebliche Softwaresysteme wie ERP-, Buchhaltungs- oder Controlling-Anwendungen über deren gesamten Lebenszyklus. Sie sind die Schnittstelle zwischen Fachabteilung, IT-Betrieb und Softwareanbieter.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als IT-Application Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.200 € | 6.200 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Entscheidend sind Branche und Systemkenntnis: SAP-Erfahrung im Finanzmodul und Arbeitgeber aus Banken, Versicherungen oder der Industrie liegen deutlich über dem Durchschnitt, kleine Mittelständler und Beratungsprojekte ohne Spezialisierung darunter. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13, mit engerer Spanne und geringerem Spitzenverdienst als in der Privatwirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein IT Application Manager?
IT Application Manager verantworten eine oder mehrere Geschäftsanwendungen im Unternehmen. Im Finanz- und Controlling-Umfeld sind das typischerweise ERP-Module wie SAP FI/CO, Buchhaltungssoftware, Konsolidierungs- und Planungswerkzeuge, Reporting-Systeme oder Tools für Zahlungsverkehr und Treasury. Die Arbeit beginnt selten mit Programmieren. Sie beginnt mit Fragen aus der Fachabteilung: Ein Buchungskreis muss angelegt werden, ein Bericht liefert falsche Werte, eine Schnittstelle zum Bankensystem bricht nachts ab.
Der Alltag besteht aus Störungsanalyse, Konfiguration, Test und Abstimmung. Anwenderanfragen werden im Ticketsystem bearbeitet, Berechtigungen vergeben und dokumentiert, Releases und Patches geplant und in Testsystemen geprüft, bevor sie produktiv gehen. Hinzu kommen Projekte: Einführung eines neuen Moduls, Migration in die Cloud, Anbindung eines weiteren Standorts. Wer im Finanzumfeld arbeitet, muss außerdem Vorgaben aus Revision, Wirtschaftsprüfung und internem Kontrollsystem einhalten. Änderungen an buchungsrelevanten Systemen sind nachweispflichtig.
Wie wird man IT Application Manager?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Systemintegration, oft ergänzt durch Weiterbildung. Ein dritter Weg ist der Quereinstieg aus der Fachabteilung: Wer als Bilanzbuchhalter oder Controller lange mit einem System gearbeitet hat und es technisch versteht, wird häufig zum Key User und von dort zum Application Manager. Herstellerzertifikate, etwa von SAP, Microsoft oder Oracle, sowie ITIL-Schulungen sind gängig und werden von Arbeitgebern oft finanziert.
Was der Beruf verlangt
Die Position sitzt zwischen den Stühlen. Die Fachabteilung will eine schnelle Lösung, der IT-Betrieb pocht auf Prozesse, der Hersteller verweist auf den Standard. Diese Vermittlung kostet Geduld und Kommunikationsarbeit, und wer nur mit Technik zu tun haben möchte, ist hier falsch. Belastungsspitzen folgen dem Finanzkalender: Monatsabschluss, Jahresabschluss, Budgetrunde. Fällt in diesen Tagen ein System aus, wird abends und am Wochenende gearbeitet. Bei kritischen Anwendungen gehört eine Rufbereitschaft dazu, Systemumstellungen finden häufig an Wochenenden statt.
Hinzu kommt Dokumentationsaufwand, den viele als zäh empfinden, der aber bei prüfungsrelevanten Systemen nicht verhandelbar ist. Fachlich muss man sich dauerhaft in zwei Welten bewegen: Buchhaltungslogik verstehen und technische Zusammenhänge beherrschen. Der übrige Alltag ist überwiegend Büroarbeit am Bildschirm, mit Homeoffice-Anteil in vielen Unternehmen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Nahezu jedes mittlere und große Unternehmen betreibt komplexe Finanzsysteme, und die laufende Umstellung auf SAP S/4HANA sowie auf Cloud-Lösungen bindet auf Jahre Kapazität. Erfahrene Leute mit ERP-Kenntnissen im Finanzbereich sind schwer zu finden, was die Verhandlungsposition verbessert.
Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf ein Modul oder eine Prozessdomäne, in die Rolle des Application Owners mit Budget- und Anbieterverantwortung, in die IT-Projektleitung oder in die Beratung. Der Wechsel in ein Beratungshaus bringt meist mehr Geld und deutlich mehr Reisetage. Wer bleibt, kann Teamleitung im Applikationsbetrieb oder eine Position als Business Process Manager anstreben.
Aufgaben
- Betrieb und Konfiguration von ERP-, Buchhaltungs- und Reportingsystemen
- Störungsmeldungen der Anwender analysieren und beheben
- Releases, Patches und Updates planen und in Testsystemen prüfen
- Anforderungen aus Fachabteilungen aufnehmen und in Systemänderungen übersetzen
- Schnittstellen zu Vor- und Nachsystemen überwachen
- Berechtigungskonzepte pflegen und Änderungen revisionssicher dokumentieren
- Externe Dienstleister und Softwareanbieter steuern
- Anwender schulen und Key User betreuen
Voraussetzungen
- Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder BWL oder IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Kenntnisse in mindestens einem größeren Anwendungssystem, im Finanzumfeld meist SAP
- Grundverständnis von Buchhaltung, Kostenrechnung und Abschlussprozessen
- Analytisches Vorgehen bei der Fehlersuche und Sorgfalt bei der Dokumentation
- Fähigkeit, technische Sachverhalte für Fachanwender verständlich zu erklären
- Englisch für Herstellerdokumentation und internationale Abstimmung
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Arbeit während Abschlussphasen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen mit eigener IT-Abteilung
- Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
- IT-Beratungen und Systemhäuser
- Shared-Service-Center und Konzernzentralen
- Behörden, Krankenkassen und öffentliche Einrichtungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor in Wirtschaftsinformatik oder ein vergleichbares Studium mit sechs bis sieben Semestern, gefolgt von zwei bis drei Jahren Praxis im Anwendungssupport oder in Projekten. Alternativ führt eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker mit anschließender Weiterbildung und Herstellerzertifizierung in den Beruf. Der Quereinstieg aus Buchhaltung oder Controlling über die Key-User-Rolle ist verbreitet und wird von Arbeitgebern häufig unterstützt.
Offene Stellen als IT-Application Manager
In der Suche fortsetzenSenior IT-Application Manager (m/w/d)
Senior IT-Application Manager (m/w/d)
IT Application Manager (m/w/d)
IT Application Manager (m/w/d)
Verwandte Berufe
Business Analyst
Business Analysten untersuchen Geschäftsprozesse, erheben Anforderungen von Fachabteilungen und übersetzen sie in Vorgaben für IT-Systeme oder Projekte. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachbereich und Technik.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.600 – 10.000 €
IT-Projektleiter
IT-Projektleiter planen und steuern IT-Vorhaben von der Anforderungsaufnahme bis zur Übergabe in den Betrieb. Sie koordinieren Entwickler, Fachabteilungen und Dienstleister, überwachen Termine, Budget und Qualität und berichten an die Auftraggeber.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 3.800 – 9.500 €
SAP Berater
SAP-Berater führen Unternehmen bei der Einführung und Anpassung von SAP-Software, analysieren Geschäftsprozesse und übersetzen sie in Systemeinstellungen. Sie arbeiten meist projektweise, oft beim Kunden vor Ort oder remote.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.800 – 11.000 €
Systemadministrator
Systemadministratoren halten Server, Netzwerke und Arbeitsplatzrechner eines Unternehmens am Laufen. Sie richten Systeme ein, überwachen sie, beheben Störungen und kümmern sich um Sicherheit und Datensicherung.
- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 2.900 – 7.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...