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Technik & Ingenieurwesen

Ingenieur für baulichen Brandschutz

Ingenieure für baulichen Brandschutz planen und prüfen, wie Gebäude im Brandfall standhalten, wie Rauch abgeführt wird und wie Menschen ins Freie kommen. Sie erstellen Brandschutzkonzepte, führen Nachweise und begleiten Bauvorhaben von der Genehmigung bis zur Abnahme.

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Gehalt

Was man als Ingenieur für baulichen Brandschutz verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.500 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.500 € 84.000 €

Entscheidend sind Anerkennungen wie Nachweisberechtigung oder Prüfsachverständigenstatus, sie heben das Gehalt deutlich. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13 und damit unter den Spitzenwerten großer Ingenieurbüros und der Industrie; Selbstständige mit Sachverständigenaufträgen liegen oft darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Ingenieur für baulichen Brandschutz?

Im Zentrum der Arbeit steht das Brandschutzkonzept: ein Dokument, das für ein konkretes Gebäude beschreibt, welche Bauteile welche Feuerwiderstandsdauer erreichen müssen, wo Brandabschnitte liegen, wie lang Rettungswege sein dürfen, wo Rauchabzüge sitzen und welche Anlagentechnik gefordert ist. Grundlage sind die Landesbauordnungen, Sonderbauverordnungen für Schulen, Krankenhäuser, Versammlungsstätten oder Industriebauten sowie technische Regeln und Normen.

Der Alltag besteht zu großen Teilen aus Prüfen und Schreiben. Architekturpläne werden auf Fluchtwegbreiten, Türöffnungsrichtungen und Abschottungen kontrolliert, Bauteilnachweise geführt, Stellungnahmen zu Abweichungen von der Bauordnung formuliert. Wer im Ingenieurbau arbeitet, rechnet auch: Heißbemessung von Stahl- und Betonbauteilen, Entrauchungssimulationen, Nachweise zur Personenströmung. Dazu kommen Baustellenbegehungen, bei denen kontrolliert wird, ob Kabeldurchführungen sauber abgeschottet und Brandschutztüren richtig eingebaut sind, sowie Abstimmungen mit Bauherren, Architekten, Fachplanern, Prüfingenieuren, Bauaufsicht und Feuerwehr. Ein Teil der Fachleute arbeitet zusätzlich im Bestand und bewertet, wie alte Gebäude ohne Vollsanierung auf ein akzeptables Sicherheitsniveau gebracht werden können.

Wie wird man Ingenieur für baulichen Brandschutz?

Üblich ist ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur, der Sicherheitstechnik oder des Maschinenbaus, häufig ergänzt durch einen Masterstudiengang oder eine Weiterbildung im Brandschutz. Es gibt eigene Studienangebote wie Brandschutzplanung oder Sicherheitstechnik, die meisten Berufstätigen kommen aber über eine Zusatzqualifikation dazu: berufsbegleitende Lehrgänge zum Fachplaner oder zur Fachplanerin für vorbeugenden Brandschutz, Weiterbildungen an Hochschulen und Kammerakademien. Für den öffentlich-rechtlichen Nachweis brauchen viele Bundesländer eine Anerkennung als Prüfsachverständige oder Nachweisberechtigte für Brandschutz, die mehrjährige praktische Erfahrung und eine Prüfung voraussetzt. Auch Bauingenieure mit Erfahrung im Hochbau und Brandschutzbeauftragte mit technischem Studium wechseln in dieses Feld; ohne Studium ist der Einstieg als Techniker mit Fachplanerqualifikation möglich, die Aufstiegsmöglichkeiten sind dann begrenzter.

Was der Beruf verlangt

Die rechtliche Materie ist unübersichtlich: Bauordnungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, Normen ändern sich, und für viele Fragen gibt es keine eindeutige Regel, sondern eine begründete Einzelfallentscheidung. Wer nicht bereit ist, ständig nachzulesen, wird damit nicht glücklich. Dazu kommt Verantwortung: Fehler im Konzept können Leben kosten und führen zu Haftungsfragen.

Der Alltag ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, unterbrochen von Baustellenterminen und Besprechungen. Termindruck entsteht, wenn Genehmigungen hängen oder Bauabläufe an einer Freigabe kleben. Konflikte gehören dazu: Brandschutzanforderungen kosten Geld und Fläche, entsprechend wird um jede Anforderung verhandelt. Überstunden sind in Planungsbüros verbreitet, Reisetätigkeit je nach Projektlage.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Nachweisberechtigte und Prüfsachverständige sind knapp, Sanierung im Bestand, Umnutzungen und der Neubau von Sonderbauten sorgen für dauerhafte Auftragslage, auch in Phasen schwächerer Baukonjunktur. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Selbstständigkeit als Sachverständige, in Bauaufsichtsbehörden und Brandschutzdienststellen, zu Prüforganisationen oder in die Spezialisierung auf ingenieurmethodische Nachweise mit Brand- und Rauchsimulation, die technisch anspruchsvoll und gut bezahlt ist.

Aufgaben

  • Brandschutzkonzepte für Neubauten und Bestandsgebäude erstellen
  • Architektur- und Fachplanungen auf brandschutzrechtliche Anforderungen prüfen
  • Nachweise zur Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen führen
  • Rettungswege, Brandabschnitte und Entrauchung planen
  • Abweichungen von der Bauordnung begründen und mit Behörden abstimmen
  • Baustellen begehen und die Umsetzung des Konzepts kontrollieren
  • Bauherren, Architekten und Feuerwehr fachlich beraten
  • Bestandsgebäude bewerten und Sanierungsmaßnahmen vorschlagen

Voraussetzungen

  • Studium in Bauingenieurwesen, Architektur, Sicherheitstechnik oder vergleichbar
  • Weiterbildung als Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz, für Nachweise oft Anerkennung als Nachweisberechtigter oder Prüfsachverständiger
  • Sicherer Umgang mit Bauordnungsrecht, Sonderbauverordnungen und technischen Normen
  • Fähigkeit, Pläne zu lesen und technische Sachverhalte schriftlich klar darzustellen
  • Verhandlungsgeschick und Standfestigkeit gegenüber Bauherren und Planern
  • Bereitschaft zu Baustellenterminen und Dienstreisen
  • Führerschein Klasse B in der Regel erforderlich

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Brandschutzplanungsbüros
  • Architektur- und Generalplanungsbüros
  • Bauaufsichtsbehörden und Brandschutzdienststellen
  • Prüf- und Sachverständigenorganisationen
  • Bauabteilungen von Industrie, Klinikkonzernen und Immobiliengesellschaften
  • Selbstständige Sachverständigentätigkeit

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen, in der Architektur oder in der Sicherheitstechnik mit einer Regelstudienzeit von sechs bis zehn Semestern. Darauf folgt in der Regel eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz, die einige Monate dauert. Die Anerkennung als Nachweisberechtigter oder Prüfsachverständiger für Brandschutz setzt zusätzlich mehrere Jahre Berufspraxis und eine Prüfung nach Landesrecht voraus.

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