Was macht eine Fachkraft der Immobilienwirtschaft?
Die Immobilienwirtschaft umfasst alles, was mit dem wirtschaftlichen Umgang mit Grundstücken und Gebäuden zu tun hat. In der Verwaltung von Wohnanlagen werden Mietverträge geschlossen und gekündigt, Betriebskostenabrechnungen erstellt, Handwerker beauftragt und Eigentümerversammlungen vorbereitet und geleitet. In der Vermarktung werden Objekte besichtigt, Exposés erstellt, Interessenten geprüft und Kaufverträge bis zum Notartermin begleitet. In der Bewertung werden Verkehrswerte nach Vergleichs-, Ertrags- oder Sachwertverfahren ermittelt, in der Projektentwicklung werden Standorte analysiert, Nutzungskonzepte gerechnet und Bauträger, Behörden und Investoren koordiniert. Im Asset- und Portfoliomanagement großer Bestandshalter geht es um Mietrenditen, Instandhaltungsbudgets und Verkaufsentscheidungen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Rechnen, Schreiben und Verhandeln, ein kleinerer aus Terminen vor Ort.
Wie wird man Fachkraft der Immobilienwirtschaft?
Es gibt zwei Hauptwege. Der eine ist die duale Ausbildung zur Immobilienkauffrau oder zum Immobilienkaufmann, drei Jahre im Betrieb und in der Berufsschule. Der andere ist ein Studium der Immobilienwirtschaft oder des Real Estate Management, meist sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor. Diese Studiengänge werden an Präsenzhochschulen am Campus angeboten, zunehmend aber auch als Fernstudium oder rein virtuelles Onlinestudium mit digitalen Vorlesungen und Onlineprüfungen. Das virtuelle Format richtet sich vor allem an Berufstätige und lässt sich mit einer Stelle in einer Hausverwaltung oder Maklerfirma verbinden; es verlangt allerdings erhebliche Selbstdisziplin, weil Struktur und soziale Einbindung fehlen. Quereinstiege sind in der Branche üblich, besonders im Vertrieb. Wer eigenständig makelt oder verwaltet, braucht eine Gewerbeerlaubnis nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung und muss regelmäßige Weiterbildung nachweisen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist rechtlich dicht: Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Bauordnungsrecht und Steuerfragen bestimmen den Alltag, und Fehler in einer Betriebskostenabrechnung oder einem Vertrag kosten Geld. In der Verwaltung ist der Ton oft rau, weil sich Beschwerden über Schimmel, Lärm und Nebenkosten bündeln; Eigentümerversammlungen können bis in den späten Abend dauern. Im Maklergeschäft hängt das Einkommen an Abschlüssen, Besichtigungen liegen häufig abends und samstags, und ein erheblicher Teil der Arbeit führt zu keinem Ergebnis. Wer eher analytisch arbeitet, sitzt viel vor Tabellen. Ein Führerschein ist in fast allen Bereichen mit Objektbezug nötig.
Aussichten
Der Bestand an Wohn- und Gewerbeimmobilien muss unabhängig von der Konjunktur verwaltet werden, deshalb ist die Nachfrage in der Verwaltung stabil und der Personalmangel dort spürbar. Transaktionsnahe Bereiche wie Vermittlung und Projektentwicklung reagieren dagegen stark auf Zinsen und Baukonjunktur und haben in schwachen Marktphasen deutlich weniger zu tun. Wachstumsthemen sind die energetische Sanierung von Beständen, ESG-Berichtspflichten und die Digitalisierung der Verwaltung. Entwicklungswege führen über Spezialisierungen wie Immobilienbewertung mit Zertifizierung, WEG-Verwaltung, technisches oder kaufmännisches Asset Management, über einen Masterabschluss oder in die Selbstständigkeit.