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Bau & Immobilien

Immobilienwirtschaft

Fachkräfte der Immobilienwirtschaft verwalten, vermieten, verkaufen und entwickeln Gebäude und Grundstücke. Sie bewegen sich zwischen Mietrecht, Zahlen und Menschen – vom Wohnungsübergabeprotokoll bis zur Nebenkostenabrechnung.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Immobilienwirtschaft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.700 € 4.500 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 5.000 € 7.500 € 60.000 €

Entscheidend sind Teilbereich und Arbeitgeber: In der Hausverwaltung und bei kleinen Büros liegen die Gehälter deutlich niedriger als im Asset Management großer Investoren oder bei Banken. Kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen zahlen häufig nach TVöD oder dem Tarifvertrag für die Wohnungswirtschaft, in der Vermittlung besteht das Einkommen dagegen oft zu einem großen Teil aus Provisionen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht man in der Immobilienwirtschaft?

Die Immobilienwirtschaft umfasst alle kaufmännischen Tätigkeiten rund um Gebäude und Grundstücke. In der Verwaltung von Wohnungsbeständen bearbeiten Immobilienkaufleute Mietverträge, rechnen Betriebs- und Heizkosten ab, prüfen Mieterhöhungen auf ihre Zulässigkeit, beauftragen Handwerksbetriebe bei Schäden und begleiten Wohnungsübergaben. In der Wohnungseigentumsverwaltung kommen Eigentümerversammlungen, Beschlussumsetzung und Wirtschaftspläne hinzu. Wer in der Vermittlung arbeitet, bewertet Objekte, erstellt Exposés, führt Besichtigungen durch und begleitet Verkäufe bis zum Notartermin. In der Projektentwicklung geht es um Grundstücksankauf, Kalkulation, Baurecht und Vermarktung noch nicht fertiger Gebäude, im Asset- und Portfoliomanagement um die wirtschaftliche Steuerung großer Bestände für Investoren.

Der Alltag ist stark von Schriftverkehr, Fristen und Software geprägt. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit geht für Telefonate und E-Mails mit Mietern, Eigentümern, Versicherungen, Handwerkern und Behörden drauf. Dazwischen liegen Ortsbegehungen, Übergaben und Termine im Objekt.

Wie kommt man in die Immobilienwirtschaft?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau. Betriebe erwarten meist mittlere Reife oder Abitur. Danach ist die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt oder geprüften Immobilienverwalter üblich. Wer in Bewertung, Projektentwicklung oder Asset Management einsteigen will, studiert häufig Immobilienwirtschaft, Real Estate Management oder Betriebswirtschaft mit entsprechendem Schwerpunkt, als Bachelor oder berufsbegleitend.

Quereinstieg ist verbreitet, besonders in der Hausverwaltung und in der Maklertätigkeit. Kaufmännische Vorerfahrung, Buchhaltungskenntnisse oder ein Hintergrund im Bauhandwerk helfen dabei. Für die selbstständige Vermittlung und Verwaltung ist eine Erlaubnis nach Paragraf 34c Gewerbeordnung nötig, dazu eine regelmäßige Weiterbildungspflicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft überwiegend zu Bürozeiten, Besichtigungen und Eigentümerversammlungen fallen jedoch oft in den Abend oder auf Samstage. In der Verwaltung ist die Belastung hoch: Viele Verwalter betreuen mehr Einheiten, als sich sorgfältig bearbeiten lassen, und stehen zwischen unzufriedenen Mietern und sparsamen Eigentümern. Beschwerden, Konflikte, Zahlungsrückstände und Mängel sind Tagesgeschäft, Anerkennung ist selten. Wer schlecht mit Kritik oder mit Aggression am Telefon umgehen kann, hat es schwer.

Rechtliche Genauigkeit ist Pflicht. Fehler in Abrechnungen oder Fristen kosten Geld und landen vor Gericht. In der Maklertätigkeit hängt das Einkommen oft an Provisionen, die Schwankungen im Markt schlagen unmittelbar durch. Zinsniveau und Baukonjunktur beeinflussen die Branche stark.

Aussichten

Wohnraum wird weiterhin verwaltet, unabhängig von der Konjunktur, deshalb ist die Nachfrage nach Verwaltungsfachkräften stabil und in vielen Regionen unbefriedigt. Der Vermittlungs- und Entwicklungsbereich reagiert dagegen empfindlich auf Zinsen und Baukosten; in schwachen Marktphasen wird dort Personal abgebaut. Entwicklungswege führen von der Sachbearbeitung zur Objekt- oder Teamleitung, in die technische Bestandsbetreuung, ins Asset Management oder in die Sachverständigentätigkeit für Immobilienbewertung. Selbstständigkeit als Verwalter oder Makler ist möglich, verlangt aber Kundenstamm, Kapitalpuffer und Haftpflichtabsicherung.

Aufgaben

  • Mietverträge erstellen, prüfen und Kündigungen bearbeiten
  • Betriebs- und Heizkostenabrechnungen aufstellen
  • Instandsetzungen beauftragen und Handwerkerleistungen abnehmen
  • Wohnungsübergaben durchführen und Protokolle anfertigen
  • Eigentümerversammlungen vorbereiten, leiten und Beschlüsse umsetzen
  • Objekte bewerten, Exposés erstellen und Besichtigungen führen
  • Mietzahlungen überwachen und Mahnverfahren einleiten
  • Wirtschaftspläne und Budgets für Bestände erstellen

Voraussetzungen

  • mittlere Reife, Fachhochschulreife oder Abitur für die Ausbildung
  • Grundkenntnisse in Mietrecht, WEG-Recht und kaufmännischem Rechnen
  • sicherer Umgang mit Verwaltungssoftware und Tabellenkalkulation
  • Belastbarkeit im Umgang mit Beschwerden und Konflikten
  • Führerschein Klasse B für Objektbegehungen
  • für Selbstständige: Erlaubnis nach Paragraf 34c GewO und Weiterbildungsnachweis

Wo man arbeitet

  • Hausverwaltungen und WEG-Verwaltungen
  • kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen
  • Maklerbüros und Immobilienvermittlungen
  • Projektentwickler und Bauträger
  • Banken, Versicherungen und Immobilienfonds
  • Facility-Management-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau mit IHK-Abschluss, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Darauf baut die Weiterbildung zum geprüften Immobilienfachwirt oder Immobilienverwalter auf. Alternativ führt ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium der Immobilienwirtschaft in Bewertung, Projektentwicklung und Asset Management.

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