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Personal & Recruiting

HR Business Partner / Personalreferent

HR Business Partner betreuen Führungskräfte und Beschäftigte eines festgelegten Unternehmensbereichs in allen Personalfragen – von der Einstellung über Entwicklung bis zur Trennung. Sie verbinden Arbeitsrecht, Personalplanung und Beratung im Tagesgeschäft.

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Gehalt

Was man als HR Business Partner / Personalreferent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.900 € 6.000 € 58.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.300 € 8.500 € 75.600 €

Am stärksten wirken Branche und Betriebsgröße: In tarifgebundenen Industrieunternehmen (etwa Metall- und Elektroindustrie, Chemie) und in Konzernen liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Mittelständler, im Sozial- und Bildungsbereich oder im öffentlichen Dienst nach TVöD meist darunter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein HR Business Partner?

Ein HR Business Partner – in vielen Unternehmen weiterhin Personalreferent genannt – ist die personalseitige Ansprechperson für einen bestimmten Bereich: eine Produktionseinheit, eine Vertriebsregion, mehrere Fachabteilungen. Der Alltag besteht aus Beratungsgesprächen mit Führungskräften, Vertragsarbeit und Abstimmung mit dem Betriebsrat. Konkret heißt das: Stellenausschreibungen freigeben und Auswahlgespräche mitführen, Arbeitsverträge und Zusatzvereinbarungen erstellen, Probezeitgespräche vorbereiten, Elternzeit- und Teilzeitanträge prüfen, Zeugnisse formulieren, Abmahnungen und Kündigungen rechtlich sauber aufsetzen.

Dazu kommt die planende Seite: Personalbedarf für das kommende Jahr abschätzen, Stellenpläne und Personalkosten mit dem Controlling abgleichen, Entwicklungsmaßnahmen und Nachfolgeregelungen mit den Bereichsleitungen besprechen, jährliche Gehaltsrunden und Zielvereinbarungen begleiten. In größeren Häusern arbeitet man mit spezialisierten Einheiten zusammen – Recruiting, Payroll, Personalentwicklung –, im Mittelstand macht man vieles davon selbst, bis hin zur Vorbereitung der Lohnabrechnung.

Ein fester Teil des Berufs sind Konflikte: Leistungsprobleme, Vorwürfe wegen Verhaltens, Krankheitsfälle mit betrieblichem Eingliederungsmanagement, Restrukturierungen mit Stellenabbau. Wer diese Gespräche scheut, ist an der falschen Stelle.

Wie wird man HR Business Partner?

Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personal, in Wirtschaftspsychologie, Rechtswissenschaft oder Arbeits- und Organisationssoziologie. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Sachbearbeitung: Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann, einige Jahre in der Personaladministration, dann die Weiterbildung zum Personalfachkaufmann bei der Industrie- und Handelskammer. Diese Prüfung gilt in vielen Unternehmen als vollwertige Eintrittskarte.

Quereinstiege gibt es aus dem Recruiting, aus der Beratung und aus Fachbereichen mit Führungserfahrung. Entscheidend ist in jedem Fall belastbares Wissen im Individual- und Betriebsverfassungsrecht. Wer Betriebsvereinbarungen nicht lesen und Kündigungsfristen nicht rechnen kann, wird in Verhandlungen schnell auffällig.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, die Belastung liegt anderswo. Man arbeitet dauerhaft zwischen Interessen: Führungskräfte wollen schnelle Lösungen, Beschäftigte erwarten Rückhalt, der Betriebsrat prüft jede Maßnahme, die Geschäftsleitung schaut auf Kosten. Man erfährt Dinge, die man nicht weitergeben darf, und muss Entscheidungen vertreten, die man selbst nicht getroffen hat.

Hohe Fallzahlen sind normal, ebenso Phasen mit Restrukturierung, in denen der Job über Wochen aus Trennungsgesprächen besteht. Verlässliche Dokumentation ist Pflicht, weil arbeitsrechtliche Fehler teuer werden. Wer Personalarbeit vor allem als Arbeit mit Menschen versteht, sollte wissen, dass ein erheblicher Teil aus Verträgen, Tabellen und Systempflege besteht.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Fast jedes Unternehmen ab etwa dreihundert Beschäftigten hält solche Stellen vor, und Themen wie Arbeitszeiterfassung, Fachkräftemangel und betriebliches Gesundheitsmanagement binden Kapazität. Einfache Administration wandert dagegen in Shared-Service-Center und Software ab, was den Anspruch an Beratungs- und Rechtskompetenz erhöht.

Entwicklungswege führen in die Leitung eines HR-Bereichs, in Spezialistenrollen wie Vergütung, Arbeitsrecht oder Personalentwicklung, in die Betreuung internationaler Standorte oder in die Personalberatung. Erfahrung mit Tarifbindung und Betriebsratsarbeit ist dabei ein deutlicher Vorteil.

Aufgaben

  • Führungskräfte zu Arbeitsrecht, Vergütung und Personalthemen beraten
  • Arbeitsverträge, Änderungsvereinbarungen und Zeugnisse erstellen
  • Auswahlverfahren begleiten und Einstellungsentscheidungen abstimmen
  • Abmahnungen, Aufhebungsverträge und Kündigungen vorbereiten
  • mit dem Betriebsrat Anhörungen und Betriebsvereinbarungen verhandeln
  • Personalbedarf, Stellenplan und Personalkosten planen
  • Entwicklungs- und Nachfolgemaßnahmen für den betreuten Bereich steuern
  • Krankheits- und Konfliktfälle einschließlich Eingliederungsmanagement bearbeiten

Voraussetzungen

  • Studium mit Personalbezug oder Weiterbildung zum Personalfachkaufmann
  • fundierte Kenntnisse im Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht
  • Erfahrung in der Personalarbeit, meist mehrere Jahre
  • Sicherheit in schwierigen Gesprächen und Verhandlungen
  • Verschwiegenheit und sorgfältige Dokumentation
  • Umgang mit Personalsoftware und Auswertungen in Tabellenform
  • in internationalen Unternehmen gutes Englisch

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen und produzierendes Gewerbe
  • Konzerne mit eigener Personalabteilung
  • Mittelständische Betriebe und Dienstleister
  • Kliniken, Verbände und öffentliche Einrichtungen
  • Personalberatungen und HR-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftspsychologie oder Recht mit Personalschwerpunkt, gefolgt von einigen Jahren in der Personalsachbearbeitung oder im Recruiting. Alternativ führt der Weg über eine kaufmännische Ausbildung und die berufsbegleitende Weiterbildung zum Personalfachkaufmann (IHK), die etwa 18 bis 24 Monate dauert. Die Rolle als Business Partner wird in der Regel erst nach mehrjähriger Praxis übertragen.

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