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Personal & Recruiting

Recruiter

Recruiter besetzen offene Stellen: Sie schreiben Anzeigen, sprechen Kandidaten an, führen Gespräche und begleiten Einstellungen bis zur Vertragsunterschrift. Der Beruf verbindet Vertrieb, Menschenkenntnis und Organisation.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Recruiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.500 € 7.500 € 66.000 €

Entscheidend sind Branche und Arbeitgebertyp: In Personaldienstleistung und Personalberatung ist ein erheblicher Teil des Einkommens variabel und an Besetzungserfolge gekoppelt, während Konzerne mit Tarifbindung (etwa IG Metall, Chemie oder TVöD im öffentlichen Dienst) feste, aber engere Spannen zahlen. Spezialisierung auf IT- oder Ingenieurpositionen und Erfahrung mit Direktansprache heben das Niveau deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Recruiter?

Recruiter sorgen dafür, dass offene Stellen mit passenden Menschen besetzt werden. Am Anfang steht ein Gespräch mit der Fachabteilung: Welche Aufgaben umfasst die Stelle, welche Qualifikationen sind wirklich nötig, welche nur wünschenswert, was darf die Position kosten. Daraus entsteht eine Stellenausschreibung, die auf Jobbörsen, der eigenen Karriereseite und in Netzwerken veröffentlicht wird.

Danach beginnt die Auswahl. Bewerbungen werden gesichtet, Lebensläufe auf Brüche und Passung geprüft, Telefoninterviews geführt. Reichen die Eingänge nicht aus, wird aktiv gesucht: Recruiter durchsuchen Profile auf LinkedIn und Xing, schreiben Kandidaten direkt an und versuchen, Menschen für einen Wechsel zu interessieren, die gar nicht auf Jobsuche sind. Dieses Active Sourcing gehört inzwischen in vielen Bereichen zum Alltag, weil Anzeigen allein keine Bewerber mehr bringen.

Es folgen Gesprächsrunden mit Fachbereich und Führungskraft, Terminkoordination, Absagen, Nachfassen bei Kandidaten, die sich nicht melden. Am Ende steht die Verhandlung über Gehalt, Eintrittstermin und Rahmenbedingungen, oft als Vermittlung zwischen den Erwartungen beider Seiten. Dazu kommt Dokumentation im Bewerbermanagementsystem, Auswertung von Kennzahlen wie Besetzungsdauer und Absprungquoten sowie Mitarbeit an Employer Branding, Karrieremessen und Ausbildungsmarketing.

Wie wird man Recruiter?

Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personal, in Psychologie, Wirtschaftspsychologie, Sozial- oder Geisteswissenschaften. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann, mit anschließender Weiterbildung zum Personalfachkaufmann. Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen stellen häufig Quereinsteiger ein, auch aus dem Vertrieb, dem Einzelhandel oder der Gastronomie, und schulen intern. Wer ein technisches Feld besetzen soll, kommt mit fachlichem Vorwissen leichter ins Gespräch mit Kandidaten.

Was der Beruf verlangt

Recruiting ist zu einem großen Teil Vertriebsarbeit. Wer bei Personaldienstleistern arbeitet, wird an Zahlen gemessen: Besetzungen pro Monat, Anzahl der Ansprachen, Umsatz pro Kandidat. Absagen sind Alltag, sowohl gegenüber Bewerbern als auch von Kandidaten, die kurz vor der Unterschrift abspringen. Das kann frustrieren, besonders bei Positionen, die monatelang offen bleiben.

Die Arbeit findet überwiegend am Schreibtisch und am Telefon statt, häufig mit hohem Anteil an Homeoffice. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Spitzenzeiten und bei Messen oder Abendveranstaltungen aber auch länger. Wer Menschen einschätzen will, braucht Geduld beim Zuhören und muss aushalten, sich zu irren. Gleichzeitig verlangen Fachabteilungen schnelle Ergebnisse und beharren manchmal auf unrealistischen Anforderungsprofilen; hier gehört Widerspruch zum Job.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil, solange Fachkräfte knapp sind, schwankt aber deutlich mit der Konjunktur. In Krisenzeiten werden Einstellungen gestoppt, und Recruiting-Teams gehören zu den ersten, die verkleinert werden. Wer bleibt, hat Entwicklungswege zum Senior Recruiter, zur Teamleitung, in die HR-Business-Partner-Rolle oder in Personalentwicklung und Personalmarketing. Spezialisierung auf gesuchte Felder wie IT, Medizin oder Ingenieurwesen erhöht den Marktwert deutlich, ebenso Erfahrung mit Direktansprache und Bewerbermanagementsystemen. Selbstständigkeit als Personalberater ist ein häufiger nächster Schritt.

Aufgaben

  • Anforderungsprofile mit Fachabteilungen abstimmen
  • Stellenanzeigen formulieren und auf Portalen veröffentlichen
  • Bewerbungen sichten und vorauswählen
  • Kandidaten über Netzwerke direkt ansprechen
  • Telefon- und Videointerviews führen
  • Vorstellungsgespräche organisieren und begleiten
  • Gehalts- und Vertragsverhandlungen vorbereiten
  • Kennzahlen zur Besetzungsdauer auswerten

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung oder Studium, häufig in BWL, Psychologie oder Sozialwissenschaften
  • sicheres Auftreten am Telefon und im Gespräch
  • gutes schriftliches Deutsch, oft auch Englisch
  • Belastbarkeit bei Absagen und Zielvorgaben
  • Interesse an Menschen und Bereitschaft zum Zuhören
  • Grundkenntnisse im Arbeits- und Datenschutzrecht
  • Umgang mit Bewerbermanagementsystemen und Office-Software

Wo man arbeitet

  • Personalabteilungen von Unternehmen
  • Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen
  • Personalberatungen und Headhunting-Boutiquen
  • Kliniken, Behörden und öffentliche Einrichtungen
  • Homeoffice mit Bürotagen

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein drei- bis vierjähriges Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, Psychologie oder einem verwandten Fach, alternativ über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung. Wer bereits im Beruf steht, kann sich über die Weiterbildung zum Personalfachkaufmann IHK oder über Zertifikatskurse im Active Sourcing qualifizieren. Personaldienstleister bilden Quereinsteiger häufig intern in wenigen Monaten ein.

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