Helfer Kunststoff
Helferinnen und Helfer in der Kunststoffverarbeitung bedienen und überwachen Spritzgieß-, Extrusions- oder Blasformanlagen, entnehmen Formteile, prüfen sie auf Fehler und verpacken sie. Der Beruf setzt keine Ausbildung voraus und läuft meist im Schichtbetrieb.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Helfer Kunststoff verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.250 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.450 € | 2.750 € | 3.100 € | 33.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € |
Entscheidend ist, ob der Betrieb an einen Tarifvertrag der Kunststoff verarbeitenden Industrie gebunden ist, etwa die regionalen Tarifverträge mit der IG BCE, oder ob über Zeitarbeit nach dem Tarifvertrag BAP/DGB nahe am Mindestlohn gezahlt wird. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen kommen zu den genannten Werten hinzu und können das Einkommen deutlich erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Helfer Kunststoff?
Helferinnen und Helfer in der Kunststoffverarbeitung arbeiten in Betrieben, die aus Granulat, Folien oder Platten Formteile herstellen: Gehäuse, Verschlüsse, Rohre, Behälter, Autoteile oder Verpackungen. Der Großteil der Arbeit findet an Spritzgießmaschinen und Extrusionsanlagen statt. Helfer füllen Granulat in Trichter oder kontrollieren die automatische Zufuhr, entnehmen fertige Teile, entgraten sie mit Messer oder Schleifgerät, schneiden Angüsse ab und sortieren Ausschuss aus. Sie prüfen Teile per Sichtkontrolle oder mit einfachen Messmitteln wie Messschieber und Lehre, zählen ab, verpacken und etikettieren. Bei Störungen melden sie den Fehler an Einrichter oder Schichtführung, in manchen Betrieben dürfen sie nach Einweisung auch kleine Eingriffe selbst vornehmen. Dazu kommen Reinigung der Arbeitsplätze, Transport von Material mit dem Hubwagen und das Ausfüllen von Produktionslisten.
Wie wird man Helfer Kunststoff?
Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Betriebe lernen neue Kräfte in wenigen Tagen bis Wochen direkt an der Maschine an. Ein Schulabschluss wird oft gern gesehen, ist aber nicht immer Bedingung. Viele steigen über Zeitarbeitsfirmen ein und werden später vom Betrieb übernommen. Wer sich weiterentwickeln will, kann mit Berufserfahrung die zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik nachholen, teils verkürzt oder als Externenprüfung. Ein Staplerschein ist für Quereinsteiger ein nützlicher Zusatz.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend stehend, oft im Takt der Maschine und damit gleichförmig. Wer mehrere Maschinen gleichzeitig betreut, muss aufmerksam bleiben, auch wenn die Handgriffe sich stundenlang wiederholen. In den Hallen ist es häufig warm und laut, je nach Material riecht es nach erhitztem Kunststoff. Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und manchmal Schnittschutzhandschuhe gehören zur Ausstattung. Heben von Kartons und Granulatsäcken belastet Rücken und Arme. Da viele Anlagen rund um die Uhr laufen, ist Zwei- oder Dreischichtbetrieb die Regel, auch Nacht- und Wochenendschichten kommen vor. Das Gehalt liegt ohne Ausbildung nah am unteren Rand der Industrie, Schichtzulagen machen einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Bei Zeitarbeit ist der Arbeitsplatz oft weniger sicher und der Verdienst niedriger als bei Festangestellten.
Aussichten
Die Kunststoffverarbeitung ist in Deutschland eine große Branche mit vielen mittelständischen Betrieben, vor allem für Verpackung, Bau und Automobilzulieferung. Helfer werden laufend gesucht, allerdings schwankt die Nachfrage mit der Konjunktur, und bei Auftragsrückgängen werden zuerst Zeitarbeitskräfte abgebaut. Zunehmende Automatisierung durch Roboterentnahme und Kamerakontrollen verringert einfache Tätigkeiten, während Kräfte, die Anlagen überwachen und Störungen erkennen, gefragt bleiben. Der wichtigste Entwicklungsschritt ist der Berufsabschluss: Mit einer Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer oder Verfahrensmechaniker sind Tätigkeiten als Einrichter und später als Schichtführer möglich, die deutlich besser bezahlt werden.
Aufgaben
- Granulat und Farbstoffe in Maschinen einfüllen oder die Zufuhr kontrollieren
- Formteile aus Spritzgieß- und Blasformmaschinen entnehmen
- Angüsse entfernen und Teile entgraten
- Teile per Sichtprüfung und mit Messschieber auf Fehler kontrollieren
- Ausschuss aussortieren und dokumentieren
- Fertigteile zählen, verpacken und etikettieren
- Störungen an Einrichter oder Schichtführung melden
- Arbeitsplatz und Maschinenumfeld reinigen
Voraussetzungen
- Kein Berufsabschluss erforderlich, Hauptschulabschluss oft erwünscht
- Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nachtschicht
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Heben
- Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Abläufen
- Grundkenntnisse in Deutsch zum Verständnis von Arbeits- und Sicherheitsanweisungen
- Staplerschein von Vorteil
Wo man arbeitet
- Kunststoff verarbeitende Industriebetriebe
- Automobilzulieferer
- Hersteller von Verpackungen und Folien
- Hersteller von Rohren und Bauprodukten aus Kunststoff
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in der Produktion
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt ohne Ausbildung über eine Einarbeitung im Betrieb von wenigen Tagen bis Wochen, häufig über Zeitarbeit. Wer aufsteigen will, kann die zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik absolvieren, mit Berufserfahrung auch als Externenprüfung vor der IHK.
Offene Stellen als Helfer Kunststoff
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Helfer Kunststoff (m/w/d)
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