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Hauswirtschaftsleitung

Hauswirtschaftsleitungen organisieren Verpflegung, Reinigung, Wäscheversorgung und Hausservice in Einrichtungen wie Pflegeheimen, Kliniken oder Internaten. Sie führen ein Team, planen Budgets und verantworten Hygiene- und Qualitätsstandards.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Hauswirtschaftsleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

In kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen richtet sich die Vergütung nach TVöD, AVR Caritas oder AVR Diakonie, meist in den Entgeltgruppen 7 bis 9, dazu kommen Jahressonderzahlung und Zuschläge für Wochenenddienste. Privat geführte Häuser und Dienstleister zahlen ohne Tarifbindung deutlich unterschiedlich; entscheidend sind Größe der Einrichtung, Zahl der geführten Mitarbeitenden und der Umfang des verantworteten Budgets.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Hauswirtschaftsleitung?

Eine Hauswirtschaftsleitung verantwortet alle versorgenden Bereiche eines Hauses: Küche und Speisenverteilung, Reinigung der Wohn- und Funktionsräume, Wäscherei oder Wäschelogistik, Einkauf und Lagerhaltung, teils auch Hausmeisterdienste und Grünanlagen. Der Arbeitstag beginnt oft mit der Dienstübergabe und der Frage, wer ausgefallen ist und wie der Dienstplan trotzdem hält. Danach folgen Bestellungen bei Lieferanten, Kontrolle der Speisepläne auf Kostformen und Allergene, Begehungen der Bereiche, Dokumentation nach HACCP, Gespräche mit Mitarbeitenden, Einweisung neuer Kräfte und Abstimmung mit Pflege, Verwaltung oder Heimleitung. Wer in kleineren Häusern arbeitet, packt regelmäßig selbst mit an: eine Etage reinigen, in der Küche einspringen, Wäsche sortieren. In größeren Einrichtungen verschiebt sich die Arbeit zu Kalkulation, Budgetüberwachung, Ausschreibungen und Personalführung.

Wie wird man Hauswirtschaftsleitung?

Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter, gefolgt von einer Weiterbildung zur Meisterin der Hauswirtschaft, zur Fachwirtin für Hauswirtschaft oder zur staatlich geprüften Wirtschafterin. Diese Aufstiegsfortbildungen dauern in Vollzeit etwa ein Jahr, in Teilzeit zwei bis drei Jahre. Auch aus der Küche kommen viele: Köchinnen und Köche mit Meisterbrief oder Küchenmeisterprüfung übernehmen häufig Leitungen im Verpflegungsbereich. Ein Studium der Ökotrophologie oder des Facility Managements ist ein weiterer Zugang, vor allem in Kliniken und großen Trägern. Quereinstiege gibt es, meist aus Hotellerie oder Gebäudereinigung, verlangen aber Nachweise über Hygienekenntnisse und Erfahrung in der Personalführung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist organisatorisch dicht und verlässt sich auf Menschen, die häufig knapp sind. Personalmangel, hohe Krankheitsquoten und Sprachbarrieren im Team gehören zum Alltag; Dienstpläne müssen kurzfristig umgeworfen werden. Wochenend- und Feiertagsdienste sind in Einrichtungen mit Rundumversorgung üblich, oft im Rufbereitschaftsmodell. Körperlich ist der Beruf nicht leicht: viel Stehen, Gehen, Treppen, gelegentliches Heben, Arbeiten in warmen Küchen und feuchten Wäschereien. Rechtlich trägt die Leitung Verantwortung für Lebensmittelsicherheit, Arbeitsschutz und Hygiene, was Dokumentation und Kontrollen durch Behörden mit sich bringt. Gleichzeitig ist das Budget meist eng, und Wünsche der Bewohner, Vorgaben des Trägers und Kosten pro Portion widersprechen sich regelmäßig. Wer Konflikte scheut oder auf klar abgegrenzte Aufgaben angewiesen ist, findet in dieser Position wenig Ruhe.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil und in der Altenhilfe steigend, weil Häuser gebaut und bestehende Einrichtungen größer werden. Gleichzeitig finden Träger schwer qualifizierte Leitungen, weil der Nachwuchs in der Hauswirtschaft insgesamt gering ist – das verbessert die Verhandlungsposition von Bewerberinnen mit Meisterbrief oder Fachwirtabschluss. Entwicklungswege führen in die Leitung mehrerer Standorte, in die Bereichsleitung Hauswirtschaft bei einem Träger, in das Qualitäts- oder Hygienemanagement, in die Beratung von Einrichtungen oder in die Ausbildung an Fachschulen. Auch ein Wechsel ins Facility Management größerer Unternehmen ist möglich.

Aufgaben

  • Dienst- und Einsatzpläne für Küche, Reinigung und Wäscherei erstellen
  • Speisepläne mit Kostformen und Allergenkennzeichnung abstimmen
  • Lebensmittel, Reinigungs- und Verbrauchsmaterial einkaufen und Lager verwalten
  • Hygienevorgaben nach HACCP kontrollieren und dokumentieren
  • Mitarbeitende einarbeiten, anleiten und beurteilen
  • Budgets kalkulieren, Kosten pro Verpflegungstag überwachen
  • Qualitätskontrollen und Begehungen in den Bereichen durchführen
  • Auszubildende in der Hauswirtschaft betreuen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in der Hauswirtschaft, im Kochberuf oder vergleichbar
  • Aufstiegsfortbildung als Meisterin, Fachwirtin oder Wirtschafterin, alternativ ein einschlägiges Studium
  • Kenntnisse in Lebensmittelhygiene, Arbeitsschutz und Warenwirtschaft
  • Erfahrung in der Führung gemischter, teils angelernter Teams
  • Belastbarkeit, Organisationsvermögen und Durchsetzungsfähigkeit
  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
  • Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Alten- und Pflegeheime
  • Krankenhäuser und Rehakliniken
  • Internate, Wohnheime und Jugendhilfeeinrichtungen
  • Kur- und Bildungshäuser, Klöster
  • Tagungshotels und Betriebsgastronomie
  • Dienstleister für Gebäudereinigung und Catering

Der Weg in den Beruf

Üblich sind eine dreijährige Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter und danach mehrere Jahre Berufspraxis. Darauf folgt eine Aufstiegsfortbildung zur Meisterin der Hauswirtschaft, zur Fachwirtin für Hauswirtschaft oder zur staatlich geprüften Wirtschafterin, in Vollzeit rund ein Jahr, in Teilzeit zwei bis drei Jahre. Alternativ qualifiziert ein Bachelor in Ökotrophologie oder Facility Management für Leitungsstellen in größeren Häusern.

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