Was macht eine Hauswirtschaftskraft im Mobilen Dienst?
Hauswirtschaftskräfte im mobilen Dienst betreuen Menschen in deren Wohnung, die den Haushalt nicht mehr allein führen können. Ein Einsatz dauert meist zwischen einer halben und zwei Stunden. In dieser Zeit werden Böden gewischt, Bad und Küche gereinigt, Wäsche gewaschen und aufgehängt, Betten gewechselt, Lebensmittel eingekauft und einfache Mahlzeiten gekocht oder aufgewärmt. Dazu kommen Begleitungen zum Arzt, zur Bank oder zum Friedhof und Hilfe beim Sortieren von Post.
Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch. Für viele Kundinnen und Kunden ist der Besuch der einzige Kontakt am Tag. Hauswirtschaftskräfte merken oft zuerst, wenn sich etwas verändert: Post bleibt liegen, der Kühlschrank ist voll mit Verdorbenem, jemand ist verwirrt oder gestürzt. Solche Beobachtungen werden an die Pflegefachkräfte oder die Einsatzleitung weitergegeben. Pflegerische Aufgaben im engeren Sinn gehören nicht dazu, kleine Handreichungen wie Hilfe beim Anziehen der Jacke schon.
Zwischen den Einsätzen wird gefahren, meist mit einem Dienstwagen, in der Stadt teils mit dem Rad oder öffentlich. Geleistete Zeiten werden dokumentiert, häufig über eine App auf dem Diensthandy.
Wie wird man Hauswirtschaftskraft im Mobilen Dienst?
Es gibt zwei Wege. Der erste ist die dreijährige duale Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter, alternativ eine zweijährige Ausbildung als Fachpraktiker Hauswirtschaft. Der zweite und in der Praxis häufigere Weg ist der Quereinstieg: Träger stellen Menschen ohne einschlägigen Abschluss ein und schulen sie intern. Erwartet werden dann Haushaltserfahrung, Zuverlässigkeit und in der Regel ein Führerschein der Klasse B. Viele Anbieter verlangen eine kurze Basisqualifikation, etwa einen Kurs in Hygiene, Erste Hilfe und Umgang mit Demenz. Wer länger bleibt, kann Weiterbildungen zur Betreuungskraft nach Paragraf 53c oder zur Pflegehilfskraft anschließen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend: Bücken, Heben, Fensterputzen, Einkäufe in Wohnungen ohne Aufzug tragen. Wohnungen sind manchmal stark verschmutzt, vermüllt oder von Tieren geprägt. Der Zeitdruck ist hoch, weil die Einsätze knapp kalkuliert sind und Fahrtzeiten in Städten schwer planbar bleiben. Frühdienste beginnen oft vor sieben Uhr, Wochenenddienste kommen bei Trägern mit Rundumversorgung dazu.
Schwer fällt vielen die emotionale Seite. Man erlebt Einsamkeit, Verwahrlosung, Demenz und Sterben aus großer Nähe. Gleichzeitig muss man Grenzen setzen, wenn Wünsche über den vereinbarten Leistungsumfang hinausgehen. Wer sich schlecht abgrenzen kann, arbeitet regelmäßig unbezahlt weiter. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich, häufig knapp über dem Mindestlohn, wenn kein Tarifvertrag greift.
Aussichten
Die Nachfrage steigt seit Jahren und wird weiter steigen, weil mehr Menschen im hohen Alter zu Hause leben. Ambulante Dienste, Sozialstationen und Haushaltsdienstleister finden kaum Personal, Bewerbungen werden fast überall angenommen. Die Beschäftigung ist damit sicher, oft aber in Teilzeit angeboten. Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen in die Betreuung, in die Pflegehilfe oder über eine verkürzte Ausbildung in die Pflegefachassistenz. Mit dem Abschluss als Hauswirtschafterin und einer Weiterbildung sind Einsatzplanung, Anleitung neuer Kräfte oder eine Meisterprüfung möglich.