Was macht eine hauswirtschaftliche Assistenz?
Der Arbeitstag beginnt meist früh: Frühstück richten, Getränke verteilen, Geschirr abräumen und in die Spülmaschine einsortieren. Danach werden Zimmer und Gemeinschaftsräume gereinigt, Böden gewischt, Bäder desinfiziert, Betten frisch bezogen. Wäsche wird sortiert, gewaschen, getrocknet, gelegt und auf die Zimmer zurückgebracht, gelegentlich auch geflickt. In der Küche geht es um Vorbereitung: Gemüse putzen, Brote schmieren, Salate anrichten, Speisen portionieren und die vorgegebenen Hygieneregeln einhalten, inklusive Temperaturkontrollen und Dokumentation.
In Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Betreuung kommt der Kontakt mit Menschen hinzu. Wer den Einkauf für eine ältere Dame übernimmt, sitzt oft auch eine Viertelstunde am Küchentisch. Es wird zugehört, beim Anziehen geholfen, an Termine erinnert. In Privathaushalten arbeitet man meist allein und organisiert den Ablauf selbst, in großen Häusern nach Reinigungs- und Dienstplan im Team.
Wie wird man hauswirtschaftliche Assistenz?
Es gibt mehrere Wege. Die klassische Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter dauert drei Jahre im Dualen System. Daneben existieren zweijährige Ausbildungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf, etwa als Fachpraktikerin Hauswirtschaft. Sehr verbreitet ist der Einstieg über Lehrgänge: Kurse zur hauswirtschaftlichen Betreuungskraft oder nach Paragraf 43b SGB XI dauern wenige Wochen bis Monate und werden von Bildungsträgern, Wohlfahrtsverbänden und Volkshochschulen angeboten. Viele Betriebe stellen auch ohne Abschluss ein und schulen intern an. Ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird; in der Betreuung wird meist ein erweitertes Führungszeugnis verlangt, für ambulante Dienste ein Führerschein.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Stehen, Bücken, Heben, Betten beziehen, Wäschewagen schieben, Reinigungsmittel und feuchte Hände über Stunden. Rücken, Knie und Haut merken das nach einigen Jahren. Die Zeitvorgaben sind knapp bemessen, gerade in der Gebäudereinigung und in Häusern mit dünner Personaldecke. Wer in Einrichtungen arbeitet, hat Frühdienste, Wochenend- und Feiertagseinsätze, oft geteilte Dienste. Viele Stellen sind Teilzeit, teils nur wenige Stunden pro Woche, was die Einkommenssituation erschwert.
Dazu kommt die Nähe zu Menschen, denen es nicht gut geht. Demenz, Sterben, Einsamkeit gehören zum Umfeld. Das Ansehen des Berufs ist geringer, als die Verantwortung es rechtfertigt: Ohne funktionierende Hauswirtschaft steht ein Pflegeheim still. Wer Anerkennung sucht, findet sie eher bei den Bewohnern als in der Bezahlung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Zahl älterer Menschen. Einrichtungen, ambulante Dienste, Kliniken, Tagespflegen und Menüservices suchen dauerhaft Personal, auch für Quereinsteiger und für Wiedereinsteigerinnen nach Familienzeit. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Ausbildung zur Hauswirtschafterin nachholen, später die Meisterprüfung ablegen oder sich zur hauswirtschaftlichen Betriebsleitung, zur Betreuungskraft oder zur Pflegehilfskraft weiterqualifizieren. Die Meisterqualifikation öffnet Leitungsstellen für Reinigung, Küche und Wäscherei in größeren Häusern und die Arbeit als Ausbilderin.