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Handwerk & Produktion

Glasfasermonteur

Glasfasermonteure verlegen, spleißen und messen Glasfaserkabel – von der Baugrube in der Straße bis zum Hausanschluss in der Wohnung. Sie sorgen dafür, dass Datennetze physisch funktionieren.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Glasfasermonteur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €

Am stärksten wirkt der Arbeitgebertyp: Netzbetreiber und Stadtwerke zahlen nach Tarif, etwa TV-V, TVöD oder Haustarifen der Telekommunikationsbranche, und liegen deutlich über vielen Subunternehmen im Kabelbau. Auslösung, Montagezuschläge und Überstunden erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen oft erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Glasfasermonteur?

Glasfasermonteure bauen die Leitungen, über die Internet und Telefonie laufen. Die Arbeit beginnt oft im Straßenbereich: Leerrohre werden verlegt, Kabel eingeblasen oder eingezogen, Kabelschächte und Verteiler gesetzt. Anschließend werden die einzelnen Fasern gespleißt, also unter dem Mikroskop des Spleißgeräts thermisch verschweißt. Eine Faser ist dünner als ein Haar, Schmutz oder ein schiefer Schnitt reichen für einen unbrauchbaren Übergang.

Ein zweiter großer Teil ist die Hausinstallation. Dort bohren Monteure die Hauseinführung, verlegen das Kabel bis zum Übergabepunkt in der Wohnung, montieren Glasfaseranschlussdosen und übergeben den Anschluss an den Kunden. Dazu kommt das Messen: Dämpfungsmessung, OTDR-Messung, Dokumentation der Werte im Protokoll. Ohne saubere Messprotokolle wird eine Strecke nicht abgenommen.

Je nach Arbeitgeber überwiegt der Tiefbauanteil, die Spleißarbeit oder die Kundenmontage. Viele Monteure arbeiten in kleinen Teams, oft mit Firmenfahrzeug und wechselnden Baustellen.

Wie wird man Glasfasermonteur?

Ein eigener Ausbildungsberuf mit diesem Namen existiert nicht. Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, Informationselektroniker, IT-Systemelektroniker oder Rohrleitungsbauer, ergänzt durch Herstellerschulungen für Spleißtechnik und Messtechnik. Sehr verbreitet ist der Quereinstieg: Firmen suchen Monteure mit handwerklicher Grundausbildung oder auch angelernte Kräfte und schulen sie in wenigen Wochen auf Spleißgerät, Messtechnik und Dokumentation ein. Wer sich als Spleißer spezialisiert, arbeitet danach oft überwiegend im Netzknoten und in Verteilern statt in der Grube.

Führerschein Klasse B ist praktisch Pflicht, Klasse BE oder C1 ist ein Vorteil. Für Arbeiten im Straßenraum kommen Unterweisungen zu Baustellensicherung und teils Schulungen für Arbeiten in Schächten hinzu.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend im Freien statt, bei Regen, Kälte und Hitze. Knien, Bücken, Heben und Arbeiten in engen Schächten oder Kellern gehören dazu. Gleichzeitig verlangt das Spleißen Feinmotorik, Ruhe und Sauberkeit – ein Widerspruch, der vielen zu schaffen macht: draußen grob, im Spleißzelt fein.

Montage bedeutet oft Reisetätigkeit. Beim Ausbau ganzer Ortsnetze arbeiten Teams wochenweise auswärts mit Übernachtung. Der Zeitdruck ist hoch, weil Fördermittel und Bauabschnitte an Termine gebunden sind. Bei der Kundenmontage kommt Kontakt mit Hauseigentümern und Mietern hinzu, nicht immer freundlich, weil gebohrt und Dreck gemacht wird.

Aussichten

Der Glasfaserausbau in Deutschland ist weit von seinem Ziel entfernt, entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Monteuren – vor allem nach solchen, die spleißen und messen können. Die Auftragslage hängt allerdings an Fördermitteln und Investitionsentscheidungen der Netzbetreiber; einzelne Regionen und Subunternehmer haben Auslastungslücken erlebt.

Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter oder Bauleiter, in die Netzdokumentation und Planung, in die Entstörung und den Netzbetrieb oder über die Meisterprüfung im Elektrohandwerk in die Selbstständigkeit. Wer Messtechnik und Netzabnahme sicher beherrscht, wechselt häufig auf besser bezahlte Stellen bei Netzbetreibern statt bei Subunternehmern.

Aufgaben

  • Leerrohre verlegen und Glasfaserkabel einblasen oder einziehen
  • Fasern mit dem Spleißgerät verschweißen und in Kassetten ablegen
  • Verteiler, Muffen und Netzabschlüsse montieren
  • Hauseinführungen bohren und Anschlussdosen in Wohnungen setzen
  • Dämpfungs- und OTDR-Messungen durchführen
  • Messprotokolle und Netzdokumentation erstellen
  • Störungen an bestehenden Strecken suchen und beheben
  • Baustellen im Straßenraum absichern

Voraussetzungen

  • Handwerkliche Ausbildung, häufig im Elektro-, Bau- oder Informationstechnikbereich, oder gründliche Einarbeitung als Quereinsteiger
  • Führerschein Klasse B, oft BE oder C1
  • Feinmotorik und Geduld für Spleißarbeiten
  • Körperliche Belastbarkeit, Knien, Heben, Arbeiten in Schächten
  • Bereitschaft zu Außendiensttätigkeit und Montagereisen
  • Sorgfalt bei Messung und Dokumentation
  • Freundlicher Umgang mit Kunden bei Hausinstallationen

Wo man arbeitet

  • Tiefbau- und Kabelbauunternehmen
  • Elektro- und Kommunikationstechnikbetriebe
  • Netzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen
  • Stadtwerke und kommunale Netzgesellschaften
  • Dienstleister für Netzdokumentation und Entstörung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung im Elektro- oder Informationstechnikhandwerk oder eine Ausbildung im Rohrleitungs- und Kabelleitungstiefbau. Darauf folgen Herstellerschulungen für Spleiß- und Messtechnik, die wenige Tage bis Wochen dauern. Der Quereinstieg mit betrieblicher Einarbeitung ist in der Branche weit verbreitet.

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