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Geronto-Fachkraft

Geronto-Fachkräfte betreuen alte Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Depressionen oder psychischen Auffälligkeiten. Sie sind examinierte Pflegekräfte mit einer Zusatzqualifikation in Gerontopsychiatrie und arbeiten meist in Pflegeheimen, Tagespflegen oder ambulanten Diensten.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Geronto-Fachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €

Entscheidend ist der Tarif: Nach TVöD-P oder den kirchlichen Werken AVR Caritas und AVR Diakonie liegt die Bezahlung deutlich über der vieler privater Betreiber ohne Tarifbindung. Die gerontopsychiatrische Zusatzqualifikation wird nicht überall gesondert vergütet; Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen machen in der Praxis einen erheblichen Teil des Monatseinkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Geronto-Fachkraft?

Geronto-Fachkräfte, oft als gerontopsychiatrische Fachkräfte bezeichnet, kümmern sich um alte Menschen, deren Erkrankung nicht nur den Körper betrifft. Demenz in allen Stadien, Altersdepression, Wahnvorstellungen, Suchterkrankungen im Alter, Delir nach einem Krankenhausaufenthalt: Das sind die Krankheitsbilder, mit denen sie täglich zu tun haben.

Der Alltag besteht aus Pflege und Begleitung gleichzeitig. Morgens beim Waschen und Anziehen unterstützen, ohne den Bewohner zu überfordern oder zu bevormunden. Ein Bewohner, der seit einer Stunde nach seiner verstorbenen Frau ruft, braucht kein Argument, sondern Zuwendung. Ein anderer schlägt beim Anziehen um sich, weil er die Situation nicht versteht. Geronto-Fachkräfte suchen nach den Auslösern solchen Verhaltens, dokumentieren es und entwickeln mit dem Team Handlungsstrategien. Sie führen Biografiearbeit, gestalten Erinnerungsgruppen, 10-Minuten-Aktivierungen, Sitztanz oder Snoezelen-Angebote. Sie beraten Angehörige, die mit der Wesensveränderung ihres Vaters nicht zurechtkommen, und sie sprechen mit Hausärzten über Medikamente, die müde machen oder Stürze begünstigen.

In vielen Einrichtungen sind sie zugleich Ansprechpartner für Kolleginnen, leiten Fallbesprechungen und schulen intern zu Umgang mit Aggression oder freiheitsentziehenden Maßnahmen.

Wie wird man Geronto-Fachkraft?

Der Weg führt über eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege: Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege. Darauf folgt eine Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft, angeboten von Bildungswerken der Wohlfahrtsverbände, Pflegeschulen und Akademien. Sie umfasst je nach Anbieter etwa 300 bis 800 Unterrichtsstunden über ein bis zwei Jahre, meist berufsbegleitend in Blockwochen, und schließt mit Prüfung und Facharbeit ab. Meist werden ein bis zwei Jahre Berufspraxis vorausgesetzt.

Einen Quereinstieg ohne Pflegeexamen gibt es in diesem Sinn nicht. Wer aus einem anderen Beruf kommt, muss zuerst die dreijährige Pflegeausbildung absolvieren. Betreuungskräfte nach § 43b SGB XI sind etwas anderes: Ihre Qualifikation ist kürzer, sie dürfen keine Pflege im engeren Sinn übernehmen.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst läuft im Schichtsystem mit Früh-, Spät- und teilweise Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen. Körperlich ist die Arbeit anstrengend: Heben, Umlagern, langes Stehen. Psychisch ist sie es noch mehr. Aggression, Beschimpfungen und gelegentlich Schläge kommen vor und sind Krankheitssymptom, nicht persönlich gemeint - das auszuhalten, fällt vielen schwer. Bewohner sterben, und man begleitet sie dabei.

Dazu kommt der Personalmangel. Wer für Aktivierung und Zuwendung eingestellt ist, wird im Alltag häufig in der Grundpflege gebraucht. Die Lücke zwischen dem, was fachlich richtig wäre, und dem, was in der Zeit machbar ist, gehört zu den größten Belastungen des Berufs. Geduld, Selbstreflexion und die Fähigkeit, nach dem Dienst abzuschalten, sind keine Nebensache.

Aussichten

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland steigt, die Nachfrage nach Fachkräften mit gerontopsychiatrischer Qualifikation entsprechend. Stellen sind praktisch überall zu finden, ein Arbeitsplatzrisiko besteht nicht. Weiter geht es über die Wohnbereichsleitung, die Pflegedienstleitung mit entsprechender Weiterbildung, in die Qualitätssicherung, in Beratungsstellen für Demenz oder in die Lehre an Pflegeschulen. Auch ein Pflegestudium ist mit Berufserfahrung möglich.

Aufgaben

  • Grundpflege und Behandlungspflege bei alten Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Verhaltensauffälligkeiten beobachten, dokumentieren und Auslöser einordnen
  • tagesstrukturierende und aktivierende Angebote planen und durchführen
  • Biografiearbeit und Erinnerungspflege mit Bewohnern und Angehörigen
  • Angehörige zu Demenz, Umgang und Entlastungsangeboten beraten
  • Pflegeplanung erstellen und fortschreiben
  • Fallbesprechungen im Team vorbereiten und moderieren
  • Zusammenarbeit mit Hausärzten, Neurologen und gesetzlichen Betreuern

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, etwa als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann
  • Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft
  • meist ein bis zwei Jahre Berufserfahrung vor der Weiterbildung
  • Geduld und Belastbarkeit im Umgang mit Aggression und Verwirrtheit
  • körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und Schichtdienst
  • Bereitschaft zu Wochenend-, Feiertags- und Nachtdiensten
  • erweitertes Führungszeugnis, je nach Träger auch Impfnachweise

Wo man arbeitet

  • stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime
  • gerontopsychiatrische Wohnbereiche und Demenz-Wohngruppen
  • Tages- und Kurzzeitpflege
  • ambulante Pflegedienste
  • gerontopsychiatrische Kliniken und Fachabteilungen
  • Beratungsstellen und Pflegestützpunkte

Der Weg in den Beruf

Zuerst die dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung. Darauf folgt berufsbegleitend die Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft mit etwa 300 bis 800 Stunden über ein bis zwei Jahre, abgeschlossen mit Prüfung und Facharbeit. Träger sind Pflegeschulen, Akademien und Bildungswerke der Wohlfahrtsverbände.

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92
Monatsbrutto
3.600 – 7.000 €

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