Was macht ein Gastronomieleiter?
Gastronomieleiter tragen die Verantwortung für einen gastronomischen Betrieb oder Betriebsteil: Restaurant, Bar, Betriebskantine, Hotelgastronomie, Caterer oder Systemgastronomie-Filiale. Der Tag beginnt meist mit Zahlen aus dem Vortag, Bestellungen bei Lieferanten, Wareneingangskontrolle und dem Dienstplan für die kommenden Wochen. Danach folgt das Tagesgeschäft: Personal einteilen, bei Ausfällen umdisponieren, Reservierungen und Veranstaltungen koordinieren, mit der Küche Absprachen zu Karte und Aktionen treffen, Gäste begrüßen, Beschwerden abfangen und in Spitzenzeiten selbst am Tisch, an der Bar oder an der Ausgabe mitarbeiten.
Der kaufmännische Teil ist genauso wichtig wie der Service. Gastronomieleiter kalkulieren Preise, kontrollieren Warenkosten und Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz, führen Inventuren durch, rechnen Kassen ab und berichten an Inhaber, Franchisegeber oder Regionalleitung. Dazu kommen Hygienevorgaben nach HACCP, Arbeitsschutz, Jugendschutz und Dokumentationspflichten, die bei Kontrollen belastbar sein müssen. Wer Auszubildende im Betrieb hat, plant deren Einsatz und begleitet die Ausbildung.
Wie wird man Gastronomieleiter?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Hotelfachkraft, Kaufmann für Hotelmanagement oder Koch, danach mehrere Jahre Praxis im Service oder in der Küche und Aufstieg über Stationen wie Schichtleitung, Stellvertretung oder Restaurantleitung. Verbreitet sind Weiterbildungen zum Restaurantmeister, zur Küchenmeisterin oder zum Fachwirt im Gastgewerbe. Ein zweiter Weg ist ein Studium in Hotel- und Tourismusmanagement oder Betriebswirtschaft mit anschließendem Trainee-Programm, vor allem in Ketten und Systemgastronomie. Quereinstieg kommt vor, verlangt aber praktisch immer nachweisbare Führungserfahrung im Dienstleistungsbereich und die Bereitschaft, den Betrieb von der Basis her kennenzulernen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo Gäste kommen: abends, an Wochenenden, an Feiertagen, in Saisonbetrieben über Monate mit sehr langen Wochen. Teildienste sind verbreitet. Der Beruf ist körperlich fordernd, weil viel gestanden und gelaufen wird, und psychisch fordernd, weil Personalmangel, kurzfristige Krankmeldungen und hohe Fluktuation den Dienstplan ständig durcheinanderbringen. Wer nicht bereit ist, selbst einzuspringen, hält das selten lange durch.
Dazu kommt der Druck von zwei Seiten: Gäste erwarten Qualität und Freundlichkeit, die Betriebsleitung erwartet Kostenquoten. Konflikte im Team, Kündigungsgespräche und schwierige Gäste gehören zum Alltag. Verlässlichkeit bei Zahlen, ein ruhiger Ton in hektischen Situationen und ein gutes Gedächtnis für Details sind wichtiger als Begeisterung für Essen allein. Die Vereinbarkeit mit Familie ist in vielen Betrieben schwierig, in der Betriebsgastronomie mit Tagesbetrieb deutlich besser.
Aussichten
Die Nachfrage nach erfahrenen Führungskräften in der Gastronomie ist hoch, weil viele nach der Pandemie in andere Branchen gewechselt sind. Wer Verantwortung übernehmen kann und bleibt, findet schnell Stellen. Entwicklungswege führen zur Leitung größerer Häuser, zur Bereichs- oder Regionalleitung in Ketten, in das Food-and-Beverage-Management der Hotellerie, in die Betriebsgastronomie mit ruhigeren Arbeitszeiten oder in die Selbstständigkeit. Auch Wechsel in Einkauf, Vertrieb bei Lebensmittellieferanten oder Beratung sind üblich.