Zum Inhalt springen
Weitere Berufe

Fundraiser Door2Door

Fundraiser im Door2Door-Dialog sprechen Menschen an der Haustür an, stellen die Arbeit gemeinnütziger Organisationen vor und werben um regelmäßige Fördermitgliedschaften. Der Beruf verbindet Kommunikation mit Reisetätigkeit und einer hohen Zahl an Absagen pro Tag.

26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fundraiser Door2Door verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.900 € 2.200 € 2.700 € 26.400 €
Mit Berufserfahrung 2.300 € 2.700 € 3.400 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.600 € 4.500 € 43.200 €

Einen Tarifvertrag gibt es in der Branche nicht. Das Einkommen setzt sich meist aus einem Grundgehalt und Prämien pro vermittelter Fördermitgliedschaft zusammen und schwankt daher stark mit Abschlussquote, Einsatzgebiet und Jahreszeit; einige Agenturen zahlen reine Festgehälter, andere überwiegend erfolgsabhängig.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fundraiser Door2Door?

Fundraiser im Haustürdialog gehen in Wohngebieten von Tür zu Tür und sprechen Menschen persönlich auf die Arbeit einer Hilfsorganisation, eines Umweltverbands oder eines Tierschutzvereins an. Ziel ist keine Bargeldsammlung, sondern der Abschluss langfristiger Fördermitgliedschaften mit monatlichem oder jährlichem Beitrag. Dazu erklären sie Projekte und Finanzierung der Organisation, beantworten Fragen und Einwände, füllen bei Zustimmung das Förderformular auf Papier oder Tablet aus und prüfen die Angaben auf Vollständigkeit.

Gearbeitet wird meist in Teams von vier bis acht Personen, die für eine bis mehrere Wochen in eine Region reisen und dort gemeinsam untergebracht sind. Der Tag beginnt mit einem Briefing und Gesprächstraining, danach folgen etwa fünf bis sechs Stunden im Einsatzgebiet, am Abend werden Ergebnisse ausgewertet und die Verträge zur Organisation weitergeleitet. Angesprochen wird überwiegend nachmittags und am frühen Abend, wenn Menschen zu Hause sind, teils auch samstags.

Wie wird man Fundraiser Door2Door?

Es gibt keine geregelte Ausbildung. Eingestellt wird nach einem Bewerbungsgespräch und häufig einem Probetag oder einer Probewoche; die Einarbeitung erfolgt in einem mehrtägigen Training zu Gesprächsführung, Datenschutz und Inhalten der Organisation, anschließend begleitet durch Teamleitungen im Feld. Viele Agenturen arbeiten mit Studierenden, Reisenden und Menschen in Übergangsphasen, andere bieten unbefristete Festanstellungen mit Sozialversicherung. Wer aus Vertrieb, Gastronomie, Animation oder sozialer Arbeit kommt, findet oft schnell Zugang. Wichtiger als Zeugnisse sind Sprachsicherheit im Deutschen, ein freundliches Auftreten und die Fähigkeit, den Inhalt einer Organisation glaubwürdig zu erklären.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag besteht aus Ablehnung. Auf einen Abschluss kommen viele Dutzend Gespräche, die nach wenigen Sekunden enden, dazu Türen, die zugehen, und gelegentlich Beschimpfungen. Wer das persönlich nimmt, hält den Beruf nicht lange durch. Körperlich bedeutet die Arbeit mehrere Stunden Gehen und Treppensteigen täglich, bei Regen, Kälte und Hitze, das ganze Jahr über. Die Reisetätigkeit erschwert ein festes Privatleben: Wochen fern von der Wohnung, geteilte Zimmer, wechselnde Teams. Bezahlt wird häufig ein Grundgehalt plus Prämien pro vermittelter Fördermitgliedschaft, was das Einkommen schwanken lässt und Druck erzeugt. Die Fluktuation in der Branche ist hoch, viele bleiben nur wenige Monate. Wer bleibt, braucht Ausdauer, Selbstorganisation und eine ehrliche Haltung zur Sache, denn unlautere Gesprächsführung schadet der Organisation und wird von seriösen Agenturen sanktioniert.

Aussichten

Gemeinnützige Organisationen brauchen dauerhaft neue Fördermitglieder, weil Bestände abwandern; der persönliche Dialog bleibt dafür einer der wirksamsten Kanäle. Offene Stellen gibt es deshalb fast durchgehend, der Einstieg ist auch ohne Abschluss möglich. Entwicklungswege führen zur Teamleitung, zur Ausbildung neuer Dialogerinnen und Dialoger, in die Einsatzplanung oder in die Kampagnenkoordination einer Agentur. Wer die Branche versteht, kann später in die Fundraising-Abteilung einer Organisation wechseln, etwa in Bestandsbetreuung, Spenderservice oder Kampagnenmanagement; für höhere Positionen dort werden häufig zusätzlich kaufmännische oder kommunikationsbezogene Qualifikationen erwartet.

Aufgaben

  • Menschen an der Haustür ansprechen und die Organisation vorstellen
  • Projekte, Ziele und Mittelverwendung verständlich erklären
  • Einwände und kritische Fragen sachlich beantworten
  • Fördermitgliedschaften vermitteln und Formulare korrekt ausfüllen
  • Datenschutzvorgaben beim Erfassen von Bank- und Kontaktdaten einhalten
  • Tagesergebnisse dokumentieren und an die Teamleitung melden
  • an Gesprächstrainings und Briefings teilnehmen
  • neue Teammitglieder im Feld begleiten

Voraussetzungen

  • kein bestimmter Schulabschluss erforderlich, Volljährigkeit üblich
  • sehr gutes Deutsch und Freude an Gesprächen mit Fremden
  • Belastbarkeit gegenüber täglicher Ablehnung
  • Bereitschaft zu mehrwöchigen Reisen und Übernachtungen vor Ort
  • körperliche Fitness für Gehen und Treppensteigen bei jedem Wetter
  • Zuverlässigkeit und sauberer Umgang mit personenbezogenen Daten

Wo man arbeitet

  • Fundraising-Agenturen im Auftrag gemeinnütziger Organisationen
  • Wohngebiete und Straßenzüge im Außeneinsatz
  • Umwelt-, Menschenrechts- und Tierschutzorganisationen
  • Hilfswerke und Wohlfahrtsverbände

Der Weg in den Beruf

Ein geregelter Ausbildungsberuf ist das nicht. Der Einstieg erfolgt über Bewerbung und Probetag, danach folgt ein mehrtägiges bezahltes Training zu Gesprächsführung, Inhalten und Datenschutz, ergänzt durch Begleitung im Feld. Wer dauerhaft bleibt, kann nach einigen Monaten Teamleitungsaufgaben übernehmen und intern zur Ausbilderin oder zum Ausbilder qualifiziert werden.

Verwandte Berufe

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst besuchen Kunden vor Ort, beraten zu Produkten und schließen Verträge ab. Sie betreuen ein festes Gebiet, gewinnen Neukunden und arbeiten meist mit Umsatzzielen.

Offene Stellen
51
Monatsbrutto
2.800 – 8.000 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz