Was macht der Frühstücksservice?
Der Arbeitstag beginnt zwischen fünf und halb sieben Uhr. Bevor der erste Gast den Raum betritt, steht das Buffet: Aufschnitt und Käse aufgelegt, Obst geschnitten, Joghurt und Müsli aufgefüllt, Brötchen aufgebacken, Rühreier und Würstchen in den Warmhaltebehältern, Kaffeemaschine gereinigt und befüllt. Während des Service werden Tische eingedeckt und abgeräumt, Kaffee und Tee an den Tisch gebracht, Sonderwünsche notiert, Eierspeisen à la carte bestellt oder selbst zubereitet. Gleichzeitig muss das Buffet permanent nachgefüllt und ordentlich aussehen: leere Platten fallen sofort auf.
Nach dem letzten Gast folgt die Nacharbeit. Speisen werden nach Hygienevorschriften entweder gekühlt zurückgestellt oder entsorgt, Temperaturen dokumentiert, Geschirr in die Spülmaschine geräumt, Böden gewischt, Tische neu eingedeckt für den nächsten Morgen. In kleineren Häusern gehört die Warenbestellung dazu, in großen Hotels übernimmt das die Frühstücksleitung.
Wie wird man Frühstücksservice-Kraft?
Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Viele Häuser stellen an- und ungelernte Kräfte ein und schulen sie in wenigen Tagen ein. Wer aus der Gastronomie kommt, etwa als Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder als Hotelfachfrau, bringt Vorwissen zu Service, Hygiene und Abläufen mit und wird eher für verantwortliche Positionen eingesetzt. Verpflichtend ist die Erstunterweisung nach Infektionsschutzgesetz sowie eine regelmäßige Hygieneschulung nach HACCP-Grundsätzen. Der Beruf ist ein häufiger Einstieg für Menschen mit Sprachlücken, für Wiedereinsteigerinnen nach der Familienphase und für Menschen, die nur Teilzeit arbeiten können.
Was der Beruf verlangt
Der frühe Beginn ist die größte Zumutung. Wer um halb sechs anfängt, steht um vier Uhr auf und muss am Vorabend entsprechend früh ins Bett. Wochenenden und Feiertage sind Hauptgeschäftszeit; gerade dann ist das Haus voll. Die Arbeit ist körperlich: stehen, gehen, tragen, bücken, viele Kilometer zwischen Küche und Saal, schweres Geschirrtablett, Hitze am Toaster und an der Eierstation. Zwischen sieben und neun Uhr ist der Ansturm dicht, dann müssen mehrere Dinge gleichzeitig laufen, ohne dass die Freundlichkeit leidet. Müde, unzufriedene oder eilige Gäste gehören zum Alltag.
Dafür endet die Schicht meist gegen elf oder zwölf Uhr, was den restlichen Tag frei lässt - für viele der entscheidende Vorteil gegenüber dem Abendservice. Häufig sind es geteilte Dienste, befristete Saisonverträge oder Teilzeitstellen mit wenigen Stunden. Die Bezahlung liegt in vielen Betrieben nahe am Mindestlohn.
Aussichten
Hotels und Pensionen suchen ganzjährig Frühstückskräfte, in Tourismusregionen saisonal besonders dringend. Die Einstiegshürde ist niedrig, offene Stellen gibt es fast überall, ein Wechsel des Arbeitgebers ist unkompliziert. Entwicklung geht über die Position der Frühstücksleitung mit Verantwortung für Bestellung, Dienstplan und Einarbeitung neuer Kräfte, über einen Wechsel in den Restaurant- oder Bankettservice oder über eine nachgeholte Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe. Ohne Qualifikation bleibt das Gehalt allerdings dauerhaft im unteren Bereich, weshalb der Beruf für viele eine Übergangs- oder Zuverdienstlösung ist.