Zum Inhalt springen
Handwerk & Produktion

Fluggerätmechaniker

Fluggerätmechaniker bauen, warten und reparieren Flugzeuge, Helikopter und deren Bauteile. Sie arbeiten nach strengen Vorgaben der Luftfahrtbehörden und dokumentieren jeden Arbeitsschritt.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fluggerätmechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €

Große Werften und Hersteller zahlen nach den Tarifverträgen der IG Metall für die Luft- und Raumfahrtindustrie oder nach Haustarifen wie bei Lufthansa Technik, dort liegen die Werte deutlich über denen kleiner Zulieferer und freier Wartungsbetriebe. Deutlich ins Gewicht fallen außerdem Schicht- und Nachtzulagen sowie die Freigabeberechtigung nach EASA Part-66.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fluggerätmechaniker?

Fluggerätmechaniker halten Flugzeuge und Helikopter flugfähig oder bauen sie zusammen. In der Instandhaltung wird nach festen Intervallen geprüft: Triebwerksverkleidungen öffnen, Leitungen auf Risse und Leckagen kontrollieren, Fahrwerke messen, Bremsen und Reifen wechseln, Steuerflächen einstellen. Gefundene Schäden werden nach Handbuch behoben, manchmal genügt eine Reparatur am Bauteil, manchmal muss eine ganze Komponente getauscht werden. In der Fertigung werden Rumpfsegmente vernietet, Strukturteile verklebt, Kabelbäume verlegt und Hydraulikleitungen montiert.

Jeder Arbeitsschritt folgt einer schriftlichen Anweisung und wird schriftlich bestätigt. Diese Dokumentation ist nicht Nebensache, sondern Teil der Arbeit: ohne unterschriebenen Nachweis darf ein Flugzeug nicht starten. Fluggerätmechaniker arbeiten in drei Fachrichtungen - Instandhaltungstechnik, Fertigungstechnik oder Triebwerkstechnik - und meist in kleinen Teams, bei großen Prüfungen an einer Maschine über Wochen.

Wie wird man Fluggerätmechaniker?

Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Ausbildungsbetriebe sind Fluggesellschaften, Wartungsunternehmen, Hersteller und Zulieferer sowie die Bundeswehr. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein, gute Noten in Mathematik und Physik sind üblich, Englisch ist zwingend, weil sämtliche technische Dokumentation englischsprachig ist.

Quereinstieg ist möglich, aber begrenzt. Wer als Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer arbeitet, kann in Fertigung und Strukturmontage einsteigen und wird betrieblich nachqualifiziert. Für eigenverantwortliche Freigaben braucht es zusätzlich die Lizenz nach EASA Part-66, die Theorieprüfungen und mehrjährige nachgewiesene Praxis voraussetzt. Diese Lizenz ist der entscheidende Karriereschritt im Beruf.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Vieles passiert über Kopf, in engen Rumpfsektionen, auf Leitern und Hebebühnen. In Wartungshallen ist es laut, am Vorfeld arbeitet man bei Wind, Regen und Frost. Nachtschicht ist die Regel, nicht die Ausnahme: Linienmaschinen werden geprüft, wenn sie nicht fliegen. Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, in der Fertigung ist die Lage ruhiger und meist im Zweischichtbetrieb.

Dazu kommt der Druck der Verantwortung. Fehler kosten hier Menschenleben, deshalb wird jede Abweichung gemeldet und nichts improvisiert. Wer gern eigene Wege geht, tut sich schwer - der Beruf verlangt exakte Regeltreue, Geduld beim Dokumentieren und die Bereitschaft, eine Arbeit zurückzuweisen, wenn Zweifel bestehen. Zeitdruck ist real: eine Maschine, die in der Halle steht, verdient kein Geld. Voraussetzung sind außerdem Schwindelfreiheit, gutes Farbsehen und eine Sicherheitsüberprüfung für den Flughafenzugang.

Aussichten

Der Luftverkehr wächst wieder, der Wartungsbedarf mit ihm, und viele Werften suchen Fachkräfte. Gleichzeitig ist die Branche krisenanfällig: Pandemien, Ölpreise und Auftragseinbrüche bei Herstellern wirken sich unmittelbar auf Personalplanung und Kurzarbeit aus. Wer die Part-66-Lizenz erwirbt, wird deutlich unabhängiger und kann international arbeiten. Weitere Wege führen über den Industriemeister Luftfahrttechnik, die Technikerschule oder ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Prüfwesen, Fertigungsplanung oder Ausbildung.

Aufgaben

  • Flugzeuge und Bauteile nach festen Wartungsintervallen prüfen
  • Schäden an Struktur, Hydraulik und Fahrwerk beheben
  • Bauteile und Komponenten aus- und einbauen
  • Rumpf- und Flügelsegmente nieten, kleben und montieren
  • Funktionsprüfungen und Messungen durchführen und protokollieren
  • Alle Arbeitsschritte in englischsprachiger Dokumentation nachweisen
  • Fehlerspeicher auslesen und Störungen eingrenzen
  • Werkzeuge, Prüfmittel und Arbeitsplatz nach Vorgabe kontrollieren

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss, häufig Abitur oder Fachabitur
  • Gute Englischkenntnisse für technische Handbücher
  • Sorgfalt und strikte Einhaltung von Vorschriften
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Schwindelfreiheit, gutes Farbsehen, körperliche Belastbarkeit
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten
  • Sauberes Führungszeugnis und Sicherheitsüberprüfung

Wo man arbeitet

  • Wartungswerften von Fluggesellschaften
  • Flugzeug- und Triebwerkshersteller
  • Zulieferbetriebe der Luft- und Raumfahrt
  • Instandhaltungsbetriebe an Flughäfen
  • Bundeswehr und Behörden mit eigenen Luftfahrzeugen
  • Hubschrauberbetriebe und Geschäftsluftfahrt

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Fluggerätmechaniker mit den Fachrichtungen Instandhaltungs-, Fertigungs- oder Triebwerkstechnik, abgeschlossen mit der IHK-Prüfung. Danach folgt in der Instandhaltung meist der Erwerb der Lizenz nach EASA Part-66, die zusätzliche Theorieprüfungen und mehrere Jahre nachgewiesene Praxis erfordert. Weiterführend möglich sind Industriemeister Luftfahrttechnik, staatlich geprüfter Techniker oder ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik.

Offene Stellen als Fluggerätmechaniker

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Industriemechaniker

Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.

Offene Stellen
192
Monatsbrutto
2.600 – 5.500 €

Konstruktionsmechaniker

Konstruktionsmechaniker fertigen und montieren Bauteile und Konstruktionen aus Stahl und anderen Metallen - von Behältern und Rohrleitungen über Stahlbauteile bis zu Maschinenrahmen. Sie schneiden, umformen, schweißen und richten Bleche und Profile nach technischen Zeichnungen aus.

Offene Stellen
31
Monatsbrutto
2.500 – 5.500 €

Kraftfahrzeugmechatroniker

Kraftfahrzeugmechatroniker warten, prüfen und reparieren Autos, Transporter oder Nutzfahrzeuge. Sie arbeiten an Mechanik, Elektronik und Software gleichermaßen und suchen Fehler mit Diagnosegeräten.

Offene Stellen
6
Monatsbrutto
2.300 – 4.900 €

Metallbauer

Metallbauer fertigen und montieren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium und Edelstahl – von Geländern und Toren über Fenster und Fassaden bis zu Hallenkonstruktionen. Sie schneiden, biegen, schweißen und richten die Bauteile in der Werkstatt vor und setzen sie auf der Baustelle zusammen.

Offene Stellen
30
Monatsbrutto
2.400 – 5.200 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz