Was macht ein Field Service Engineer?
Ein Field Service Engineer betreut technische Geräte und Anlagen dort, wo sie im Einsatz sind. Im Umfeld von Gastronomie, Hotellerie und Catering sind das Kombidämpfer, Induktionsherde, Kaffeevollautomaten, Schankanlagen, Eismaschinen, Spülstraßen sowie Kühl- und Tiefkühltechnik. Der Arbeitstag beginnt meist mit einer Tourenliste: geplante Wartungen, Inbetriebnahmen neuer Geräte und Störungsmeldungen, die kurzfristig dazwischenkommen.
Vor Ort wird der Fehler eingegrenzt – über Fehlerspeicher und Servicesoftware, Messungen an Elektrik und Elektronik, Prüfung von Wasserzulauf, Abtauung, Kältekreis oder Mechanik. Danach werden Bauteile getauscht, Parameter neu eingestellt, Dichtungen und Filter erneuert und Sicherheitsprüfungen dokumentiert. Zum Auftrag gehört immer Papierkram: Serviceberichte im Tablet, Ersatzteilbestellungen, Garantieabwicklung, Zeiterfassung. Weil die Geräte im laufenden Betrieb stehen, ist der Kundenkontakt eng. Küchenchefs und Servicekräfte müssen eingewiesen werden, oft mitten in der Vorbereitung, manchmal unter Zeitdruck kurz vor dem Service.
Wie wird man Field Service Engineer?
Der klassische Weg führt über eine technische Ausbildung – Elektroniker für Geräte und Systeme, Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Kälte- und Klimatechnik oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Für Arbeiten am Kältekreis ist ein Sachkundenachweis nach der Kälte-Klima-Verordnung erforderlich, für Gasgeräte eine entsprechende Fachkundeschulung. Wer aus dem Kfz-Handwerk, der Instandhaltung oder von der Bundeswehr kommt, steigt häufig quer ein und wird intern nachqualifiziert. Ein Studium im Maschinenbau oder in der Elektrotechnik ist möglich, aber nicht üblich; die Bezeichnung Engineer folgt hier dem internationalen Sprachgebrauch der Hersteller und nicht einem akademischen Grad. Hersteller und Servicedienstleister schulen produktbezogen, meist in Blöcken mit Zertifizierung. Ein Führerschein Klasse B ist praktisch Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist Außendienst, mit allem, was daran hängt: viel Fahrzeit, wechselnde Baustellen, Arbeit in engen, warmen Küchen und in kalten Lagerräumen. Geräte werden gehoben, Verkleidungen liegend oder kniend demontiert, Kältemittel und Reinigungschemie sicher gehandhabt. Einsätze liegen häufig früh morgens vor Öffnung oder abends nach Betriebsschluss, dazu kommen Rufbereitschaft am Wochenende und gelegentliche Übernachtungen bei weiten Touren.
Schwer fällt vielen die Gleichzeitigkeit: Der Kunde steht daneben, die Küche muss wieder laufen, das Ersatzteil ist nicht im Fahrzeug. Wer schlecht mit Unterbrechungen, Erklärungsarbeit und ungeduldigen Gegenübern umgehen kann, findet den Alltag anstrengend. Verlässlich sind dagegen Selbstständigkeit und wenig Kontrolle im Tagesablauf.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und über die Branchen hinweg stabil. Gastronomiebetriebe können Ausfälle nicht abwarten, Hersteller binden Servicezusagen in ihre Verträge, und qualifizierte Technikerinnen und Techniker fehlen fast überall. Wer Kälte-Sachkunde und Herstellerzertifikate mitbringt, kann sich Stellen aussuchen.
Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf einzelne Produktlinien, in den technischen Support und die Schulung von Kollegen, in die Disposition und Einsatzleitung oder über die Meister- und Technikerprüfung in die Serviceleitung. Manche wechseln in den technischen Vertrieb oder in die Instandhaltung großer Hotel- und Klinikküchen mit festem Standort und geregelteren Zeiten.