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Handwerk & Produktion

Fahrer / Paketzusteller

Paketzusteller fahren feste Touren, liefern Sendungen an Privathaushalte und Firmen aus und holen Rücksendungen ab. Der Job ist körperlich fordernd und läuft unter engem Zeitdruck.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fahrer / Paketzusteller verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.450 € 2.800 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob direkt bei einem großen Zusteller nach Tarif beschäftigt wird oder bei einem Subunternehmer. Beim Marktführer greift der Entgelttarifvertrag für Deutsche Post DHL beziehungsweise Delivery-Gesellschaften, im Subunternehmerbereich liegt die Bezahlung häufig nur beim Mindestlohn; Zuschläge für Samstage und Überstunden machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Verdienstes aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Paketzusteller?

Der Arbeitstag beginnt im Depot: Der Zusteller übernimmt sein Fahrzeug, prüft Reifen, Bremsen und Ladefläche und sortiert die Sendungen für seine Tour. Häufig sind es 120 bis 200 Stopps pro Tag, in Innenstädten mehr, auf dem Land weniger Stopps bei längeren Fahrwegen. Unterwegs wird jede Sendung mit dem Handscanner erfasst, an der Tür übergeben, quittiert oder beim Nachbarn beziehungsweise in einer Filiale abgegeben. Dazu kommen Nachnahmen, Altersprüfungen bei bestimmten Waren, das Einsammeln von Retouren und die Abholung von Geschäftskundensendungen am Nachmittag.

Ein Teil der Arbeit ist Logistik im Kopf: die Reihenfolge der Stopps sinnvoll planen, Parkmöglichkeiten kennen, wissen, in welchem Haus die Klingel nicht funktioniert. Ein anderer Teil ist Kundenkontakt an der Haustür, freundlich auch dann, wenn ein Paket beschädigt ist oder jemand seit drei Tagen wartet. Am Ende der Tour geht es zurück ins Depot: unzustellbare Sendungen abgeben, Bargeld abrechnen, Scanner einlesen, Fahrzeug reinigen.

Wie wird man Paketzusteller?

Es gibt keine eigene Ausbildung. Voraussetzung ist der Führerschein Klasse B, für größere Transporter bis 7,5 Tonnen die Klasse C1. Viele Betriebe schulen neue Kräfte in wenigen Tagen ein und schicken sie zunächst als Beifahrer mit. Ein Schulabschluss wird selten verlangt, ein einwandfreies Führungszeugnis und ausreichende Deutschkenntnisse dagegen fast immer. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen nachholen, sie dauert zwei Jahre und ist der reguläre Einstieg in Disposition und Teamleitung. Berufskraftfahrer und Fachlagerlogistiker wechseln häufig in diesen Bereich, ebenso Quereinsteiger aus Handwerk, Gastronomie und Handel.

Was der Beruf verlangt

Die Belastung ist real: Pakete bis 31,5 Kilogramm, mehrere Hundert Mal Ein- und Aussteigen am Tag, Treppen ohne Aufzug, jedes Wetter. Rücken, Knie und Schultern leiden über die Jahre. Der Arbeitstag beginnt oft zwischen sechs und acht Uhr, im Weihnachtsgeschäft wird er lang, und die Tour ist erst fertig, wenn sie fertig ist. Überstunden sind verbreitet, ebenso Samstagsarbeit.

Der Zeitdruck ist der zweite Punkt. Die Zahl der Stopps ist vorgegeben, Verkehr, Parkplatzsuche und nicht angetroffene Empfänger sind es nicht. Ein Teil der Branche arbeitet mit Subunternehmern, dort sind Bezahlung und Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als bei Direktanstellung. Wer sich bewirbt, sollte klären, wer der tatsächliche Arbeitgeber ist und ob nach Tarif gezahlt wird.

Aussichten

Das Sendungsvolumen wächst weiter, Zusteller werden bundesweit gesucht, in Ballungsräumen dauerhaft. Eine Stelle zu finden ist leicht, eine gute Stelle zu finden weniger. Entwicklungsmöglichkeiten liegen in der Disposition, der Zustellbasisleitung, im Bereich Qualitätssicherung oder im Wechsel auf Nah- und Fernverkehr mit Führerschein CE. Manche machen sich als Subunternehmer selbstständig, was Unternehmerrisiko, Fahrzeugkosten und Personalverantwortung mit sich bringt. Wer körperlich nicht dauerhaft mithalten kann, sollte den Wechsel in eine Lager- oder Bürofunktion früh planen.

Aufgaben

  • Sendungen im Depot übernehmen und für die Tour sortieren
  • Tour fahren und Pakete an Privat- und Geschäftskunden übergeben
  • Zustellungen mit dem Handscanner dokumentieren und quittieren lassen
  • Retouren und Geschäftskundensendungen abholen
  • Nachnahmebeträge einziehen und im Depot abrechnen
  • Nicht zustellbare Sendungen an Nachbarn, Paketshops oder ins Depot zurückgeben
  • Fahrzeug täglich auf Verkehrssicherheit prüfen und sauber halten

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, für schwere Transporter C1
  • Körperliche Belastbarkeit, Heben von Lasten bis 31,5 kg
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, oft früher Arbeitsbeginn
  • Freundlicher Umgang mit Kunden an der Tür
  • Deutschkenntnisse für Kundenkontakt und Scannerbedienung
  • Einwandfreies Führungszeugnis, da Umgang mit Waren und Bargeld
  • Orientierungssinn und Bereitschaft zu Samstagsarbeit

Wo man arbeitet

  • Paket- und Kurierdienste
  • Zustellbasen und Logistikdepots
  • Subunternehmen im Transportgewerbe
  • Post- und Briefdienstleister
  • Speditionen mit Nahverkehrsverteilung

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt meist ohne Ausbildung nach kurzer betrieblicher Einweisung und einigen Tagen als Beifahrer. Wer den Beruf langfristig ausüben will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren, die den Weg in Disposition und Teamleitung öffnet.

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