Fahrer im Menüservice
Fahrerinnen und Fahrer im Menüservice liefern warme oder tiefgekühlte Mahlzeiten an ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen nach Hause, etwa für Essen auf Rädern. Neben dem Fahren gehören kurze Gespräche, ein Blick auf das Befinden der Kundschaft und das Aufnehmen von Bestellungen dazu.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fahrer im Menüservice verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.350 € | 2.600 € | 28.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.250 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.200 € | 32.400 € |
Bei privaten Lieferdiensten liegt der Lohn oft am gesetzlichen Mindestlohn, während Wohlfahrtsverbände nach eigenen Tarifwerken wie dem DRK-Reformtarifvertrag, den AVR der Caritas oder Diakonie oder dem TVöD-angelehnten Tarif der Arbeiterwohlfahrt etwas höher zahlen. Da viele Stellen nur Teilzeit oder Minijob sind, ist das tatsächliche Monatseinkommen meist deutlich niedriger als der hier angegebene Vollzeitwert.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fahrer im Menüservice?
Der Arbeitstag beginnt meist am Vormittag in der Küche oder am Depot. Dort werden die Menüs nach Tourenliste in Thermoboxen oder Kühlbehälter geladen, Sonderkostformen wie Diabetiker- oder pürierte Kost geprüft und der Transporter beladen. Dann folgt eine Tour mit oft 20 bis 40 Stopps, die in einem engen Zeitfenster um die Mittagszeit abgefahren werden muss, damit das Essen warm ankommt. An der Haustür wird das Essen übergeben, manchmal in die Küche getragen oder in den Kühlschrank gestellt. Viele Kundinnen und Kunden leben allein, und der Fahrer ist an manchen Tagen der einzige Mensch, den sie sehen. Deshalb gehört ein kurzer Blick darauf, ob es der Person gut geht, zur Aufgabe. Öffnet niemand, wird nach festgelegtem Ablauf die Zentrale, Angehörige oder der Hausnotruf informiert. Dazu kommen Bestellscheine für die nächste Woche einsammeln, Geschirr zurücknehmen, gelegentlich kassieren und am Ende das Fahrzeug reinigen.
Wie wird man Fahrer im Menüservice?
Eine Berufsausbildung gibt es nicht. Gefordert ist in der Regel ein Führerschein der Klasse B, da meist Pkw oder kleine Transporter bis 3,5 Tonnen gefahren werden. Eingearbeitet wird im Betrieb, häufig durch Mitfahren auf einer Tour und eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz. Wohlfahrtsverbände setzen teils Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr ein. Der Beruf wird oft als Quereinstieg, Nebenjob oder Tätigkeit im Ruhestand ausgeübt. Eine Berufskraftfahrer-Qualifikation ist für diese Fahrzeugklasse nicht nötig.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist kleinteilig und körperlich spürbar: ständiges Ein- und Aussteigen, Treppen ohne Aufzug, Tragen von Boxen bei Regen, Glätte und Hitze. Der Zeitdruck ist hoch, weil Essen nicht warten kann und Staus oder Baustellen die Tour durcheinanderbringen. Da Mahlzeiten an jedem Tag gebraucht werden, fallen auch Wochenenden und Feiertage an, meist im Wechsel. Die Arbeitszeit liegt überwiegend am Vormittag und frühen Mittag, was viele Stellen zu Teilzeit- oder Minijobs macht. Eine volle Stelle allein mit Ausfahrten ist selten. Belastend kann der Umgang mit Kundschaft sein, die verwirrt, einsam oder schwer krank ist, und es kommt vor, dass jemand hilflos oder verstorben in der Wohnung aufgefunden wird. Geduld, Freundlichkeit und Verlässlichkeit zählen hier mehr als fahrerisches Können. Die Bezahlung liegt häufig nahe am gesetzlichen Mindestlohn.
Aussichten
Durch die alternde Bevölkerung und den Wunsch, möglichst lange zu Hause zu leben, wächst der Bedarf an Menüdiensten. Wohlfahrtsverbände und private Anbieter suchen regelmäßig Fahrerinnen und Fahrer, gerade für Teilzeit. Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt: Mit Erfahrung lassen sich Aufgaben in der Tourenplanung, Disposition oder Kundenbetreuung übernehmen, manchmal auch die Leitung eines kleinen Fahrdienstes. Wer sich weiterentwickeln will, kann über den Führerschein C1 oder C in die Lieferlogistik wechseln oder sich in Richtung Alltagsbegleitung, Hausnotruf oder Betreuung nach § 53c SGB XI qualifizieren.
Aufgaben
- Menüs nach Tourenliste kommissionieren und in Thermo- oder Kühlboxen verladen
- Liefertouren mit Pkw oder Transporter im festen Zeitfenster abfahren
- Mahlzeiten an der Haustür übergeben oder in die Wohnung bringen
- Auf das Befinden der Kundschaft achten und Auffälligkeiten an die Zentrale melden
- Bestellungen für die Folgewoche aufnehmen und Geschirr zurücknehmen
- Barzahlungen kassieren und Lieferscheine abzeichnen lassen
- Fahrzeug und Transportbehälter nach Hygienevorgaben reinigen
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse B, oft mit einigen Jahren Fahrpraxis
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
- Ortskenntnis und sicherer Umgang mit Navigationsgerät oder Tourenplan
- Körperliche Belastbarkeit für Treppen, Tragen und häufiges Aus- und Einsteigen
- Freundlicher, geduldiger Umgang mit älteren und kranken Menschen
- Pünktlichkeit und Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdiensten
Wo man arbeitet
- Wohlfahrtsverbände mit Menüdienst wie Essen auf Rädern
- Private Menü- und Mahlzeitenlieferdienste
- Großküchen und Cateringbetriebe
- Senioren- und Pflegeeinrichtungen mit ambulantem Mahlzeitendienst
- Ambulante Pflegedienste
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; der Einstieg erfolgt mit Führerschein Klasse B und einer Einarbeitung von wenigen Tagen bis zwei Wochen im Betrieb. Eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz wird vor Arbeitsbeginn verlangt. Wer langfristig mehr Verantwortung möchte, kann sich über Disposition, den Lkw-Führerschein oder eine Qualifizierung als Betreuungskraft weiterentwickeln.
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Fahrer (m/w/d) im Menüservice
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- 2.100 – 3.600 €
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- 2.200 – 3.400 €
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