Energiemanager
Energiemanager erfassen und bewerten den Energieverbrauch von Unternehmen, Kommunen oder Gebäuden und entwickeln Maßnahmen, um Kosten und Emissionen zu senken. Sie arbeiten zwischen Technik, Zahlen und Verwaltung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Energiemanager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.500 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist zwischen den Entgeltgruppen 10 und 13 mit entsprechend engen Spannen. In der Industrie liegt das Niveau höher, besonders bei Tarifbindung nach IG Metall oder IGBCE; Ingenieurbüros zahlen häufig am unteren Rand.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Energiemanager?
Energiemanager beschäftigen sich mit der Frage, wo in einem Betrieb, einer Liegenschaft oder einer Kommune Energie verbraucht wird und wie sich dieser Verbrauch senken lässt. Der Alltag beginnt meist bei den Daten: Zählerstände auslesen, Lastgänge aus dem Energiemanagementsystem prüfen, Verbräuche einzelner Gebäude oder Produktionslinien vergleichen, Abweichungen erklären. Aus diesen Auswertungen entstehen Kennzahlenberichte für die Geschäftsführung oder den Verwaltungsvorstand.
Der zweite Teil der Arbeit ist die Umsetzung. Energiemanager rechnen Maßnahmen durch – Austausch der Beleuchtung, Optimierung der Heizungsregelung, Wärmerückgewinnung, Photovoltaik auf dem Dach – und stellen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen mit Amortisationszeiten auf. Sie holen Angebote ein, begleiten Ausschreibungen, koordinieren Fachplaner und Handwerksfirmen und prüfen hinterher, ob die versprochene Einsparung tatsächlich eintritt. Dazu kommt der formale Teil: Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 aufbauen und dokumentieren, Audits vorbereiten, Förderanträge stellen, Berichtspflichten zu Emissionen erfüllen. Ein nicht kleiner Teil der Arbeitszeit geht in Besprechungen, in denen technische Notwendigkeiten gegen Budgets abgewogen werden.
Wie wird man Energiemanager?
Der häufigste Weg führt über ein Studium: Energietechnik, Versorgungstechnik, Gebäudetechnik, Maschinenbau, Umwelt- oder Wirtschaftsingenieurwesen, teils auch Energiemanagement als eigener Studiengang. Bachelor genügt in der Regel für den Einstieg.
Der zweite Weg ist der Aufstieg aus der Technik. Wer als Anlagenmechaniker, Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Techniker in der Instandhaltung gearbeitet hat und eine Weiterbildung zum Techniker, Meister oder eine Zertifizierung als Energiemanagementbeauftragter oder Energieberater anschließt, kann in die Rolle wechseln. Für Fördermittelprojekte und die Energieberatung von Gebäuden ist häufig ein Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste nötig, der eigene Qualifikationsnachweise verlangt. Quereinstiege aus dem Controlling gelingen, wenn technisches Verständnis nachweisbar ist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit Tabellen, Software und Berichten – wer sich Technik vor allem praktisch vorstellt, wird enttäuscht. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft, in Heizungskeller, auf Dächer und in Produktionshallen zu gehen, um Anlagen und Zähler tatsächlich anzusehen.
Der schwierigste Teil ist selten die Rechnung, sondern die Durchsetzung. Maßnahmen kosten Geld, greifen in laufende Prozesse ein und stoßen auf Widerstand bei Abteilungen, die andere Prioritäten haben. Erfolge zeigen sich erst nach Monaten oder Jahren. Regeln und Förderbedingungen ändern sich laufend, das Nachlesen gehört dauerhaft dazu. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Kommunen und Behörden mit Gleitzeit; Reisetätigkeit fällt an, wenn mehrere Standorte betreut werden.
Aussichten
Energiekosten, gesetzliche Berichtspflichten und Klimaziele haben die Nachfrage deutlich erhöht. Kommunen richten Stellen für kommunales Energiemanagement ein, produzierende Betriebe brauchen Nachweise für Strompreisentlastungen, Wohnungsunternehmen und Krankenhäuser suchen Fachleute für ihre Liegenschaften. Der Bedarf übersteigt derzeit das Angebot an qualifizierten Bewerbern.
Entwicklungswege führen zur Leitung eines Energie- oder Nachhaltigkeitsteams, zum Nachhaltigkeitsmanagement mit Berichtspflichten nach europäischen Vorgaben, in die technische Gebäudeausrüstung oder in die selbstständige Energieberatung. Spezialisierung auf Contracting, Wärmeplanung oder industrielle Prozesswärme erhöht den Marktwert.
Aufgaben
- Energieverbräuche und Lastgänge erfassen und auswerten
- Einsparmaßnahmen technisch und wirtschaftlich bewerten
- Energiemanagementsystem nach ISO 50001 aufbauen und pflegen
- Audits und Zertifizierungen vorbereiten und begleiten
- Förderanträge stellen und Nachweise erbringen
- Anlagen und Gebäude vor Ort begehen
- Sanierungs- und Modernisierungsprojekte koordinieren
- Kennzahlen und Berichte für die Leitung erstellen
Voraussetzungen
- Studium im Bereich Energie-, Versorgungs-, Umwelt- oder Wirtschaftsingenieurwesen oder Technikerabschluss mit Zusatzqualifikation
- technisches Verständnis für Heizungs-, Lüftungs- und Elektroanlagen
- sicherer Umgang mit Tabellenkalkulation und Energiemanagementsoftware
- Kenntnisse in Wirtschaftlichkeitsrechnung und im einschlägigen Energie- und Förderrecht
- Durchsetzungsvermögen und Geschick im Umgang mit unterschiedlichen Abteilungen
- Führerschein bei Betreuung mehrerer Standorte
Wo man arbeitet
- Industrie- und Produktionsbetriebe
- Stadtverwaltungen und Landkreise
- Energieversorger und Stadtwerke
- Wohnungs- und Immobilienunternehmen
- Krankenhäuser, Hochschulen und große Liegenschaftsverwaltungen
- Ingenieur- und Energieberatungsbüros
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Energie-, Versorgungs- oder Wirtschaftsingenieurwesen, oft ergänzt durch einen Master. Alternativ führt der Weg über eine technische Ausbildung, eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister und eine Zertifizierung als Energiemanagementbeauftragter oder Energieberater, die je nach Anbieter wenige Wochen bis mehrere Monate dauert.
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