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Handwerk & Produktion

Elektroniker Sicherheitstechnik

Elektroniker für Sicherheitstechnik installieren, programmieren und warten Einbruchmelde-, Brandmelde-, Video- und Zutrittskontrollanlagen. Sie arbeiten auf Baustellen, in Bestandsgebäuden und im Störungsdienst.

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Gehalt

Was man als Elektroniker Sicherheitstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.500 € 54.000 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Betriebsart: im Elektrohandwerk gelten regionale Tarifverträge des ZVEH mit deutlichen Unterschieden zwischen West und Ost, in industrienahen Servicegesellschaften oft der Tarif der Metall- und Elektroindustrie mit höheren Sätzen. Rufbereitschaft, Montagezuschläge und Sachkundenachweise für Brandmeldeanlagen heben das effektive Einkommen zusätzlich an.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Sicherheitstechnik?

Sicherheitstechnik heißt: Anlagen, die melden, wenn etwas passiert, und Zugänge steuern. Dazu gehören Einbruchmeldeanlagen, Brandmelde- und Rauchwarnsysteme, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle mit Transponder oder Fingerabdruck, Sprechanlagen, Fluchtwegtechnik und Notrufsysteme. Der Alltag besteht aus Kabelwegen planen und ziehen, Melder und Kameras setzen, Zentralen verdrahten, Parameter am Laptop programmieren, Melderbereiche zuordnen, Anlagen in Betrieb nehmen und dem Kunden erklären.

Ein großer Teil der Arbeit ist Wartung und Instandhaltung. Brandmeldeanlagen müssen regelmäßig geprüft werden, jeder Melder einzeln, Protokoll dazu. Bei Störungen wird gesucht: liegt es am Melder, am Kabel, an der Zentrale, an der Übertragung zur Leitstelle. Wer im Bestand arbeitet, trifft auf Anlagen aus drei Jahrzehnten und muss sich in fremde Systeme einlesen. Dokumentation gehört dazu, weil Sicherheitsanlagen normativ geprüft werden und Nachweise verlangt sind.

Wie wird man Elektroniker für Sicherheitstechnik?

Der Standardweg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Elektrohandwerk, meist als Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik oder für Gebäude- und Infrastruktursysteme, teils auch als Elektroniker für Gebäudesystemintegration. Die Sicherheitstechnik ist dabei ein Schwerpunkt, den der Betrieb setzt. Wer schon einen Elektroberuf hat, steigt über Herstellerschulungen und Sachkundelehrgänge um, etwa für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675 oder für Einbruchmeldeanlagen nach VdS-Richtlinien. Diese Zertifikate sind faktisch Zugangsvoraussetzung für viele Aufträge und werden regelmäßig erneuert.

Einen Zugang ohne elektrotechnische Grundqualifikation gibt es kaum, weil an Netzspannung gearbeitet wird und Haftungsfragen dahinterstehen. Handwerklich Erfahrene aus anderen Bereichen können eine Umschulung machen, die meist zwei bis zweieinhalb Jahre dauert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd: Leitern, Steigern und Hebebühnen, Arbeiten über Kopf, Kabel durch Zwischendecken und Schächte, Bohren in Beton, Staub. Wechselnde Einsatzorte sind Normalfall, Montagewochen mit Übernachtung kommen in vielen Betrieben vor. Wer im Störungsdienst eingeteilt ist, hat Rufbereitschaft an Abenden und Wochenenden, denn ein ausgefallener Brandmelder in einem Krankenhaus wartet nicht bis Montag.

Dazu kommt der Anspruch an Genauigkeit. Fehler in einer Sicherheitsanlage fallen erst im Ernstfall auf, und Normen lassen wenig Interpretationsspielraum. Auch der Umgang mit Kunden gehört dazu, oft in sensiblen Objekten wie Banken, Schulen oder Wohnungen, wo Diskretion erwartet wird. Wer keine Lust auf Protokolle, Prüfbücher und Software hat, wird unglücklich: der Anteil an Programmierung und Dokumentation wächst mit jeder Anlagengeneration.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot an Fachkräften. Getrieben wird sie von Brandschutzauflagen, Vernetzung von Gebäudetechnik, IP-basierten Kamerasystemen und dem Sanierungsbedarf im Bestand. Entwicklungswege führen über die Servicetechnik zum Obermonteur, zur Bauleitung, über die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk zur Betriebsleitung oder in Richtung Projektierung und Vertrieb bei Herstellern. Wer sich in Netzwerktechnik und IT-Sicherheit einarbeitet, hat besonders gute Karten, weil Sicherheitsanlagen zunehmend als IT-Systeme betrieben werden.

Aufgaben

  • Einbruchmelde-, Brandmelde- und Videoanlagen installieren und verdrahten
  • Zutrittskontroll- und Schließsysteme einrichten und Berechtigungen parametrieren
  • Anlagen in Betrieb nehmen, einmessen und an Leitstellen aufschalten
  • wiederkehrende Prüfungen und Wartungen durchführen und protokollieren
  • Störungen eingrenzen, Bauteile tauschen, Software aktualisieren
  • Kabelwege in Neubau und Bestand planen und ausführen
  • Kunden in die Bedienung einweisen und Anlagendokumentation übergeben
  • Rufbereitschaft und Notdiensteinsätze übernehmen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung oder Umschulung
  • Kenntnisse der einschlägigen Normen und VdS-Richtlinien, Sachkundenachweise je Anlagenart
  • Schwindelfreiheit, Arbeiten auf Leitern und Hebebühnen, Heben und Tragen
  • sorgfältige Arbeitsweise und Bereitschaft zu genauer Dokumentation
  • Grundlagen der Netzwerk- und IT-Technik
  • Führerschein Klasse B, Reisebereitschaft
  • einwandfreies Führungszeugnis wird von vielen Auftraggebern verlangt

Wo man arbeitet

  • Elektro- und Sicherheitstechnikbetriebe
  • Facherrichter für Brand- und Einbruchmeldetechnik
  • Servicebereiche von Herstellern der Sicherheitstechnik
  • technische Abteilungen von Industrie, Kliniken und Banken
  • Facility-Management-Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung im Elektrohandwerk über dreieinhalb Jahre, etwa als Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik oder für Gebäude- und Infrastruktursysteme, mit Abschluss vor der Handwerkskammer. Die Spezialisierung auf Sicherheitstechnik erfolgt im Betrieb und über Hersteller- und Sachkundelehrgänge. Aufbauend sind Weiterbildungen zum Meister oder staatlich geprüften Techniker möglich.

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