Was macht man im dualen Pflegestudium?
Das duale Pflegestudium führt in drei bis vier Jahren zu zwei Abschlüssen: dem Bachelor of Science und der staatlichen Erlaubnis, die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zu führen. Theoriephasen an der Hochschule wechseln sich mit Praxiseinsätzen ab. In der Praxis wird gepflegt wie in der beruflichen Ausbildung: Körperpflege übernehmen, Vitalzeichen kontrollieren, Medikamente stellen und verabreichen, Infusionen und Sonden versorgen, Wunden verbinden, bei Verbandwechseln und Untersuchungen assistieren, Dokumentation führen. Dazu kommt die akademische Seite: Studierende lesen Studien, bewerten Pflegeinterventionen anhand von Evidenz, arbeiten an Fallanalysen, planen Pflegeprozesse systematisch und schreiben Hausarbeiten und eine Bachelorthesis. Die Einsätze führen durch Innere Medizin und Chirurgie, Pädiatrie, Psychiatrie, Langzeitpflege und ambulante Versorgung.
Wie wird man Pflegefachperson mit Studium?
Voraussetzung ist die Hochschulzugangsberechtigung, also Abitur oder Fachhochschulreife. Beruflich Qualifizierte mit abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung können in vielen Bundesländern ebenfalls zugelassen werden. Angeboten werden zwei Modelle: das primärqualifizierende Studium, bei dem Hochschule und Praxispartner die Ausbildung gemeinsam verantworten, und ausbildungsintegrierende Varianten, bei denen die Pflegeausbildung an einer Pflegeschule läuft und das Studium parallel. Wer die Ausbildung schon hat, kann berufsbegleitend einen Bachelor anschließen. Ein erweitertes Führungszeugnis und ein ärztliches Gesundheitszeugnis sind Standard, Impfnachweise werden verlangt.
Was der Beruf verlangt
Die Doppelbelastung ist die eigentliche Herausforderung. Praxiseinsätze laufen im Schichtdienst, mit Früh- und Spätdiensten, Nächten, Wochenenden und Feiertagen, und danach stehen Prüfungen und Abgabetermine an. Die Praxis ist körperlich anstrengend: Menschen mobilisieren, stundenlang stehen und gehen, unter Zeitdruck arbeiten, weil Stellen unbesetzt sind. Emotional belastend sind Sterben, Gewalt, Demenz und die Erfahrung, weniger Zeit für Patienten zu haben als nötig wäre. Auf den Stationen treffen Studierende mitunter auf Skepsis, weil die Rolle der akademisch ausgebildeten Pflegefachperson im deutschen Alltag noch nicht überall geklärt ist. Es braucht Belastbarkeit, ein sicheres Auftreten und die Bereitschaft, die eigene Position selbst zu erarbeiten. Das Studium wird in der Regel vergütet, allerdings nicht bei jedem Anbieter und nicht in jedem Modell gleich.
Aussichten
Die Nachfrage nach Pflegefachpersonen ist bundesweit hoch, ein Arbeitsplatz nach dem Abschluss ist praktisch sicher. Akademisch qualifizierte Pflegende werden zunehmend für erweiterte Aufgaben gesucht: Steuerung komplexer Pflegeprozesse, Praxisanleitung, Qualitäts- und Case-Management, Aufbau evidenzbasierter Standards. Mit dem Bachelor stehen Masterstudiengänge offen, etwa Advanced Practice Nursing, Pflegepädagogik oder Pflegemanagement, und damit Wege in Lehre, Leitung oder Forschung. Bei der Bezahlung schlägt der Bachelor allein sich in der Praxis noch nicht überall in einer höheren Eingruppierung nieder, das hängt von der konkreten Stelle und den übernommenen Aufgaben ab. Wer eine spezialisierte oder leitende Funktion anstrebt, hat mit dem Studium jedoch klar den kürzeren Weg dorthin.