Was macht ein Data Solutions Specialist?
Im Zentrum steht die Frage, wie Daten aus vielen Systemen so zusammenkommen, dass eine Fachabteilung damit arbeiten kann. Ein Data Solutions Specialist bindet Quellsysteme an - ERP, CRM, Webshop, Maschinensteuerungen, Fremd-APIs -, baut Pipelines, die diese Daten regelmäßig laden, bereinigen und zusammenführen, und modelliert daraus Tabellen, auf denen Auswertungen laufen. Danach entstehen Dashboards und Berichte, meist in Power BI, Tableau oder Looker, oft ergänzt um Datenexporte für andere Systeme.
Ein großer Teil des Alltags ist nicht Neubau, sondern Betrieb und Reparatur: Eine nächtliche Beladung ist gescheitert, ein Quellsystem hat ein Feldformat geändert, zwei Berichte zeigen unterschiedliche Umsätze für denselben Monat. Solche Abweichungen aufzuklären kostet Zeit und verlangt Geduld. Dazu kommen Gespräche mit Fachbereichen, die selten fertige Anforderungen liefern, sondern eher eine Frage mitbringen, die erst in eine Datenlogik übersetzt werden muss. Typische Werkzeuge sind SQL, Python, ein Cloud-Datenlager wie Snowflake, BigQuery oder Azure Synapse, Orchestrierung mit Airflow oder ähnlichem sowie Versionsverwaltung mit Git.
Wie wird man Data Solutions Specialist?
Der häufigste Weg ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Statistik, Mathematik oder eines datennahen Fachs. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über die Ausbildung zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse oder für Anwendungsentwicklung, teils mit anschließender Weiterbildung. Quereinstiege gelingen regelmäßig aus Controlling, Marketing-Analytics, Logistikplanung oder aus einer Rolle, in der ohnehin viel mit Excel und SQL gearbeitet wurde. Entscheidend ist weniger der Abschluss als der Nachweis, dass man SQL sicher beherrscht, ein Datenmodell sauber aufbauen kann und mit einem BI-Werkzeug vertraut ist. Herstellerzertifikate von Microsoft, AWS, Google oder Snowflake sind bei Bewerbungen üblich und werden von Arbeitgebern häufig mitfinanziert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, oft mit hohem Anteil an Homeoffice. Belastend sind weniger die Arbeitszeiten als die Abhängigkeit von Terminen anderer: Monatsabschluss, Quartalsbericht, Vorstandspräsentation. Wenn eine Pipeline in dieser Zeit ausfällt, wird abends oder am Wochenende nachgearbeitet, in Unternehmen mit Rufbereitschaft auch nachts. Wer Detailgenauigkeit unangenehm findet, wird sich schwertun - eine falsch verknüpfte Tabelle fällt oft erst auf, wenn jemand die Zahl bereits verwendet hat. Dazu kommt die politische Seite: Fachbereiche verteidigen ihre Kennzahldefinitionen, und einheitliche Regeln durchzusetzen erfordert Verhandlung. Das technische Umfeld ändert sich schnell, ständiges Nachlernen gehört dazu. Englisch ist in vielen Teams Arbeitssprache.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch, weil nahezu jedes größere Unternehmen Datenbestände zusammenführen und auswerten will, viele Vorhaben aber an fehlendem Personal hängen. Entwicklungswege führen in Richtung Data Engineering mit stärkerem Plattform- und Architekturfokus, in Richtung Analytics Engineering oder Data Science, in die Datenarchitektur oder in die fachliche Steuerung als Data Product Owner. Auch Data Governance und Datenschutz sind wachsende Felder. Werkzeuge mit KI-Unterstützung nehmen Routinearbeit ab, ersetzen aber bislang nicht die Aufgabe, fachliche Fragen in belastbare Datenmodelle zu übersetzen.