Was macht ein Consultant Strategy im Inhouse Consulting?
Die Arbeit läuft in Projekten von meist sechs bis sechzehn Wochen. Auftraggeber sind Vorstände, Bereichsleitungen oder Werksleitungen des Konzerns, die eine Entscheidung vorbereiten müssen: ob ein Markt weiter bedient wird, wie das Vertriebsnetz in einer Region umgebaut wird, welche Kostenposition in der Produktion gehoben werden kann, wie Software- und Elektrifizierungsgeschäft organisatorisch verankert werden. Der Consultant zerlegt die Fragestellung in prüfbare Hypothesen, sammelt Daten aus SAP-Systemen, Controlling-Berichten und Marktstudien, führt Interviews mit Fachleuten aus den Werken und Landesgesellschaften und baut Modelle in Excel, mit denen Szenarien gerechnet werden. Ergebnisse werden in Präsentationen verdichtet, die in Lenkungskreisen und vor dem Management vertreten werden müssen. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in Abstimmung: Zahlen validieren, Widerstände im Fachbereich verstehen, Kompromisse formulieren, die tragfähig bleiben.
Wie wird man Consultant Strategy?
Der Regelweg ist ein sehr gut abgeschlossenes Studium in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Physik, häufig mit Master oder Promotion. Erwartet werden Praktika in der Beratung, in der Industrie oder im Bereich Corporate Development, Auslandserfahrung und verhandlungssicheres Englisch. Der Einstieg erfolgt über ausgeschriebene Consultant-Stellen oder über Trainee- und Doktorandenprogramme des Konzerns. Ein zweiter, häufig genutzter Weg ist der Wechsel aus einer externen Strategieberatung nach zwei bis vier Jahren; umgekehrt kommen auch Fachleute aus Produktion, Vertrieb oder Finanzen ins interne Consulting, wenn sie analytisch stark sind und Präsentationssicherheit mitbringen. Ein reiner Quereinstieg ohne Hochschulabschluss ist praktisch ausgeschlossen.
Was der Beruf verlangt
Die Wochen sind lang. Fünfzig bis sechzig Stunden sind in Projektphasen normal, vor Lenkungskreisterminen mehr. Reisen gehören dazu, zu Werken in Deutschland und in die Auslandsmärkte, wobei interne Beratung im Schnitt weniger unterwegs ist als klassische Häuser. Belastend ist weniger die Analyse als der politische Rahmen: Wer Kosten oder Strukturen infrage stellt, arbeitet gegen Interessen von Kolleginnen und Kollegen, die man nach dem Projekt wieder trifft. Ergebnisse müssen belastbar und gleichzeitig anschlussfähig sein. Wer Konflikte scheut, ungern unter Zeitdruck Zahlen liefert oder Sicherheit in klar abgegrenzten Aufgaben sucht, wird sich schwertun. Verlangt werden strukturiertes Denken, saubere Modellierung, Ausdauer bei unvollständiger Datenlage und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte in wenigen Folien verständlich zu machen.
Aussichten
Inhouse Consulting gilt im Konzern als Sprungbrett. Üblich ist der Weg vom Consultant über Senior Consultant und Project Manager, danach der Wechsel in eine Linienfunktion, etwa Werkscontrolling, Produktstrategie, Vertriebssteuerung oder Leitung eines Geschäftsbereichs. Genau darin liegt der Reiz der Tätigkeit: Sichtbarkeit beim Management und ein Netzwerk quer durch das Unternehmen. Die Nachfrage nach Beratungskapazität ist in der Automobilindustrie hoch, weil Elektrifizierung, Software und Kostendruck laufend Umbauentscheidungen erzwingen. Gleichzeitig hängen die Einheiten am Zustand des Konzerns: In Sparprogrammen werden interne Beratungsteams verkleinert. Die erworbenen Fähigkeiten sind übertragbar, ein Wechsel in externe Beratungen oder in andere Industrieunternehmen bleibt möglich.