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Consultant Financial Services

Consultants im Bereich Financial Services beraten Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter bei Regulierung, Prozessen und IT. Sie arbeiten projektweise, meist beim Kunden vor Ort oder remote im Team.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant Financial Services verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.600 € 5.500 € 55.200 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.500 € 8.000 € 78.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.500 € 14.000 € 114.000 €

Es gibt keinen Tarifvertrag; das Gehalt hängt stark von der Größe und Positionierung des Arbeitgebers ab. Große internationale Beratungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zahlen deutlich mehr als kleine Fachberatungen, dazu kommen variable Boni von zehn bis dreißig Prozent; Inhouse-Consulting bei Banken zahlt oft etwas weniger, dafür mit planbareren Arbeitszeiten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant Financial Services?

Die Arbeit besteht darin, Probleme von Finanzdienstleistern in Projekten zu lösen. Das kann die Umsetzung einer neuen aufsichtsrechtlichen Anforderung sein, etwa im Meldewesen oder bei den Eigenkapitalvorschriften, die Einführung eines Kernbankensystems, die Auslagerung von Prozessen oder die Bewertung eines Kreditportfolios. Consultants analysieren Ist-Prozesse, führen Interviews mit Fachabteilungen, bauen Modelle in Excel oder Python, schreiben Fachkonzepte und Testfälle und dokumentieren Ergebnisse in Präsentationen für den Lenkungskreis.

Ein großer Teil des Alltags ist Abstimmung: Statusmeetings, Rückfragen an die Rechtsabteilung, Klärung mit der IT, Nachhalten offener Punkte in Listen. Wer neu einsteigt, übernimmt zunächst Recherche, Datenauswertung, Protokolle und Foliensätze und wächst dann in eigene Arbeitspakete hinein. Mit mehr Erfahrung kommen Teilprojektleitung, Angebotsschreiben und der Kontakt zum Kunden auf Entscheiderebene dazu.

Wie wird man Consultant Financial Services?

Üblich ist ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsmathematik oder Physik. Große Beratungen und die Beratungseinheiten der Wirtschaftsprüfer stellen jährlich Hochschulabsolventen in festen Einstiegsprogrammen ein; Praktika in Banken, Versicherungen oder in einer Beratung sind dabei praktisch Voraussetzung. Ein Master oder eine Promotion hilft, ist aber kein Muss.

Der zweite verbreitete Weg führt aus der Branche selbst: Wer einige Jahre im Risikocontrolling einer Bank, in der Schadenregulierung, im Zahlungsverkehr oder in der Aktuariatsabteilung gearbeitet hat, wird als Fachkraft mit Praxiswissen gesucht. Auch Bankkaufleute mit anschließendem Studium oder Bankbetriebswirte finden den Einstieg. Zertifikate wie CFA, FRM, Aktuar DAV oder Projektmanagement-Nachweise werden nach dem Einstieg oft berufsbegleitend erworben, meist vom Arbeitgeber finanziert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind lang und schwer planbar. Vor Meilensteinen, Migrationswochenenden oder Meldeterminen sind Abende und gelegentlich Wochenenden verplant. Reisen zum Kundenstandort gehören dazu, in vielen Häusern zwei bis vier Tage pro Woche, wobei Remote-Anteile seit einigen Jahren gestiegen sind. Wer feste Zeiten oder Ortsbindung braucht, wird damit dauerhaft Mühe haben.

Inhaltlich verlangt der Beruf, sich schnell in fremde Fachgebiete einzuarbeiten und trotzdem belastbare Aussagen zu treffen. Regulatorik ist trocken und ändert sich ständig. Dazu kommt Druck von zwei Seiten: der Kunde erwartet Ergebnisse, die eigene Firma erwartet abrechenbare Stunden und später verkaufte Projekte. Die Fluktuation in den ersten Jahren ist hoch, viele wechseln nach drei bis fünf Jahren auf die Kundenseite.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wird von außen getrieben: neue EU-Regulierung, Zinswende, Zahlungsverkehrsstandards, Ablösung alter Kernsysteme, Nachhaltigkeitsberichte, IT-Sicherheit. Gesucht werden besonders Leute, die Fachwissen und Technik verbinden, etwa Datenmodellierung im Meldewesen oder Cloud-Migration in Versicherungen.

Die Laufbahn in Beratungen ist klar gestuft, vom Consultant über Manager bis zur Partnerebene, mit Beförderungen etwa im Zwei- bis Vierjahresrhythmus und deutlichem Auswahldruck nach oben. Wer aussteigt, geht typischerweise in Stabsstellen, Projektleitung oder Führungspositionen bei Banken und Versicherern, in die Aufsicht oder in die Selbstständigkeit als freier Berater.

Aufgaben

  • Ist-Prozesse und Systeme beim Kunden analysieren
  • Fachkonzepte, Anforderungen und Testfälle schreiben
  • Daten auswerten und Modelle in Excel, SQL oder Python bauen
  • regulatorische Anforderungen auslegen und in Umsetzungsschritte übersetzen
  • Workshops mit Fachabteilungen und IT vorbereiten und moderieren
  • Ergebnisse in Präsentationen für Lenkungskreise aufbereiten
  • offene Punkte, Risiken und Termine im Projekt nachhalten
  • bei Angeboten und Ausschreibungen mitarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Wirtschaft, Informatik, Mathematik oder Naturwissenschaften, alternativ mehrjährige Berufserfahrung in der Finanzbranche
  • sichere Kenntnisse in Excel und PowerPoint, zunehmend auch SQL oder Python
  • gutes Englisch, in internationalen Projekten Arbeitssprache
  • Bereitschaft zu Reisen und wechselnden Einsatzorten
  • Fähigkeit, komplexe Sachverhalte kurz und verständlich darzustellen
  • Belastbarkeit bei Termindruck und langen Arbeitstagen

Wo man arbeitet

  • Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • IT-Dienstleister und Softwarehäuser der Finanzbranche
  • Inhouse-Consulting von Banken und Versicherungen
  • Kundenstandorte in Bankenzentren wie Frankfurt, München, Hamburg
  • Homeoffice zwischen den Reisetagen

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist ein Bachelor- oder Masterstudium mit wirtschaftlichem, mathematischem oder informationstechnischem Schwerpunkt, insgesamt drei bis fünf Jahre, ergänzt durch Praktika in Banken, Versicherungen oder Beratungen. Der Einstieg erfolgt danach direkt als Consultant oder Analyst, meist mit strukturiertem Einführungsprogramm. Quereinsteiger kommen mit Berufserfahrung aus der Finanzbranche und werden je nach Vorwissen als Consultant oder Senior Consultant eingestellt.

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