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Gastronomie & Tourismus

Chef Patissier

Der Chef Patissier leitet die Süßspeisenabteilung eines Restaurants, Hotels oder einer Konditorei. Er entwickelt Desserts, Torten und Pralinen, kalkuliert Rezepturen und führt das Patisserie-Team.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Chef Patissier verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.500 € 6.000 € 54.000 €

Entscheidend sind Betriebsart und Region: Kettenhotels und tarifgebundene Häuser zahlen nach dem Manteltarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe des jeweiligen Bundeslandes, kleine Restaurants und Konditoreien liegen häufig darunter. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit können das Monatsentgelt deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Chef Patissier?

Der Chef Patissier verantwortet alles Süße in einem gastronomischen Betrieb. Dazu gehören Restaurantdesserts, Petits Fours, Eis und Sorbets, Torten für das Bankettgeschäft, Frühstücksviennoiserie und in Hotels oft auch das Brot. Er entwickelt neue Kreationen, arbeitet Rezepturen bis zur letzten Grammangabe aus, prüft Temperaturen beim Temperieren von Schokolade und beurteilt jede Komponente auf Konsistenz und Süßegrad.

Ein großer Teil der Arbeit ist Organisation. Der Chef Patissier plant die Produktion für die kommenden Tage, bestellt Sahne, Butter, Couverture und Früchte, führt Mise-en-place-Listen, teilt die Mitarbeitenden ein und kontrolliert Lagerbestände sowie Haltbarkeiten. Er kalkuliert Warenkosten pro Portion und muss den Wareneinsatz seiner Abteilung gegenüber dem Küchenchef begründen. Während des Services steht er am Dessertposten, richtet Teller an und gibt die Reihenfolge vor. Hinzu kommen die Einarbeitung von Auszubildenden und Praktikanten, HACCP-Dokumentation und Reinigungsplanung.

Wie wird man Chef Patissier?

Der übliche Weg beginnt mit einer dualen Ausbildung zum Konditor oder zum Koch, drei Jahre im Betrieb und in der Berufsschule. Danach folgen mehrere Jahre als Patissier oder Commis de Patisserie, oft in wechselnden Häusern, um verschiedene Handschriften kennenzulernen. Wer in die Sterneküche oder in große Hotels will, sammelt Stationen im Ausland oder bei bekannten Patissiers. Die Position wird nicht über einen Titel erreicht, sondern über nachweisbare Erfahrung und eine eigene Linie.

Formale Weiterqualifikationen sind der Konditormeister und der Küchenmeister. Sie sind für die Ausbildungsberechtigung und für einen späteren eigenen Betrieb wichtig, in der Hotellerie zählt sie dagegen weniger als die Referenzen. Ein Quereinstieg ohne handwerkliche Basis ist praktisch ausgeschlossen, weil Teigführung, Zuckerarbeit und Schokoladenverarbeitung nur über Jahre in der Hand sitzen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit beginnt früh, in Hotels häufig zwischen vier und sechs Uhr, in Restaurants mit Abendservice reicht sie in die Nacht. Wochenenden, Feiertage und die Weihnachtszeit sind die arbeitsintensivsten Phasen. Zwölf-Stunden-Tage sind in der Spitzengastronomie üblich, Teildienst ebenfalls. Der Körper trägt das mit: Stehen auf Fliesen, Heben von Mehl- und Zuckersäcken, Wechsel zwischen Kühlraum und heißem Ofen, Belastung der Hände.

Dazu kommt der Anspruch an Präzision. Patisserie verzeiht Ungenauigkeit nicht, ein falsch temperierter Guss oder eine überschlagene Mousse bedeutet Neuproduktion unter Zeitdruck. Als Führungskraft muss der Chef Patissier zugleich Ruhe bewahren, Personalausfälle auffangen und mit knapp besetzten Teams planen. Der Fachkräftemangel in der Branche verschärft das. Wer Regelmäßigkeit im Privatleben braucht, wird mit diesen Arbeitszeiten dauerhaft Schwierigkeiten haben.

Aussichten

Gut ausgebildete Patissiers werden gesucht, weil viele Betriebe nach der Pandemie Personal verloren haben und der Nachwuchs im Konditorhandwerk knapp ist. Wer Erfahrung und Referenzen hat, kann sich Stellen aussuchen und den Standort wählen. Entwicklungswege führen in die Executive-Pastry-Position großer Hotelketten, in die Produktentwicklung von Lebensmittelherstellern, in Kreuzfahrtschifffahrt, Lehrtätigkeit an Berufsschulen und Akademien oder in den eigenen Betrieb mit Café und Ladengeschäft. Auch Beratung für Schokoladen- und Rohstoffhersteller ist ein realistischer Weg, oft mit deutlich planbareren Arbeitszeiten als in der Küche.

Aufgaben

  • Desserts, Torten, Pralinen und Eis entwickeln und produzieren
  • Rezepturen ausarbeiten, standardisieren und dokumentieren
  • Warenbestellung, Lagerhaltung und Wareneinsatz steuern
  • Produktionsplan für Restaurant, Bankett und Frühstück aufstellen
  • Patisserie-Team einteilen, anleiten und ausbilden
  • Dessertposten während des Services besetzen und Teller anrichten
  • Hygienevorschriften und HACCP-Dokumentation überwachen
  • Kalkulation der Portionskosten und Abstimmung mit der Küchenleitung

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Konditor oder Koch
  • Mehrjährige Berufserfahrung in der Patisserie, idealerweise in verschiedenen Häusern
  • Sichere Beherrschung von Teigen, Cremes, Zucker- und Schokoladenarbeit
  • Führungsfähigkeit und Belastbarkeit unter Zeitdruck
  • Körperliche Fitness für langes Stehen, Heben und Temperaturwechsel
  • Bereitschaft zu frühen Diensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • Konditormeister oder Küchenmeister für Ausbildungsberechtigung und Selbstständigkeit

Wo man arbeitet

  • Hotels mit eigener Patisserie
  • Restaurants der gehobenen Gastronomie
  • Konditoreien und Cafés mit Produktion
  • Catering- und Bankettbetriebe
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Lebensmittelhersteller in der Produktentwicklung

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Konditor oder zum Koch mit Abschluss vor der Handwerks- beziehungsweise Industrie- und Handelskammer. Danach folgen üblicherweise fünf bis acht Jahre Praxis als Commis und Patissier, bevor die Leitung einer Abteilung übernommen wird. Der Konditormeister oder Küchenmeister ist keine Pflicht, aber für Ausbildungsberechtigung und einen eigenen Betrieb erforderlich.

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