BWL Logistikmanagement Bachelor of Arts
Betriebswirte mit Schwerpunkt Logistikmanagement planen und steuern Waren-, Informations- und Transportströme in Unternehmen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Einkauf, Produktion, Lager und Spedition.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als BWL Logistikmanagement Bachelor of Arts verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.500 € | 5.400 € | 54.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.200 € | 8.500 € | 74.400 € |
Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: In der Industrie, etwa bei Tarifbindung nach dem Metall- und Elektro- oder Chemietarif, liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner und mittlerer Speditionen, die überwiegend frei verhandeln. Auch ein Masterabschluss und Auslandserfahrung wirken sich beim Einstieg spürbar aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Logistikmanager mit BWL-Bachelor?
Der Arbeitsalltag besteht darin, Lieferketten am Laufen zu halten und dabei Kosten, Termine und Bestände im Blick zu behalten. Konkret heißt das: Transportaufträge disponieren und Frachtraten mit Speditionen verhandeln, Lieferantenlieferungen überwachen, Bestandsreichweiten im ERP-System auswerten, Kennzahlen wie Lieferbereitschaft oder Termintreue aufbereiten und in Meetings erklären, warum eine Sendung im Hafen steht. Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation, oft auf Englisch, mit Werken, Zollagenten, Kunden und Dienstleistern. Dazu kommen Projekte: ein neues Lagerlayout, die Einführung eines Transportmanagementsystems, die Verlagerung eines Distributionszentrums, die Umstellung von Luft- auf Seefracht. Wer im Bereich Supply Chain Planning arbeitet, verbringt viel Zeit mit Bedarfsprognosen und Excel- oder BI-Auswertungen.
Wie wird man Logistikmanager?
Der übliche Weg ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik, Logistikmanagement oder Supply Chain Management an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, einer Berufsakademie oder einer privaten Hochschule. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur; bei vielen privaten Anbietern kommt ein Auswahlgespräch dazu. Sehr verbreitet ist das duale Studium: Studienphasen wechseln mit Praxisphasen bei einem Unternehmen, das meist auch die Studiengebühren übernimmt und eine Vergütung zahlt. Auf dem Lehrplan stehen Rechnungswesen, Controlling, Beschaffung, Produktionsplanung, Transportlogistik, Verkehrsrecht, Zoll, Wirtschaftsinformatik und Englisch. Ein Quereinstieg ist möglich: Wer eine Ausbildung als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung abgeschlossen hat, kann berufsbegleitend studieren oder über die Fortbildung zum Fachwirt beziehungsweise Betriebswirt in vergleichbare Positionen kommen.
Was der Beruf verlangt
Logistik ist ein Feld mit ständigem Termindruck. Wenn ein Lkw ausfällt, ein Container umgeroutet wird oder ein Zulieferer nicht liefert, muss innerhalb von Stunden eine Lösung stehen - notfalls am Freitagabend. In Unternehmen mit Mehrschichtbetrieb oder internationalen Standorten gehören Rufbereitschaft und Telefonate zu ungewöhnlichen Zeiten dazu. Der Einstieg erfolgt fast immer auf einer operativen Stelle in Disposition, Auftragsabwicklung oder Zollabwicklung; das ist Sachbearbeitung mit vielen Wiederholungen und weniger Gestaltungsspielraum, als der Studientitel vermuten lässt. Bei Speditionen und Kontraktlogistikern sind die Margen dünn, was sich auf Gehälter und Personaldecke auswirkt. Wer im Lager oder in der Werkslogistik eingesetzt ist, arbeitet nicht nur am Schreibtisch, sondern auch in Hallen und bei jedem Wetter auf dem Hof. Genauigkeit ist wichtig: Fehler in Zolldokumenten oder Gefahrgutpapieren haben rechtliche Folgen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Logistik ist die drittgrößte Branche in Deutschland, Lieferketten sind störanfälliger geworden, und Themen wie CO2-Bilanzierung von Transporten, Lieferkettensorgfaltspflicht und Automatisierung von Lagern schaffen neue Aufgaben. Typische Entwicklungswege führen von der operativen Sachbearbeitung in die Teamleitung, ins Supply-Chain-Controlling, in den strategischen Einkauf, ins Projektmanagement oder in die Logistikberatung. Ein Masterabschluss ist für Konzernlaufbahnen und Beratungshäuser hilfreich, in mittelständischen Speditionen zählt Praxiserfahrung mehr. Spezialisierungen mit gutem Markt sind Zoll und Außenwirtschaft, Gefahrgut, Luftfrachtsicherheit und Lagerautomatisierung. Wer bereit ist, für ein bis zwei Jahre ins Ausland oder an einen Werksstandort zu gehen, kommt deutlich schneller voran.
Aufgaben
- Transporte disponieren und Frachtraten mit Dienstleistern verhandeln
- Bestände, Lieferzeiten und Reichweiten im ERP-System überwachen
- Kennzahlen zu Termintreue, Kosten und Lieferbereitschaft auswerten
- Zoll- und Versanddokumente prüfen und Ausfuhren abwickeln
- Lieferengpässe und Störungen in der Lieferkette klären
- Ausschreibungen für Speditions- und Lagerdienstleistungen begleiten
- Projekte zur Prozess- und Lageroptimierung mitarbeiten
- mit Werken, Lieferanten und Kunden im In- und Ausland abstimmen
Voraussetzungen
- Fachhochschulreife oder Abitur für die Studienaufnahme
- abgeschlossenes Bachelorstudium in BWL mit Schwerpunkt Logistik oder Supply Chain Management
- gutes Englisch in Wort und Schrift, weitere Fremdsprache von Vorteil
- sicherer Umgang mit Excel und ERP-Systemen wie SAP
- Belastbarkeit bei Termindruck und kurzfristigen Störungen
- Genauigkeit bei Dokumenten, Zoll- und Gefahrgutvorschriften
- Bereitschaft zu Dienstreisen oder Auslandseinsätzen
Wo man arbeitet
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Industrieunternehmen mit eigener Werkslogistik
- Handelsunternehmen und Onlinehändler mit Distributionszentren
- Reedereien, Luftfrachtgesellschaften und Hafenbetriebe
- Logistik- und Unternehmensberatungen
- Bahn- und Verkehrsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistikmanagement, das mit dem Bachelor of Arts endet. Häufig wird es dual absolviert, mit wechselnden Studien- und Praxisphasen in einem Partnerunternehmen. Wer aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt, kann das Studium berufsbegleitend anschließen.
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