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Bereichsleitung Frischetheke

Die Bereichsleitung Frischetheke führt die Bedienabteilung eines Lebensmittelmarkts mit Fleisch, Wurst, Käse und Feinkost. Sie verantwortet Personaleinsatz, Warenbestellung, Hygiene und die Umsatzzahlen des Bereichs.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bereichsleitung Frischetheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

In tarifgebundenen Märkten richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, dort meist eine höhere Beschäftigungsgruppe mit Funktionszulage. Ob ein Markt tarifgebunden ist, macht mehrere hundert Euro Unterschied; hinzu kommen Zuschläge für Spätdienst und Samstag sowie in vielen Häusern eine umsatzabhängige Prämie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Bereichsleitung Frischetheke?

Die Frischetheke ist der personalintensivste und verderblichste Teil eines Lebensmittelmarkts. Die Bereichsleitung entscheidet, welche Mengen Wurst, Fleisch, Käse, Salate und Fischwaren bestellt werden, wie die Theke aufgebaut und dekoriert wird und wer wann hinter der Theke steht. Der Arbeitstag beginnt meist vor Ladenöffnung: Ware annehmen, Temperaturen prüfen, Lieferscheine kontrollieren, Reklamationen beim Lieferanten melden, Theke einräumen und Preisschilder setzen.

Während der Öffnungszeiten wechselt die Rolle ständig zwischen Führung und Mitarbeit. In Spitzenzeiten steht die Bereichsleitung selbst am Schneidebrett, berät Kundschaft, portioniert und kassiert. Dazwischen laufen Bestellungen im Warenwirtschaftssystem, Abschriften werden erfasst, Mitarbeitende eingearbeitet, Dienstpläne geschrieben und Gespräche mit der Marktleitung geführt. Ein fester Teil der Arbeit ist die Hygienedokumentation: Temperaturlisten, Reinigungspläne, Rückverfolgbarkeit, Vorbereitung von Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung. Wer Salate, belegte Brötchen oder Grillspezialitäten selbst herstellt, verantwortet zusätzlich Rezepturen und Kennzeichnung.

Wie wird man Bereichsleitung Frischetheke?

Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Fleischer, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk oder Kaufmann im Einzelhandel und einige Jahre Arbeit an der Theke. Die Leitungsposition wird in der Regel intern besetzt, wenn jemand Warenkenntnis, Tempo und Übersicht bewiesen hat. Viele Handelsunternehmen bieten eigene Programme zur Bereichsleitung an, häufig kombiniert mit einem Fachwirt oder Handelsfachwirt. Ein Meisterbrief im Fleischerhandwerk ist nicht überall Bedingung, öffnet aber Türen, besonders in Märkten mit eigener Zerlegung.

Quereinstieg ist möglich, etwa aus der Gastronomie oder aus dem Metzgerhandwerk. Ohne Erfahrung mit Fleisch- und Käsesortimenten wird es schwer, weil Einkauf und Kalkulation genaue Kenntnis der Ware voraussetzen. Ein Nachweis nach dem Infektionsschutzgesetz und regelmäßige Hygieneschulungen sind Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Der Arbeitsplatz ist kalt, feucht und laut. Man steht den ganzen Tag, hebt Kartons und Fleischkisten, arbeitet mit scharfen Messern und Aufschnittmaschinen. Frühdienste beginnen oft um sechs Uhr, Samstage sind Regelarbeitstage, vor Feiertagen wird es extrem. Personalausfall trifft die Theke sofort, weil sie ohne besetzte Bedienung nicht funktioniert - dann springt die Bereichsleitung ein und die Bürotätigkeiten verschieben sich ans Ende des Tages.

Dazu kommt der Druck der Zahlen. Abschriften bei verderblicher Ware, Rohertrag, Umsatz je Stunde: Für alles gibt es Vorgaben, und Fehlbestellungen sieht man am nächsten Tag in der Tonne. Der Umgang mit Kundschaft ist eng und direkt, auch bei Beschwerden. Wer keine Freude an Ware und Menschen hat, hält das nicht lange durch.

Aussichten

Qualifiziertes Thekenpersonal ist knapp, Führungskräfte mit Fleisch- und Käsekenntnis noch knapper. Viele Märkte reduzieren ihre Bedienungstheken deswegen oder stellen auf Selbstbedienung um - gleichzeitig setzen andere gerade auf Frische als Unterscheidungsmerkmal und suchen dringend Leitungen. Wer sich bewährt, wird stellvertretende Marktleitung oder Marktleitung, wechselt in den Einkauf, in die Bezirksleitung oder in die Schulung von Nachwuchskräften. Auch der Schritt in einen eigenen Betrieb oder in die Industrie ist ein gangbarer Weg.

Aufgaben

  • Ware annehmen, Qualität und Temperaturen prüfen
  • Bestellungen und Sortimentsplanung im Warenwirtschaftssystem
  • Theke aufbauen, dekorieren und Preise auszeichnen
  • Kundschaft beraten, Fleisch und Käse portionieren
  • Dienstpläne schreiben und Mitarbeitende einarbeiten
  • Hygienedokumentation und Vorbereitung amtlicher Kontrollen
  • Abschriften, Rohertrag und Umsatz des Bereichs kontrollieren
  • Reinigung von Maschinen und Kühlanlagen organisieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Lebensmittelhandwerk oder Einzelhandel
  • Mehrjährige Erfahrung an der Bedienungstheke
  • Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und Hygienekenntnisse (HACCP)
  • Warenkenntnis bei Fleisch, Wurst, Käse und Fisch
  • Bereitschaft zu Frühdienst und Samstagsarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit, langes Stehen in gekühlter Umgebung
  • Führungsbereitschaft und Rechenverständnis für Kalkulation

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • SB-Warenhäuser und Hypermärkte
  • Feinkost- und Frischemärkte
  • Metzgereifilialen mit Thekenbetrieb
  • Genossenschaftlich geführte Lebensmittelmärkte

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Fleischer, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk oder Kaufmann im Einzelhandel. Danach folgen mehrere Jahre Praxis an der Theke, oft ergänzt durch ein internes Führungsprogramm, den Handelsfachwirt oder den Meisterbrief im Fleischerhandwerk. Die Position selbst wird meist intern vergeben.

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