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Bau & Immobilien

Bauzeichner Hochbau

Bauzeichner im Hochbau erstellen technische Zeichnungen und Pläne für Wohn-, Büro- und Industriegebäude - vom ersten Entwurf des Architekten bis zum fertigen Ausführungsplan. Gearbeitet wird heute fast ausschließlich am Rechner mit CAD- und BIM-Software.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauzeichner Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: im öffentlichen Dienst greift der TVöD (etwa Entgeltgruppe 6 bis 9), in Bauunternehmen teils der Tarifvertrag für die technischen Angestellten des Baugewerbes. Kleine Architekturbüros zahlen meist frei und deutlich darunter, während BIM-Kenntnisse und große Planungsbüros in Ballungsräumen die Bezahlung nach oben ziehen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauzeichner Hochbau?

Bauzeichner im Hochbau setzen die Entwürfe von Architekten und Bauingenieuren in maßstabsgerechte, normgerechte Zeichnungen um. Aus einer Skizze wird ein Grundriss mit Wandstärken, Türöffnungen, Treppenläufen und Bemaßung, aus dem Grundriss werden Schnitte, Ansichten und Detailzeichnungen im Maßstab 1:5 oder 1:10. Dazu kommen Lagepläne für den Bauantrag, Flächen- und Kubaturberechnungen nach DIN 277, Wohnflächenberechnungen und Massenermittlungen als Grundlage für die Ausschreibung.

Gearbeitet wird mit CAD-Programmen wie AutoCAD, Allplan, Revit oder Archicad. In vielen Büros läuft die Planung inzwischen als dreidimensionales Gebäudemodell, aus dem sich Pläne und Mengen automatisch ableiten lassen - das sogenannte Building Information Modeling. Bauzeichner pflegen dieses Modell, prüfen es auf Kollisionen mit der Haustechnik und stimmen sich mit den Fachplanern für Tragwerk, Heizung und Elektro ab. Wenn auf der Baustelle etwas nicht passt, wird der Plan geändert, verteilt und dokumentiert. Ein Teil der Arbeit besteht darin, Planstände zu verwalten und Fristen für Behörden einzuhalten.

Wie wird man Bauzeichner Hochbau?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bauzeichner mit dem Schwerpunkt Architektur, die im Betrieb und in der Berufsschule stattfindet und mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer endet. Ausbildungsbetriebe sind Architektur- und Ingenieurbüros, Bauunternehmen und Bauämter. Rechtlich genügt ein Hauptschulabschluss, in der Praxis stellen die meisten Büros Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Wichtig sind saubere Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt.

Ein Quereinstieg gelingt gelegentlich über technische Zeichenerfahrung aus anderen Fachrichtungen oder über CAD-Weiterbildungen, ist aber selten und meist schlechter bezahlt. Wer aus einem Bauberuf kommt, bringt Praxiswissen mit, muss die Normen und die Software aber von Grund auf lernen.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag ist Bildschirmarbeit, oft acht Stunden am Stück, mit hoher Konzentration auf Details. Ein vergessener Bemaßungsfehler kann auf der Baustelle Geld kosten, entsprechend groß ist der Anspruch an Genauigkeit. Vor Abgabeterminen - Bauantrag, Ausschreibung, Baubeginn - wird es hektisch, Überstunden sind in Planungsbüros verbreitet und nicht immer bezahlt. Nachtschichten oder Wochenendarbeit gehören dagegen nicht dazu.

Die Arbeit ist zuliefernd: Entwurfsentscheidungen treffen andere. Wer eigene Gestaltungsideen umsetzen will, stößt schnell an Grenzen. Dazu kommt permanenter Lernaufwand, weil Normen, Energieeinsparvorgaben und Software sich ständig ändern. Der Beruf ist konjunkturabhängig - bei einem Einbruch im Wohnungsbau spüren Planungsbüros das schnell.

Aussichten

Qualifizierte CAD- und BIM-Kenntnisse sind gesucht, besonders bei größeren Büros und in der öffentlichen Bauverwaltung, die Personal schwer findet. Der Bedarf schwankt allerdings mit der Baukonjunktur; in Phasen schwacher Neubautätigkeit ist der Markt eng, während Sanierung und Bestandsplanung stabiler laufen.

Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zum Technischen Fachwirt, zum staatlich geprüften Bautechniker oder zum BIM-Koordinator. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Architektur, Bauingenieurwesen oder Baumanagement möglich und der übliche Weg zu Planungsverantwortung. Wer im Beruf bleibt, spezialisiert sich häufig auf Ausführungsplanung, Bauantragsverfahren oder Modellierung.

Aufgaben

  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten in CAD zeichnen
  • Detailzeichnungen für Anschlüsse und Bauteile ausarbeiten
  • Bauantragsunterlagen und Lagepläne zusammenstellen
  • Flächen, Kubaturen und Massen nach DIN berechnen
  • dreidimensionale Gebäudemodelle aufbauen und pflegen
  • Planänderungen einarbeiten und Planstände verwalten
  • Fachplaner-Zeichnungen einarbeiten und auf Kollisionen prüfen
  • Ausschreibungsunterlagen und Leistungsverzeichnisse vorbereiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Bauzeichner, Fachrichtung Architektur
  • sicherer Umgang mit CAD-Software, zunehmend auch BIM
  • räumliches Vorstellungsvermögen und gute Mathematikkenntnisse
  • Genauigkeit und Ausdauer bei langer Bildschirmarbeit
  • Kenntnis der einschlägigen Normen und der Landesbauordnung
  • Bereitschaft, sich in neue Software einzuarbeiten

Wo man arbeitet

  • Architekturbüros
  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen mit eigener Planungsabteilung
  • Bauämter und Bauverwaltungen
  • Fertighaus- und Bauträgerunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bauzeichner mit Schwerpunkt Architektur in einem Architektur-, Ingenieurbüro oder Bauamt. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Kammer. Danach sind Weiterbildungen zum Bautechniker, Technischen Fachwirt oder BIM-Koordinator möglich, mit Fachhochschulreife auch ein Studium in Architektur oder Bauingenieurwesen.

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