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Technik & Ingenieurwesen

Baustoffprüfer

Baustoffprüfer untersuchen Böden, Beton, Mörtel und Asphalt im Labor und auf der Baustelle, um festzustellen, ob die Materialien den Anforderungen entsprechen. Sie entnehmen Proben, führen genormte Prüfverfahren durch und dokumentieren die Ergebnisse.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Baustoffprüfer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: In Bauunternehmen und Baustofflabors gelten häufig der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe oder Tarifverträge der Steine-und-Erden-Industrie, im öffentlichen Dienst der TVöD. Freie Ingenieur- und Prüfbüros zahlen sehr unterschiedlich; Außendienst, Bausaison und Schichtarbeit bringen zusätzlich Zulagen und Auslöse.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baustoffprüfer?

Bevor Beton in eine Decke eingebaut oder Asphalt auf eine Fahrbahn gewalzt wird, muss belegt sein, dass das Material hält, was Norm und Ausschreibung verlangen. Diesen Nachweis liefern Baustoffprüfer. Sie entnehmen Proben von Zuschlagstoffen, Frischbeton, Bindemitteln oder Böden, bereiten sie auf und prüfen sie mit genormten Verfahren: Druckfestigkeit von Betonwürfeln, Siebanalysen zur Korngrößenverteilung, Wassergehalt, Proctorversuche zur Verdichtungsfähigkeit, Bohrkernentnahme aus fertigen Fahrbahnen, Bindemittelgehalt von Asphaltmischgut.

Die Arbeit teilt sich zwischen Labor und Außendienst. Im Labor laufen Prüfmaschinen, Öfen, Rüttelgeräte und Waagen, jeder Versuch folgt einer festgelegten Prüfvorschrift. Draußen begleiten Baustoffprüfer Erdbau- und Straßenbaustellen, führen Lastplattendruckversuche durch, kontrollieren Einbautemperaturen und Schichtdicken. Jedes Ergebnis wird protokolliert, ausgewertet und in einem Prüfbericht zusammengefasst, der rechtlich Gewicht hat. Auffälligkeiten müssen gemeldet werden, auch wenn sie einen Bauablauf aufhalten.

Wie wird man Baustoffprüfer?

Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Ausbildungsbetriebe sind Prüflabore, Baustoffhersteller, Bauunternehmen, Materialprüfanstalten und Straßenbauverwaltungen. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr wird eine Fachrichtung gewählt: Geotechnik, Mörtel- und Betontechnik oder Asphalttechnik. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss ein. Solide Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie sind wichtiger als Noten in anderen Fächern. Quereinstiege kommen vor, etwa aus dem Bauhauptgewerbe oder aus Laborberufen, laufen aber meist über eine Anpassungsqualifizierung oder eine Externenprüfung.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist genauer, als er von außen wirkt. Wer Prüfvorschriften nur ungefähr befolgt, produziert unbrauchbare Ergebnisse. Sorgfalt, Geduld bei Wiederholungen und eine saubere Dokumentation gehören zum Kern der Tätigkeit. Gleichzeitig ist die Arbeit körperlich: Probenbehälter mit Boden oder Zuschlag sind schwer, Bohrkerne müssen geschleppt werden, auf der Baustelle wird bei Kälte, Hitze und Regen gearbeitet. Im Labor herrscht Lärm, es entsteht Staub, mit Bitumen und Chemikalien wird bei hohen Temperaturen gearbeitet, Schutzausrüstung ist Pflicht.

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in der Bausaison zwischen Frühjahr und Herbst fällt jedoch reichlich Mehrarbeit an, bei Asphalteinbau gelegentlich auch nachts oder am Wochenende. Wer im Außendienst arbeitet, ist viel unterwegs und braucht einen Führerschein. Unangenehm werden kann die Rolle dann, wenn Prüfergebnisse Nachbesserungen erzwingen und der Bauleiter unter Zeitdruck steht.

Aussichten

Die Zahl der Ausgebildeten ist klein, die Nachfrage stabil: Prüfpflichten für Erdbau, Beton und Asphalt sind gesetzlich und vertraglich verankert, Brückensanierung und Straßenerhaltung binden auf Jahre Kapazitäten. Wer den Abschluss hat, findet in der Regel ohne lange Suche eine Stelle, vor allem in Ballungsräumen und entlang großer Infrastrukturprojekte.

Weiter geht es über den Werkstoffprüfer- oder Industriemeister, über eine Technikerausbildung im Bauwesen oder über Zusatzqualifikationen für die Bauwerksprüfung und die Betontechnologie. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium im Bauingenieurwesen oder in der Werkstofftechnik möglich, was Wege in die Laborleitung, in die Gutachtertätigkeit oder in die Qualitätssicherung großer Hersteller öffnet.

Aufgaben

  • Proben von Boden, Beton, Mörtel und Asphalt entnehmen und aufbereiten
  • Druckfestigkeit, Siebkennlinie, Wassergehalt und Bindemittelgehalt bestimmen
  • Erd- und Straßenbaustellen mit Verdichtungs- und Lastplattendruckversuchen begleeiten
  • Bohrkerne aus Fahrbahnen und Bauteilen entnehmen und auswerten
  • Prüfmaschinen einrichten, kalibrieren und warten
  • Messwerte dokumentieren und Prüfberichte erstellen
  • Abweichungen von Normen und Ausschreibungen melden

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Baustoffprüfer oder vergleichbare Qualifikation
  • gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie
  • genaues, normgerechtes Arbeiten und saubere Dokumentation
  • körperliche Belastbarkeit, Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • Führerschein Klasse B für den Außendienst
  • keine Allergien gegen Staub, Bitumen oder Laborchemikalien

Wo man arbeitet

  • private und öffentliche Baustoffprüflabore
  • Materialprüfanstalten und Ingenieurbüros
  • Beton-, Asphalt- und Zementwerke
  • Bauunternehmen des Straßen- und Tiefbaus
  • Straßenbau- und Autobahnverwaltungen

Der Weg in den Beruf

Übliche Voraussetzung ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Baustoffprüfer im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ab dem zweiten Jahr wird zwischen den Fachrichtungen Geotechnik, Mörtel- und Betontechnik sowie Asphalttechnik gewählt. Der Abschluss erfolgt über die Gesellenprüfung beziehungsweise Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

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