Baumpfleger
Baumpfleger erhalten Bäume in Städten, Parks und an Straßen gesund und verkehrssicher. Sie schneiden, sichern und fällen Bäume, oft mit Seilklettertechnik oder von der Hubarbeitsbühne aus.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Baumpfleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.200 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
In Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus gilt der Lohntarifvertrag GaLaBau, im öffentlichen Dienst der TVöD, wo Baumpfleger je nach Qualifikation meist in die Entgeltgruppen 5 bis 8 eingruppiert werden. Den größten Unterschied machen die Fortbildung zum Fachagrarwirt, Kletterzertifikate und Leitungsaufgaben, während kleine, nicht tarifgebundene Betriebe oft am unteren Rand zahlen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Baumpfleger?
Baumpfleger kümmern sich um Bäume dort, wo Menschen leben und unterwegs sind: an Straßen, in Parks, auf Friedhöfen, Schulhöfen und Privatgrundstücken. Ein großer Teil der Arbeit ist der Kronenschnitt. Totholz wird entfernt, zu lange Äste werden eingekürzt, das Lichtraumprofil über Fahrbahnen und Gehwegen wird freigeschnitten. Dafür klettern Baumpfleger mit Seil und Gurt in die Krone oder arbeiten von einer Hubarbeitsbühne aus. Sie bauen Kronensicherungen ein, die das Auseinanderbrechen von Stämmen verhindern, und fällen Bäume, die nicht mehr zu halten sind, häufig Stück für Stück mit abgeseilten Teilen, weil darunter Häuser, Leitungen oder Autos stehen. Hinzu kommen Baumkontrollen: Pilzbefall, Faulstellen, Risse und Wurzelschäden erkennen und dokumentieren, damit Kommunen und Eigentümer ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Auf Baustellen schützen Baumpfleger Wurzelbereiche, pflanzen Jungbäume und pflegen sie in den ersten Standjahren.
Wie wird man Baumpfleger?
Eine eigene dreijährige Ausbildung mit dem Titel Baumpfleger gibt es nicht. Üblich ist eine Ausbildung zum Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau oder zum Forstwirt. Darauf baut die Fortbildung zum geprüften Fachagrarwirt Baumpflege auf, die von den Landwirtschaftskammern beziehungsweise zuständigen Stellen abgenommen wird und berufsbegleitend etwa ein Jahr dauert. Wer klettern will, braucht die Zertifikate der Seilklettertechnik, meist SKT-A und SKT-B, dazu einen Motorsägenlehrgang. Der European Tree Worker ist ein weiterer anerkannter Nachweis. Quereinsteiger aus Handwerk oder Industrie finden über Kletterlehrgänge und Mitarbeit in Baumpflegebetrieben einen Einstieg, bleiben ohne Fortbildung aber meist in der Helferrolle. Wer akademisch einsteigen will, kann Arboristik oder Landschaftsbau studieren.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich hart und gefährlich. Klettern in zwanzig Metern Höhe mit laufender Motorsäge, schwere Äste, Lärm, Vibrationen und Sägestaub gehören zum Alltag. Gearbeitet wird draußen bei Hitze, Kälte und Nässe, nur Sturm und Gewitter setzen eine Grenze. Nach Unwettern kommen Notfalleinsätze hinzu, auch am Wochenende. Schulter, Rücken und Knie werden stark beansprucht, viele wechseln nach Jahren in Kontroll-, Planungs- oder Leitungsaufgaben. Fehler können schwere Unfälle verursachen, deshalb sind Konzentration, Absprachen im Team und das konsequente Einhalten von Sicherheitsregeln unverzichtbar. Schwindelfreiheit wird vorausgesetzt. Im Winter ist durch Fällsaison und Schnittzeiten viel zu tun, die Vegetationszeit bringt Einschränkungen durch Vogelschutz.
Aussichten
Qualifizierte Baumpfleger werden gesucht. Kommunen haben wachsende Pflichten bei der Verkehrssicherheit, Trockenjahre und Schädlinge setzen Stadtbäumen zu, und der Wert alter Bäume für das Stadtklima wird höher eingeschätzt als früher. Betriebe finden oft schwer Personal mit Kletterzertifikaten und Fortbildung. Wege nach oben führen zum Kolonnenführer, zur Baumkontrolle für Kommunen, zum Sachverständigen für Baumstatik und Verkehrssicherheit oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Baumpflegebetrieb.
Aufgaben
- Kronen auslichten, Totholz entfernen und Lichtraumprofile freischneiden
- Mit Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne in Baumkronen arbeiten
- Kronensicherungen einbauen und kontrollieren
- Problembäume in Teilstücken abtragen und fällen
- Bäume auf Pilze, Fäulnis, Risse und Wurzelschäden kontrollieren und dokumentieren
- Wurzelbereiche auf Baustellen schützen
- Jungbäume pflanzen und in den ersten Jahren pflegen
- Sturmschäden beseitigen und Gefahrenstellen sichern
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Gärtner im Garten- und Landschaftsbau oder als Forstwirt, für Fachkräfte die Fortbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege
- Zertifikate in Seilklettertechnik (SKT-A, SKT-B) und Motorsägenlehrgang
- Schwindelfreiheit und gute körperliche Kondition
- Kenntnisse über Gehölzarten, Baumbiologie und Schadsymptome
- Sorgfalt im Umgang mit Sicherheitsregeln und Teamabsprachen
- Führerschein Klasse B, oft auch BE oder C1 für Häcksler und Transporter
Wo man arbeitet
- Baumpflegebetriebe
- Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus
- Grünflächenämter und kommunale Bauhöfe
- Straßenmeistereien
- Friedhofsverwaltungen und Parkanlagen
- Sachverständigenbüros für Baumkontrolle
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Gärtner im Garten- und Landschaftsbau oder zum Forstwirt mit anschließender Berufserfahrung. Darauf folgt die berufsbegleitende Fortbildung zum geprüften Fachagrarwirt Baumpflege, die etwa ein Jahr dauert, ergänzt durch Seilklettertechnik-Zertifikate.
Offene Stellen als Baumpfleger
In der Suche fortsetzenBaumpfleger (m/w/d)
Baumpfleger (W/M/D)
Verwandte Berufe
Baumkontrolleur
Baumkontrolleure prüfen Bäume an Straßen, in Parks und auf Grundstücken auf Schäden und Bruchgefahr und dokumentieren, welche Pflege- oder Fällmaßnahmen nötig sind. Sie sichern damit die Verkehrssicherheit von Bäumen ab, für die Kommunen und Eigentümer haften.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.200 €
Forstwirt
Forstwirte pflanzen, pflegen und ernten Wald. Sie fällen Bäume mit der Motorsäge, setzen Jungpflanzen, bauen Zäune und Wege und arbeiten bei jedem Wetter im Freien.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.200 €
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