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Technik & Ingenieurwesen

Bauingenieurwesen am virtuellen Campus

Bauingenieurinnen und Bauingenieure planen, berechnen und überwachen Bauwerke – von Wohngebäuden über Brücken bis zu Kläranlagen. Das Studium ist auch als Fernstudium an einem virtuellen Campus möglich, also berufsbegleitend und ohne festen Vorlesungsort.

12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauingenieurwesen am virtuellen Campus verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.100 € 6.200 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.000 € 81.600 €

Am stärksten entscheiden Branche und Tarifbindung: Große Bauunternehmen zahlen nach dem Bundesrahmentarifvertrag Bau beziehungsweise Haustarifen deutlich mehr als kleine Ingenieurbüros, die oft frei und niedriger vergüten. Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 10 bis 13, mit weniger Spielraum nach oben, aber stabiler Entwicklung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauingenieur?

Bauingenieurwesen ist die Technik des Gebauten. Wer in diesem Beruf arbeitet, rechnet Tragwerke nach, entwirft Gründungen, dimensioniert Stahlbetondecken, plant Straßen, Kanäle und Wasserleitungen oder steuert auf der Baustelle Termine, Kosten und Nachträge. Der Alltag besteaus aus einer Mischung von Rechenarbeit am Bildschirm, Abstimmung mit Architekten, Prüfingenieuren und Behörden sowie Terminen vor Ort. Je nach Vertiefung liegt der Schwerpunkt im konstruktiven Ingenieurbau, in der Baubetriebswirtschaft, im Verkehrswesen, in der Geotechnik oder in der Siedlungswasserwirtschaft. Häufige Werkzeuge sind Statikprogramme, CAD, BIM-Modelle und Ausschreibungssoftware. Wer in der Bauleitung landet, verbringt weniger Zeit mit Formeln und mehr mit Menschen, Protokollen und Mängellisten.

Wie wird man Bauingenieur?

Der Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens an einer Hochschule oder Universität, das mit dem Bachelor und häufig anschließend dem Master abschließt. Neben dem Präsenzstudium gibt es das Fernstudium am virtuellen Campus: Vorlesungen als Videoaufzeichnung, Übungsaufgaben und Skripte über eine Lernplattform, Sprechstunden per Videokonferenz, Klausuren in Prüfungszentren oder als Online-Prüfung. Laborübungen und Vermessungspraktika werden in kompakten Präsenzblöcken nachgeholt. Diese Form nutzen vor allem Bauzeichner, Bautechniker, Meister und Berufstätige aus angrenzenden Feldern, die einen akademischen Abschluss nachholen wollen; Vorleistungen aus Technikerschule oder Ausbildung können teils angerechnet werden. Zugang gibt die Hochschulreife, in vielen Bundesländern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung. Ein Vorpraktikum auf der Baustelle verlangen viele Hochschulen, weil das Verständnis für Bauabläufe sonst fehlt.

Was der Beruf verlangt

Das Studium ist rechenintensiv. Mechanik, Mathematik und Baustatik sind die Fächer, an denen die meisten scheitern, und im Fernstudium fehlt die Lerngruppe, die im Hörsaal von allein entsteht. Wer nebenbei arbeitet, muss über mehrere Jahre Abende und Wochenenden einplanen; Abbruchquoten in Fernstudiengängen sind hoch, und die Regelstudienzeit wird selten gehalten. Im Beruf selbst gehören Termindruck, Haftungsfragen und Verhandlungen mit Bauherren und Nachunternehmern dazu. Statik bedeutet Verantwortung für Standsicherheit, und Fehler sind teuer. In der Bauleitung sind lange Arbeitstage, Wetter, Lärm und häufige Ortswechsel normal, teils mit Montagetätigkeit und Wochenendabwesenheit. Wer eine ruhige, planbare Bürotätigkeit sucht, ist eher in der Tragwerksplanung oder in einer Behörde richtig.

Aussichten

Bauingenieure werden gesucht, und zwar seit Jahren. Kommunen und Landesbaubehörden bekommen Stellen kaum besetzt, Ingenieurbüros und Bauunternehmen ebenso wenig. Gleichzeitig ist die Branche konjunkturabhängig: Bei hohen Zinsen und schwachem Wohnungsbau geraten Büros unter Druck, während Infrastruktur, Brückensanierung, Wasserwirtschaft und energetische Sanierung stabil Arbeit bringen. Entwicklungswege führen über die Projektleitung in die Bereichs- oder Niederlassungsleitung, über Spezialisierung in die Prüfstatik oder das Sachverständigenwesen, über die Selbstständigkeit ins eigene Büro. Wer als Prüfingenieur oder Nachweisberechtigter arbeiten will, braucht mehrjährige Berufserfahrung und eine Anerkennung durch die Ingenieurkammer. Ein Master ist für den höheren öffentlichen Dienst und für viele Führungspositionen die Voraussetzung.

Aufgaben

  • Tragwerke berechnen und statische Nachweise erstellen
  • Ausführungs- und Schalpläne prüfen und mit Architekten abstimmen
  • Leistungsverzeichnisse schreiben und Angebote auswerten
  • Bauabläufe, Termine und Kosten planen und überwachen
  • Baustellen begehen, Aufmaße nehmen und Mängel dokumentieren
  • Genehmigungsunterlagen für Behörden zusammenstellen
  • Bestandsbauwerke prüfen und Sanierungskonzepte entwickeln
  • BIM-Modelle pflegen und Fachplanungen koordinieren

Voraussetzungen

  • Hochschulreife oder berufliche Vorqualifikation mit Berufserfahrung
  • Sicheres Rechnen und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Selbstdisziplin und Zeitmanagement für das Fernstudium
  • Bereitschaft zu Präsenzblöcken für Labore und Vermessung
  • Deutsch auf Verhandlungsniveau, technisches Englisch von Vorteil
  • Belastbarkeit bei Termindruck und Konfliktgesprächen auf der Baustelle
  • Führerschein und Reisebereitschaft für baustellennahe Tätigkeiten

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen und Baukonzerne
  • Kommunale Bauämter und Landesbaubehörden
  • Projektentwickler und Immobiliengesellschaften
  • Prüf- und Sachverständigenbüros
  • Versorgungs- und Verkehrsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium Bauingenieurwesen mit sechs bis sieben Semestern Regelstudienzeit, im Fernstudium meist neun bis zwölf Semester im Teilzeitmodell. Darauf kann ein Master mit drei bis vier Semestern folgen, der für Prüfstatik, den höheren öffentlichen Dienst und viele Führungsrollen erwartet wird. Praktika oder eine vorherige Bauausbildung erleichtern den Einstieg deutlich.

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