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Bau & Immobilien

Bauingenieurwesen

Bauingenieurinnen und Bauingenieure planen, berechnen und überwachen Bauwerke wie Gebäude, Brücken, Straßen und Kanalnetze. Sie arbeiten in Ingenieurbüros, bei Baufirmen oder in Behörden – am Schreibtisch und auf der Baustelle.

24 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauingenieurwesen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.100 € 6.200 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.000 € 81.600 €

Am stärksten wirken Branche und Betriebsgröße: Große Bauunternehmen und die Industrie zahlen deutlich besser als kleine Ingenieurbüros, die häufig ohne Tarifbindung arbeiten. Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L (meist E 11 bis E 13), in der Bauwirtschaft nach dem Tarifvertrag für Angestellte im Baugewerbe; Bauleitung mit Montage- und Auslösezulagen liegt oft über der Planung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Bauingenieurin?

Bauingenieurwesen umfasst alles, was gebaut, instand gehalten oder abgerissen wird. In der Tragwerksplanung werden Decken, Stützen und Fundamente statisch berechnet, Bewehrungspläne erstellt und Nachweise für die Baugenehmigung geführt. In der Bauleitung geht es um die Umsetzung: Termine mit Nachunternehmern abstimmen, Bautagebuch führen, Aufmaße prüfen, Mängel dokumentieren, Nachträge verhandeln. Im Infrastrukturbereich werden Straßenquerschnitte, Entwässerungssysteme oder Brückenbauwerke geplant und Ausschreibungsunterlagen zusammengestellt. Andere arbeiten in der Bauphysik, im Wasserbau, in der Geotechnik, im Baustoffprüflabor oder in der Bauverwaltung, wo Anträge geprüft und öffentliche Bauvorhaben betreut werden.

Der Alltag ist eine Mischung aus Rechnen, Zeichnen, Schreiben und Reden. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht für Abstimmung mit Architekten, Fachplanern, Behörden und Bauherren drauf sowie für die Dokumentation, die im Streitfall vor Gericht Bestand haben muss. Software prägt die Arbeit: Statikprogramme, CAD, zunehmend BIM-Modelle.

Wie wird man Bauingenieurin?

Üblich ist ein Studium des Bauingenieurwesens an einer Hochschule oder Universität, sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor, danach häufig ein Master mit Vertiefung, etwa Konstruktiver Ingenieurbau, Verkehrswesen oder Wasserwirtschaft. Für die Tragwerksplanung und für den Eintrag in die Ingenieurkammer als Prüfsachverständiger oder Bauvorlageberechtigter ist der Master in der Regel nötig, für Bauleitung genügt oft der Bachelor. Das Studium ist mathematisch anspruchsvoll; Mechanik, Statik und Baustoffkunde sind die klassischen Hürden. Praktika auf der Baustelle sind meist Pflicht und für den Berufseinstieg entscheidend. Ein Quereinstieg aus verwandten Ingenieurdisziplinen ist möglich, wer aus dem Handwerk kommt, kann über Bautechniker- oder Meisterqualifikation und ein anschließendes Studium einsteigen.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist real: Fehler in der Statik oder in der Bauüberwachung gefährden Menschen und kosten Summen, für die man haftet. Der Zeitdruck in Ingenieurbüros ist häufig hoch, Überstunden sind verbreitet, besonders gegen Abgabetermine. Bauleitung bedeutet frühe Arbeitsbeginne, Arbeit bei Wetter, Wechsel zwischen Baustellen und in vielen Fällen längere Montagezeiten oder wöchentliches Pendeln. Konflikte gehören dazu: Nachunternehmer, die nicht liefern, Bauherren, die Änderungen wollen, und Kostenrahmen, die nicht reichen. Wer Auseinandersetzungen scheut, hat es in der Bauleitung schwer. Auf der anderen Seite ist das Ergebnis der Arbeit sichtbar und bleibt stehen.

Aussichten

Bauingenieure werden bundesweit gesucht, vor allem für Instandhaltung und Sanierung von Brücken, Straßen, Wasserleitungen und Schulgebäuden. Der Wohnungsneubau schwankt stark mit Zinsen und Konjunktur, der öffentliche Infrastrukturbereich dagegen ist über Jahre ausgelastet. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Niederlassungsleitung eines Bauunternehmens, in die Selbstständigkeit mit eigenem Büro oder in Spezialisierungen wie Brandschutz, Bauphysik, Baugrund oder Sachverständigentätigkeit. Wer in die Bauverwaltung geht, tauscht Verdienstchancen gegen Planbarkeit und Sicherheit.

Aufgaben

  • statische Berechnungen und Nachweise für Tragwerke erstellen
  • Bauzeichnungen, Bewehrungs- und Schalpläne anfertigen oder prüfen
  • Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungsunterlagen zusammenstellen
  • Bauabläufe terminlich planen und Nachunternehmer koordinieren
  • Baustellen überwachen, Aufmaße und Mängel dokumentieren
  • Kosten kalkulieren, Rechnungen prüfen und Nachträge verhandeln
  • mit Behörden, Architekten und Fachplanern abstimmen
  • Bestandsbauwerke prüfen und Sanierungskonzepte entwickeln

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium im Bauingenieurwesen (Bachelor oder Master)
  • sichere Kenntnisse in Mechanik, Statik und Baustoffkunde
  • Umgang mit CAD-, Statik- und Ausschreibungssoftware, zunehmend BIM
  • Kenntnisse in VOB, HOAI und den einschlägigen Normen
  • Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick auf der Baustelle
  • Führerschein und Bereitschaft zu Reisen oder Montageeinsätzen
  • Bereitschaft, Verantwortung für sicherheitsrelevante Entscheidungen zu tragen

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen und Baukonzerne
  • Bauämter und öffentliche Verwaltungen
  • Projektentwickler und Immobiliengesellschaften
  • Prüfinstitute und Baustoffhersteller
  • Baustellen und Baucontainer

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens: sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor of Engineering oder Science, häufig gefolgt von drei bis vier Semestern Master mit einer Vertiefungsrichtung. Baustellenpraktika sind meist Teil des Studiums und für den Einstieg wichtig. Für Tragwerksplanung mit Bauvorlageberechtigung ist neben dem Master mehrjährige Berufserfahrung und der Eintrag in die Ingenieurkammer erforderlich.

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