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Bauabrechner

Bauabrechner erfassen erbrachte Bauleistungen, prüfen Aufmaße und stellen daraus Rechnungen und Nachträge. Sie sind die Schnittstelle zwischen Baustelle, Kalkulation und Buchhaltung.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauabrechner verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.200 € 6.500 € 62.400 €

Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Rahmentarifvertrag für Angestellte im Baugewerbe, wo die Einordnung in Gehaltsgruppen den Verdienst festlegt. Außerhalb des Tarifs entscheiden Unternehmensgröße und Sparte: im Ingenieur- und Tiefbau großer Konzerne liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Ausbaubetriebe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauabrechner?

Bauabrechner übersetzen ausgeführte Bauleistungen in Zahlen. Grundlage sind Leistungsverzeichnisse, Bautagesberichte, Aufmaßblätter, Pläne und Fotos von der Baustelle. Daraus entstehen prüfbare Aufmaße nach VOB/C und den einschlägigen Abrechnungsregeln, Abschlagsrechnungen im Bauverlauf und am Ende die Schlussrechnung. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Mengen nachzuvollziehen: Wie viele Quadratmeter Putz wurden tatsächlich aufgebracht, welche Öffnungen werden abgezogen, welche Erdmassen sind bewegt worden. Dazu kommen Nachträge für Leistungen, die im ursprünglichen Vertrag nicht enthalten waren, und die Auseinandersetzung mit Kürzungen, die der Auftraggeber oder dessen Bauleitung vornimmt. Bauabrechner arbeiten mit branchenüblicher Software wie iTWO, Nevaris, BauSU oder California.pro und mit GAEB-Datenaustausch, dazu mit Tabellenkalkulation und digitalen Aufmaßprogrammen auf dem Tablet. Sie stimmen sich täglich mit Bauleitung, Polieren, Kalkulation und Rechnungswesen ab, führen Mengen- und Kostenlisten fort und liefern der Geschäftsführung Zahlen zum Stand einzelner Baustellen.

Wie wird man Bauabrechner?

Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der übliche Weg führt über eine kaufmännische oder bautechnische Grundlage. Häufig kommen Bautechniker, Bauzeichner, Baugeräteführer mit Weiterbildung, Industriekaufleute aus Bauunternehmen oder Bauingenieure mit Bachelorabschluss in die Abrechnung. Viele Bauabrechner sind auch Handwerker, die nach Jahren auf der Baustelle in das Büro gewechselt sind und ihr Wissen über Bauabläufe mitbringen. Entscheidend ist die Verbindung von technischem Verständnis und Zahlensicherheit. Kenntnisse in VOB/B und VOB/C, im Bauvertragsrecht und in der jeweiligen Abrechnungssoftware werden meist im Betrieb erworben, ergänzt durch Lehrgänge der Bauindustrieverbände oder Anbieter wie die Baugewerbeverbände. Quereinstieg ist möglich, verlangt aber Einarbeitung über mehrere Monate.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, unterbrochen von Baustellenbesuchen zum gemeinsamen Aufmaß. Termindruck entsteht durch Monatsabschlüsse und Abschlagsrechnungen: Wer zu spät abrechnet, belastet die Liquidität des Betriebs. Genauigkeit ist Pflicht, weil Fehler entweder Geld kosten oder in Streit mit dem Auftraggeber führen. Konflikte gehören zum Alltag, besonders bei Nachträgen und gekürzten Rechnungen. Nötig ist die Fähigkeit, Positionen sachlich zu begründen und Unterlagen sauber zu dokumentieren, auch wenn die Baustelle Belege unvollständig liefert. Überstunden häufen sich zum Monatsende und bei Schlussrechnungen großer Projekte. Wer ausschließlich draußen arbeiten oder gestalten will, ist hier falsch.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil jedes mittlere und größere Bauunternehmen abrechnen muss und erfahrene Kräfte in diesem Bereich knapp sind. Besonders gesucht sind Bauabrechner für Tief-, Straßen- und Ingenieurbau, wo die Mengenermittlung anspruchsvoll ist. Entwicklungswege führen in die Kalkulation, ins Nachtragsmanagement, in die kaufmännische Bauleitung oder in die Leitung einer Abrechnungsabteilung. Mit Weiterbildung ist auch der Wechsel ins Baucontrolling oder in die Sachverständigentätigkeit für Bauabrechnung möglich. Die Digitalisierung mit BIM und modellbasierter Mengenermittlung verändert die Werkzeuge, ersetzt die Prüfung durch Menschen aber bislang nicht.

Aufgaben

  • Aufmaße nach VOB/C erstellen und prüfen
  • Abschlags- und Schlussrechnungen aufstellen
  • Nachträge kalkulieren und begründen
  • Kürzungen des Auftraggebers prüfen und verhandeln
  • Mengen mit Leistungsverzeichnis und Plänen abgleichen
  • Bautagesberichte und Stundennachweise auswerten
  • Leistungsstände für das Baucontrolling fortschreiben
  • Daten im GAEB-Format austauschen und pflegen

Voraussetzungen

  • kaufmännische oder bautechnische Ausbildung, alternativ Studium im Bauwesen
  • Verständnis von Bauabläufen und Plänen
  • Kenntnisse in VOB/B und VOB/C oder Bereitschaft, sie zu erwerben
  • sicherer Umgang mit Abrechnungssoftware und Tabellenkalkulation
  • Genauigkeit und Ausdauer bei Zahlenarbeit
  • Durchsetzungsfähigkeit in Verhandlungen
  • Führerschein für Baustellenbesuche üblich

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen im Hoch-, Tief- und Straßenbau
  • Ausbaubetriebe und Handwerksbetriebe mit Großprojekten
  • Ingenieur- und Architekturbüros
  • öffentliche Bauverwaltungen und Bauämter
  • Projektsteuerungs- und Baumanagementbüros

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Bauzeichner, Industriekaufmann oder in einem Bauhandwerk, oft gefolgt von einer Weiterbildung zum Bautechniker oder einem Bachelorstudium Bauingenieurwesen. Die Abrechnungspraxis selbst wird über mehrere Monate im Betrieb erlernt, ergänzt durch Lehrgänge zu VOB und Aufmaß. Ein geschützter Abschluss existiert nicht.

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