Was macht ein Barkeeper?
An der Bar laufen Bestellung, Zubereitung und Kassieren in einer Hand zusammen. Barkeeper nehmen Wünsche auf, mixen Cocktails nach Rezeptur, zapfen Bier, öffnen Wein, servieren Spirituosen und alkoholfreie Getränke. Dazu gehört das Vorbereiten der Bar vor dem Dienst: Eis besorgen, Früchte schneiden, Sirupe und Säfte ansetzen, Gläser polieren, Flaschen auffüllen, Kühlschränke bestücken. Während des Betriebs wird abgerechnet, abgewaschen, aufgewischt und nachbestellt. Nach Schichtende folgt die Reinigung von Theke, Schankanlage, Shakern und Böden.
Zur Arbeit gehört der Umgang mit Gästen in jeder Stimmung. Barkeeper empfehlen Getränke, führen kurze Gespräche, erkennen, wann jemand genug getrunken hat, und verweigern notfalls die Ausgabe. Sie greifen bei Streit ein oder holen den Türdienst. In kleineren Betrieben kommen Kassenverantwortung, Bestellwesen, Inventur und Einarbeitung neuer Kräfte hinzu.
Wie wird man Barkeeper?
Es gibt keinen geschützten Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Der klassische Weg führt über eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder zum Restaurantfachmann, in der Getränkekunde und Service gelehrt werden. Viele beginnen aber als Aushilfe oder Barback, tragen Kisten, spülen Gläser und lernen die Rezepturen im Betrieb. Nach einigen Monaten stehen sie selbst an der Theke. Barschulen und Verbandskurse vermitteln Mixtechnik, Warenkunde und Kalkulation in wenigen Wochen; anerkannt ist vor allem, wer nachweisbar gute Bars im Rücken hat. Wer alkoholische Getränke ausgibt, sollte die Vorschriften des Jugendschutzgesetzes kennen, eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz ist bei Lebensmittelkontakt üblich.
Was der Beruf verlangt
Die Schichten beginnen, wenn andere Feierabend haben, und enden nach Mitternacht, in Clubs auch erst am Morgen. Wochenenden, Feiertage und Silvester sind Hauptarbeitszeit. Der Dienst wird fast durchgehend stehend geleistet, oft in Lärm, Hitze und Zigarettenrauch vor der Tür. Kisten und Fässer sind schwer, die Hände sind ständig nass, Schnitte und Rückenbeschwerden sind häufig. Der Umgang mit betrunkenen, aufdringlichen oder aggressiven Gästen belastet, Frauen hinter der Bar erleben Anmache regelmäßig. Der versetzte Rhythmus erschwert das Privatleben und ist mit Kinderbetreuung schwer vereinbar. Trinkgeld hebt das Einkommen, ist aber unsicher.
Gebraucht werden ein gutes Gedächtnis für Bestellungen und Rezepte, Schnelligkeit unter Druck, Rechnen im Kopf, freundliche Bestimmtheit und Nüchternheit im eigenen Konsum.
Aussichten
Personal wird in der Gastronomie durchgehend gesucht, Einstiege sind ohne formale Hürden möglich und Wechsel zwischen Betrieben unkompliziert. Die Kehrseite ist eine hohe Fluktuation: Viele bleiben nur wenige Jahre, weil Körper und Nachtdienst die Grenze setzen. Wer bleibt, kann Barchef oder Barmanager werden, in Hotels in den Getränkeeinkauf oder die Restaurantleitung wechseln, als Flying Barkeeper auf Veranstaltungen arbeiten oder eine eigene Bar eröffnen. Spezialisierung auf Cocktailkultur, Whisky, Wein oder Kaffee, Wettbewerbe und Markenbotschafterstellen bei Spirituosenherstellern öffnen Wege weg vom Nachtdienst.