Was macht ein Auslieferungsfahrer im Nahverkehr?
Der Arbeitstag beginnt in der Regel im Depot, Lager oder Betriebshof. Dort wird die Ladung übernommen: Pakete, Getränkekisten, Backwaren, Baustoffe, Ersatzteile oder Möbel, je nach Branche. Der Fahrer prüft die Papiere, kontrolliert die Stückzahl, sichert die Ladung mit Gurten und Sperrstangen und arbeitet die Tour dann Stopp für Stopp ab. Zwischen 15 und 120 Zustellungen pro Tag sind üblich, abhängig davon, wie schwer die Sendungen sind und wie dicht das Gebiet ist.
Zum Fahren kommt körperliche Arbeit: tragen, rollen, Hubwagen schieben, Treppen steigen. An jeder Station gehören Übergabe, Unterschrift auf dem Handscanner, gelegentlich Kassieren per Karte und die Mitnahme von Leergut oder Rücksendungen dazu. Wer Getränke oder Baustoffe fährt, hat mit Gewichten von 20 Kilogramm und mehr zu tun. Vor der Abfahrt steht die Abfahrtkontrolle: Reifen, Beleuchtung, Bremsen, Ölstand. Am Abend werden Restsendungen, Belege und das Fahrzeug wieder abgegeben.
Wie wird man Auslieferungsfahrer im Nahverkehr?
Es gibt keinen zwingenden Ausbildungsberuf. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen genügt der Führerschein der Klasse B, für schwerere Lkw braucht es Klasse C1 oder C samt Berufskraftfahrerqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Viele Betriebe stellen Menschen ohne Branchenerfahrung ein und schulen sie in wenigen Tagen ein. Wer den Beruf langfristig ausüben will, kann die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer machen oder eine geförderte Führerscheinerweiterung über die Arbeitsagentur nutzen. Für Gabelstapler im Lager ist ein Staplerschein üblich, bei Lebensmitteln eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz.
Was der Beruf verlangt
Der Tag beginnt früh, oft zwischen vier und sechs Uhr, bei Backwaren und Zeitungen noch davor. Zeitdruck ist der Normalzustand: Zeitfenster der Kunden, Staus, Parkplatzsuche in der Innenstadt, Sendungen, die nicht angenommen werden. Rücken und Knie werden belastet, gearbeitet wird bei Regen, Hitze und Glätte. Kundenkontakt kann angenehm sein, manchmal auch unfreundlich, etwa wenn eine Lieferung verspätet ist. Lenk- und Ruhezeiten sind im Lkw-Bereich vorgeschrieben, werden aber durch enge Tourenplanung häufig zur Belastungsprobe. Wer Ordnung mag, Adressen schnell erfasst und mit Alleinarbeit gut zurechtkommt, hält den Rhythmus eher durch. Im Paketbereich arbeiten viele Fahrer bei Subunternehmern, dort sind Bezahlung und Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als bei den großen Speditionen oder im Werkverkehr.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst weiter, weil der Onlinehandel und die Belieferung von Filialen und Handwerksbetrieben zunehmen. Gleichzeitig gehen viele Fahrer in Rente, sodass Betriebe fast überall suchen. Wer zuverlässig ist, findet in der Regel schnell eine Stelle und kann den Arbeitgeber wechseln, wenn die Bedingungen nicht passen. Entwicklungswege führen über den C-Führerschein in den Fernverkehr, in die Disposition, zur Fachkraft für Lagerlogistik oder über eine Weiterbildung zum Verkehrsfachwirt in die Tourenplanung. Auch Spezialisierungen zahlen sich aus, etwa Gefahrgut nach ADR, Kühltransporte oder Umzugs- und Möbelmontage.