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Auditor in der tierischen Erzeugung

Auditoren in der tierischen Erzeugung prüfen Betriebe mit Rinder-, Schweine- oder Geflügelhaltung darauf, ob sie die Vorgaben von Qualitäts- und Tierwohlprogrammen einhalten. Sie arbeiten überwiegend im Auftrag von Zertifizierungsstellen und sind viel im Außendienst unterwegs.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auditor in der tierischen Erzeugung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.000 € 6.200 € 60.000 €

Das Gehalt hängt stark vom Arbeitgeber ab: private Zertifizierungsstellen zahlen frei verhandelt, Erzeugerorganisationen und Verbände orientieren sich teils am TVöD oder an Haustarifen. Tiermedizinische Qualifikation, die Zahl der zugelassenen Standards und Reisezulagen wirken deutlich auf das Einkommen; freiberufliche Auditoren rechnen nach Tagessätzen ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Auditor in der tierischen Erzeugung?

Auditoren in der tierischen Erzeugung kontrollieren Nutztierhaltungen daraufhin, ob die Anforderungen privatrechtlicher Standards und gesetzlicher Vorgaben erfüllt sind. Geprüft wird nach Systemen wie QS, Initiative Tierwohl, KAT, GLOBALG.A.P., den Haltungsformstufen des Handels oder den Richtlinien der Bio-Verbände. Ein Audittag beginnt meist früh auf dem Hof: Besichtigung der Stallabteile, Zählen und Beurteilen der Tiere, Messen von Platzangebot, Kontrolle von Tränken, Lüftung, Beschäftigungsmaterial und Notstromversorgung. Dazu kommt die Dokumentenprüfung - Bestandsregister, Tierarzneimittelbelege, Antibiotikameldungen, Futtermittellieferscheine, Reinigungs- und Schadnagerpläne, Nachweise zur Kadaverentsorgung.

Am Ende steht ein Abschlussgespräch mit dem Betriebsleiter, in dem Abweichungen benannt und Fristen für die Behebung festgelegt werden. Anschließend wird der Auditbericht in der Software des Systemgebers erfasst; auf dieser Grundlage entscheidet die Zertifizierungsstelle über die Zulassung. Neben der Erstprüfung gibt es Wiederholungs-, Stichproben- und Anlassaudits, teils unangekündigt. Manche Auditoren decken zusätzlich Bereiche wie Futtermittelherstellung, Transport oder Sammelstellen ab.

Wie wird man Auditor in der tierischen Erzeugung?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Agrarwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Agrarwirtschaft oder der Tiermedizin. Auch Landwirtschaftsmeister und staatlich geprüfte Agrarbetriebswirte oder Agrartechniker werden von vielen Systemen als Auditoren zugelassen, sofern einschlägige Praxis in der Tierhaltung vorliegt. Fast alle Standardgeber verlangen zusätzlich mehrere Jahre Berufserfahrung in der Nutztierhaltung oder Beratung sowie eine Auditorenschulung nach ISO 19011 mit anschließender systemspezifischer Prüfung. Vor der ersten eigenständigen Prüfung begleitet man erfahrene Kollegen bei einer festgelegten Zahl von Audits. Quereinstieg gelingt häufig aus der Beratung, dem Herdenmanagement, dem Tiergesundheitsdienst oder der Veterinärverwaltung. Jährliche Fortbildung und regelmäßige Überwachungsaudits durch die Zertifizierungsstelle sind Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Fahrten. Wer zwei bis vier Betriebe am Tag prüft, sitzt viel im Auto, beginnt früh und schreibt Berichte abends oder an Bürotagen. Im Stall wird es staubig, laut und heiß, Hygieneschleusen, betriebseigene Kleidung und Duschpflicht gehören dazu; Karenzzeiten zwischen Betrieben verschiedener Tierarten sind einzuhalten. Fachlich verlangt der Beruf Sicherheit in Tierschutzrecht, Arzneimittelrecht und Standardvorgaben, die sich häufig ändern.

Die schwierigste Seite ist die Rolle selbst: Auditoren bewerten die wirtschaftliche Existenzgrundlage von Menschen, die sie oft über Jahre kennen. Abweichungen zu dokumentieren, die zur Sperrung eines Betriebs führen können, verlangt Standfestigkeit und Neutralität. Konflikte, Druck und gelegentlich offene Ablehnung kommen vor. Wer selbst einen Betrieb berät oder beliefert, darf ihn nicht auditieren - Unabhängigkeit wird streng geprüft.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Handel und Verbraucher verlangen immer mehr Nachweise zu Herkunft und Haltung, die Zahl der Standards und Prüfintervalle wächst, und qualifizierte Auditoren mit Tierhaltungspraxis sind knapp. Entwicklungsmöglichkeiten liegen in der Ausweitung auf weitere Standards und Tierarten, in der Übernahme von Schulungs- und Fachbereichsleitungen bei Zertifizierungsstellen, in der Systembetreuung beim Standardgeber oder im Qualitätsmanagement großer Erzeugerorganisationen und Schlachtunternehmen. Ein Teil der Auditoren arbeitet freiberuflich für mehrere Zertifizierungsstellen.

Aufgaben

  • Betriebsbesichtigung in Ställen von Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltungen
  • Beurteilung von Platzangebot, Stallklima, Tränken und Beschäftigungsmaterial
  • Kontrolle von Bestandsregister, Arzneimittelbelegen und Antibiotikameldungen
  • Prüfung von Tiergesundheitsindikatoren wie Lahmheiten, Verletzungen und Sterblichkeit
  • Führen des Abschlussgesprächs und Festlegen von Fristen für Abweichungen
  • Erstellen der Auditberichte in der Datenbank des Systemgebers
  • Teilnahme an Schulungen zu geänderten Standardvorgaben
  • Durchführung unangekündigter Stichproben- und Anlassaudits

Voraussetzungen

  • Studium der Agrarwissenschaften, Nutztierwissenschaften oder Tiermedizin, alternativ Landwirtschaftsmeister oder Agrartechniker
  • Mehrjährige Praxis in der Nutztierhaltung, Beratung oder Tiergesundheit
  • Auditorenschulung nach ISO 19011 und systemspezifische Zulassungsprüfung
  • Sichere Kenntnisse in Tierschutz-, Arzneimittel- und Futtermittelrecht
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit
  • Durchsetzungsfähigkeit, Neutralität und sorgfältige Dokumentation
  • Körperliche Belastbarkeit für Stallarbeit in Staub, Lärm und Hitze

Wo man arbeitet

  • Zertifizierungsstellen und Prüfgesellschaften
  • Systemgeber von Qualitäts- und Tierwohlprogrammen
  • Erzeugergemeinschaften und Vermarktungsorganisationen
  • Qualitätssicherung von Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen
  • Freiberufliche Tätigkeit im Auftrag mehrerer Zertifizierungsstellen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Agrarwissenschaften oder der Tiermedizin, ergänzt durch mehrere Jahre Praxis in der Tierhaltung. Auch der Weg über Landwirtschaftsmeister oder staatlich geprüften Agrartechniker ist möglich. Vor der eigenständigen Prüftätigkeit folgen eine Auditorenschulung nach ISO 19011, eine systemspezifische Zulassung und eine festgelegte Zahl begleiteter Audits.

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