Assistenz der Geschäftsleitung
Die Assistenz der Geschäftsleitung organisiert den Arbeitsalltag der Geschäftsführung: Termine, Reisen, Korrespondenz, Unterlagen für Besprechungen. Sie hält im Hintergrund den Betrieb der Führungsebene am Laufen und kennt dabei vertrauliche Vorgänge.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Assistenz der Geschäftsleitung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 4.000 € | 4.800 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.900 € | 6.500 € | 58.800 € |
Das Gehalt hängt vor allem von Unternehmensgröße und Branche ab: In Konzernen der Chemie-, Pharma- oder Finanzbranche liegt es deutlich über dem, was kleine Mittelständler oder Vereine zahlen. Im öffentlichen Dienst richtet es sich nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 6 bis 9, mit engerer Spanne und planbaren Stufensteigerungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Assistenz der Geschäftsleitung?
Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Postfach der Geschäftsführung: Anfragen sortieren, beantworten, weiterleiten, Fristen erkennen. Dazu kommt der Kalender, der selten so bleibt, wie er morgens aussah. Termine werden verschoben, Besprechungen zusammengelegt, Reisen umgebucht. Die Assistenz koordiniert zwischen Geschäftsführung, Abteilungsleitungen, Kunden, Aufsichtsrat und externen Dienstleistern und entscheidet dabei laufend, was wichtig ist und was warten kann.
Ein zweiter Teil der Arbeit sind Unterlagen. Präsentationen erstellen oder überarbeiten, Zahlen aus verschiedenen Abteilungen zusammentragen, Protokolle von Sitzungen schreiben und die daraus entstandenen Aufgaben nachhalten. Viele Assistenzen betreuen zusätzlich eigene Themen: Reisekostenabrechnung, Vertragsablage, Organisation von Betriebsversammlungen oder Messeauftritten, Onboarding neuer Führungskräfte. In kleineren Unternehmen kommen Aufgaben aus Buchhaltung, Personal oder Office-Management dazu.
Wie wird man Assistenz der Geschäftsleitung?
Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau für Büromanagement, Industriekauffrau oder im Groß- und Außenhandel. Danach folgen einige Jahre im Sekretariat oder in der Sachbearbeitung, bevor die Assistenz einer Führungsebene übernommen wird. Auch Fremdsprachenkorrespondenten und Absolventen betriebswirtschaftlicher Studiengänge landen in dieser Position, ebenso Quereinsteiger aus Hotellerie, Eventorganisation oder Verwaltung, die Organisationsstärke nachweisen können. Weiterbildungen zur geprüften Managementassistenz oder zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation sind verbreitet, aber selten Pflicht. Entscheidend ist in der Praxis, ob jemand souverän schreibt, gut sortiert und im Umgang mit Menschen auf allen Ebenen sicher bleibt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark fremdbestimmt. Wer eine geplante Aufgabe in Ruhe abschließen will, wird oft unterbrochen. Termindruck kurz vor Sitzungen, Reiseänderungen am Abend, kurzfristige Zahlenanfragen gehören dazu. Die Arbeitszeit richtet sich häufig nach der Geschäftsführung, Überstunden und Erreichbarkeit außerhalb der Kernzeit sind in vielen Unternehmen üblich, teils auch unbezahlt oder pauschal abgegolten.
Dazu kommt eine besondere Vertrauensposition. Wer Personalthemen, Umsatzzahlen oder anstehende Umstrukturierungen kennt, muss darüber schweigen, auch gegenüber Kollegen, mit denen man täglich Kaffee trinkt. Anerkennung fällt oft gering aus, weil gute Assistenzarbeit unsichtbar bleibt. Fehler dagegen fallen sofort auf. Das Verhältnis zur Führungskraft prägt den Alltag stark; wechselt diese, verändert sich die Stelle grundlegend.
Aussichten
Assistenzstellen auf Geschäftsleitungsebene werden weiter gesucht, allerdings mit verschobenem Profil. Reine Schreib- und Terminaufgaben sind durch digitale Kalender, Selbstbuchungstools und KI-gestützte Textarbeit weniger geworden. Gefragt sind Assistenzen, die Projekte übernehmen, Daten aufbereiten und eigenständig Entscheidungen vorbereiten. Wer sich in Richtung Projektmanagement, Office-Management mit Personalverantwortung, Vertragsmanagement oder Unternehmenskommunikation entwickelt, hat gute Wechselmöglichkeiten. Der Sprung in eine Fachabteilung gelingt aus dieser Position häufig, weil man das Unternehmen breit kennt. Klassische Beförderungswege innerhalb der Assistenz gibt es dagegen kaum; Entwicklung heißt meist Wechsel in ein größeres Unternehmen oder auf eine höhere Führungsebene.
Aufgaben
- Termine und Kalender der Geschäftsführung koordinieren
- Geschäftsreisen planen, buchen und abrechnen
- Korrespondenz in Deutsch und Englisch bearbeiten
- Präsentationen, Auswertungen und Sitzungsunterlagen erstellen
- Protokolle schreiben und offene Aufgaben nachverfolgen
- Besprechungen, Gremiensitzungen und Firmenveranstaltungen organisieren
- als Schnittstelle zu Abteilungen, Kunden und externen Partnern auftreten
- vertrauliche Unterlagen und Verträge verwalten
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
- sehr gute Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift, meist auch Englisch
- sicherer Umgang mit Office-Anwendungen, besonders Excel und Präsentationssoftware
- Organisationsstärke und Fähigkeit, mehrere Vorgänge parallel zu führen
- absolute Verlässlichkeit und Diskretion
- Belastbarkeit bei Terminverschiebungen und kurzfristigen Anfragen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Konzernzentralen
- Kanzleien und Beratungsgesellschaften
- Banken und Versicherungen
- Kliniken, Verbände und öffentliche Verwaltung
- Stiftungen und Non-Profit-Organisationen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, gefolgt von mehreren Jahren Berufserfahrung im Sekretariat oder in der Sachbearbeitung. Alternativ führen eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin oder ein betriebswirtschaftliches Studium in die Position. Weiterbildungen zur geprüften Management- oder Direktionsassistenz sind möglich, aber keine formale Voraussetzung.
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